Rezension zu „Naschmarkt“ von Anna Koschka

Cover Nachmarkt

„Bei den meisten Gattungen leisten die Männchen, egal, wie schrill und bunt sie gestaltet sind, zur eigentlichen Arterhaltung nur einen winzigen Beitrag, der, einmal auf andere Weise ersetzt, nicht weiter fehlt. Was haben zum Beispiel das Truthuhn, die Kopflaus, der Gecko und das Große Wandelnde Blatt gemeinsam? Sie vermehren sich komplett ohne Zutun der Männchen, was dazu führt, dass diese der natürlichen Selektion zum Opfer fallen. Rein evolutionstechnisch betrachtet sind männliche Kopfläuse einfach nicht mehr zeitgemäß. Wir leben sozusagen im Jahrtausend des Penissterbens.“

Genre:     Chick-Lit
Seiten:     448
ISBN:       978-3426511206
Verlag:    Knauer TB

Kurzbeschreibung:

Dotti Wilcek hat der Männerwelt abgeschworen. Endgültig! Wer könnte weniger geeignet sein, eine Internetdatingagentur zu testen? Doch Dottis bissiger Blog über Männer, Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von netzgeplagten Singles aus dem Herzen …

Mein Leseeindruck:

Dotti ist einfach nur großartig. Schon allein, weil sie Literaturkritikerin ist, liebe ich sie! Doch nun bekommt sie die Aufgabe und soll Mainstream anbieten. Einen Blog führen. Die Partnerbörse „Literally in Love“ testen. Dabei will sie mit Männern nichts zu tun haben und lebt glücklich mit ihrem Kater und einer Wohnung voller Bücherregale (ja! ja! ja!). Ab und an gibt es wegen ihrer Liebe zur Literatur auch Querverweise, die man aber gut nachvollziehen kann. Im Gegensatz zu djfleming mag ich alledings „High Fidelity“ nicht, bin aber ganz froh, dass ich es gelesen habe, weil die Geschichte ein wenig damit zu tun hat.

Aus einer Trotzreaktion heraus, schreibt sie über das glückliche Singledasein, „PlusKatze“ nennt sie es, gründet den „Mauerblümchen-Club“ und macht sich fröhlich über die Welt lustig, die Singles unter Druck setzt, Mütter, die sich als den Nabel der Welt sehen und Singles bzw. Frauen ohne Kinder nur als halbe Menschen betrachten, Hotels, bei denen man Ein-Bett-Zimmer-Aufschlag zahlen muss. Und zur Überraschung der Redaktion kommt das ganze auch noch ziemlich gut an.

Nichts desto trotz muss Dotti das mit der Dating-Plattform durchziehen

Nebenbei füllt sich mein Literally-in-Love-Posteingang weiter, wenn auch keine neue Nachricht von djfleming darunter ist. Dafür schrieb mir hansibaer136 (gibt es tatsächlich irgendwo auf dieser Welt verteilt einhunderfünfunddreißig andere hansibaeren, oder ist das ein Rechtschreibfehler?): „Du bist hüpsch! Darf ich deine FIP-Rechte haben?“

und zum Speeddating wird sie auch noch eingeladen. Und andauernd meldet sich dieser penetrante Florian Glahnz, mit stummen H, der eine Rezension seines Buches „Amors Feder“ haben möchte. Die arme Dotti. Ich sag euch, was ich lachen musste… Keine Ahnung, ob Dotti in dem ganzen Buch auch mal eine nicht-spitze, ironische, sarkastische oder beißende Bemerkung gemacht hat. Es war einfach nur ein Traum!

Lasst euch nicht von dem pinkfarbenen Cover abschrecken, das Buch ist ganz und gar nicht pink und auch nur ein ganz klein wenig romantisch. Das aber verdient!

5 Geister(5 von 5 Geister haben Dottis Blog eifrig mitverfolgt und sich ebenfalls bei dem Mauerblümchen-Club angemeldet)

Rezension zu „Neugier“ von Alexa McNight

9783862772339_pack_500Genre:     Erotik
Seiten:     256
ISBN:       978-3862772339
Verlag:    blue panther books

Kurzbeschreibung (Klappentext):

Neugier ist das Verlangen, Neues zu erfahren und Verborgenes kennenzulernen.

