Rezension zu „My favorite Mistake – Der beste Fehler meines Lebens“ von Chelsea M. Cameron

„Ich kletterte aus Hunters Bett und streckte mich. Es fühlte sich an, als sei ein kleines Stück Glück zerbrochen und auf den Boden zerfallen. Ich ließ es dort zwischen meinen Kleidern und Büchern liegen und lief ins Bad, um zu … Weiterlesen

Rezension zu „Multiplayer – Gefährliches Spiel“ von Jannis Becker

Mit verdoppelter Wut drang sie auf ihren Gegner ein, nutzte eine kürzlich erworbene Spezialfähigkeit namens „Heimtückischer Stoß“ und trieb beide Dolche gleichzeitig in seinen gepanzerten Wanst. Die schwere Rüstung gab nach, die Eisenplatten zersprangen, und helles Blut sprudelte hervor. Genre:  … Weiterlesen

Rezension zu „Metamorphose am Rande des Himmels“ von Mathias Malzieu

Cover Metamorphosen„Mach die Augen zu, Tom Cloudman“ flüstert sie. Ich gehorche und stelle mir die Vogelfrau vor. Ich bin wieder in ihrem Nest. Ihre Finger ergreifen mich und versetzen mich sanft in Aufruhr. Meine Finger ertasten ihren Körper, sie führt meine Hände zu den Stellen, die sie gerade eben mit Federn bedeckt hat. Das Placebo wirkt gut. Ich möchte ihr eine flammende Liebeserklärung machen. Wie früher bei meinen Stunts wage ich den Sprung ins Nichts.

Genre:     Roman, evtl. Fantasy
Seiten:     160
ISBN:       978-3570585207
Verlag:    carl’s books

Kurzbeschreibung (Klappentext):

Tom Cloudman, Hobby-Stuntman mit Leidenschaft fürs Fliegen, ist unheilbar erkrankt. Doch den Traum vom Fliegen gibt er nicht auf. Nachts schleicht er sich aufs Krankenhausdach und begegnet dort Endorphina, einer geheimnisvollen Frau, die Federn trägt und Fliegen kann. Sie macht Tom einen einzigartigen Vorschlag um ihn von seiner tödlichen Krankheit zu befreien…

Mein Leseeindruck:

Wie auch der erste Roman von Malzieu „Die Mechanik des Herzens“ besticht der Roman von Matias Malzieu mit seiner malerisch makaberen Sprache. Der „Stuntman“ Tom >Häma-Tom< Cloudman ist eigentlich nur ein kleiner Junge, der den Nervenkitzel sucht und überrascht die Menschen mit immer gefährlicheren Stunts. Dabei reist er in seiner selbstgebastelten Seifen-Kiste in Sargform von Ort zu Ort. Die Stunts und seine Verletzungen passieren aber in einer schwindelerregenden Häufigkeit (viel zu viele Knochenbrüche, denn „Häma-Tom“ ist gleichzeitig der wohl schlechteste Stuntman, den die Welt je gesehen hat), zumal er nicht in einem Ort bleibt. Man darf bei Malzieu aber nicht zu sehr auf solche Details achten, war doch im Vorgänger das Herz eine Kuckucks-Uhr. Malzieu scheint eine Vorliebe für die Liebesgeschichten kleiner kranker Jungen zu haben, die trotz ihrer Leiden zum Mann heranwachsen und die erste Liebe erleben.

So auch Tom, der nach seinem letzten großen Stunt in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Er hat einen Tumor, den er als „rote Beete“ bezeichnet und der sich langsam durch sein Innerstes frisst. Davon will sich Tom aber nicht unterkriegen lassen, denn in der Klinik ist ein kleiner Junge, den die Leukämie auszehrt und für den Tom der große Held ist. Eine herzzerreißende Geschichte, will Tom doch nichts als raus aus dem Bett, hinaus in die Welt – Fliegen will er. Da ist es nicht verwunderlich, dass er auf die Vogelfrau „Endorphina“ trifft –> wie man in meinem Zitat oben sehen kann, ist der Name Programm. Die Liebesgeschichte ist wiederum sehr makaber, man versucht sich seinen eigenen Traum zu spinnen, denn es ist nicht mehr sicher, was von Endorphina der Wirklichkeit entspricht, oder ob Malzieus Werk eine einzige große Metapher für die Freiheit ist bzw. für das Leiden.

Wie schon auf dem Cover zu sehen (eine sehr schöne Endorphina übrigens, besser hätte ich sie mir nicht vorstellen können!) ist Rot eine sehr dominante Farbe im ganzen Werk. Rot wie das Blut des jungen Stuntmans, Rot wie die rote Beete, Rot wie die Liebe, Rot wie die Flügel, man könnte sogar sagen, Rot wie die traurige Erlösung. Besser als schwarz, aber das ist auch eine merkwürdige Geschichte. Das Werk irgendwie zu beschreiben, fällt mir ziemlich schwer, da muss sich schon jeder selbst ran trauen. Falls Interesse besteht, ich habe beide hier neben mir herumliegen ;-P

Mathias Malzieu hat es geschafft einen farbenfrohen und makaberen Roman um ein sehr heikles Thema zu winden, voller Metaphern, die man sich so zurecht denken kann, wie man es für das eigene Leseempfinden für richtig hält. Ich bin mir sicher, wenn ich in einem Jahr beide Romane nochmals lese, werden mir ganz andere Dinge auffallen und die Geschichte wird mir entweder noch tragischer oder aber viel liebevoller und hoffnungsfroher vorkommen. Bei Malzieu ist alles möglich und ich bin gespannt, was er als nächstes für uns bereit hält!

4 Geister(4 von 5 Lesegeister – der fünfte hat sich geweigert,
weil er lieber etwas fröhliches lesen möchte)