Ein flüchtiges, zufälliges Telefonat und die NeuGier ist geweckt …

Kate braucht Sex!
Und Jackson will nur Sex!

Aus dem ersten Seitensprung mit verbundenen Augen wird eine leidenschaftliche Affäre mit ungewissem Ende …

Mein Leseeindruck:

Ich habe in den letzten Monaten wirklich viele Bücher von blue panther books gelesen, scheinbar habe ich meine zweite Phase, was die erotische Literatur angeht. Und nein, sie wurde nicht von Shades of Grey geweckt ^^ „NeuGier“ ist meiner Meinung nach der beste Erotikroman dieses Verlages, direkt gefolgt von „HexenLust 2“. Warum das so ist? Dann hört euch mal meine Lobeshymnen an 😉

Zunächst ist die Protagonistin Kate eine Goldschmiedin und fertigt ganz zauberhaften Schmuck an (zum Beispiel mit Eidechsen ;-)). Da bin ich schon ganz neidisch geworden, weil ich selbst nicht die nötige Fingerfertigkeit und Kreativität besitze, aber auch, weil es einfach mal ein faszinierender Beruf ist (erster Pluspunkt). Kate verwählt sich und hat plötzlich den wildfremden Jackson an der Strippe. Zu Beginn weiß sie noch nicht viel mit ihm anzufangen, aber er fasziniert sie immer mehr und sie schreiben sich zunächst jede Menge sms, Telefonieren auch ab und zu und verabreden sich dann auch zu einem blind date. Viel verraten will ich nicht, ihr müsst es schon selbst lesen. Empfehlen kann ich das Buch nur jedem, der etwas für eine interessante Romanze, gespickt mit vielen erotischen Szenen, übrig hat. Alexa McNight lässt Kate in die Musik von Jackson eintauchen und so habe ich die Liebe für Zaz entdeckt (zweiter Pluspunkt). Witzigerweise hat meine Mitbewohnerin sogar einige Alben auf Lager. Schau mal einer an 😉

Für einen erotischen Roman ist „NeuGier“ recht anspruchsvoll, nicht nur platt und pornographisch („hui, ich bin geil, da ist ein Kerl, ich zieh mal mein Höschen aus und bitte nimm mich hart“), sondern geschmackvoll ausgestaltet. Die Sprache ist witzig und anschaulich und es gibt auch die eine oder andere äußerst witzige Szene, z.B. wenn Jackson sich bei seinem Bruder ausheult, aber felsenfest behauptet, er würde nichts für Kate empfinden. Sein Bruder David nimmt den liebeskranken Jackson recht gelassen. Sehr witzig sind aber auch die vielen sms zwischen Jackson und Kate. (noch einen Pluspunkt für den Humor).

Der letzte Pluspunkt geht an die Autorin selbst. Ich habe das Buch in einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen und es war eine der unterhaltsamsten Leserunden, die ich seit langem hatte. Eigentlich müsste es immer schön sein, sich mit der Autorin (bzw. dem Autor) auszutauschen, aber auch da hatte ich nicht immer gute Erfahrungen. Manche können nicht gut mit Kritik umgehen oder scheinen mir recht steif in ihren Antworten. Mit Alexa McNight war der Austausch sehr witzig, die Leserunde dadurch ungeheuer unterhaltsam und ich kann es auch kaum erwarten, mir ihr nächstes (vorheriges) Werk „SehnSucht“ zur Hand zu nehmen, da mich der Schreibstil wirklich sehr überzeugt hat.

Zu viele Lobeshymnen meint ihr? Ich glaube nicht! Bei der ganzen erotischen Literatur, die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe, besticht „NeuGier“ in jeder Rubrik, die mir wichtig ist: Handlung, Humor, Erotik, Gefühl und Einfallsreichtum. Ich danke Alexa McNight für die tolle Leserunde und denke, dass ihr von mir bald die nächste Rezension zu „SehnSucht“ lesen werdet (fallls ich die erotische Literatur nicht doch irgendwann über haben werde ^^).

66666 (5 von 5 Geistern singen und tanzen zu Zaz und haben Kates Geschichte gespannt mitverfolgt!)