Rezension zu „Agentur der bösen Mädchen“ von Lotte Kinskofer

Genre:     evtl. Chick Lit Seiten:    256 ASIN:       B00EOO6AW0 Verlag:    hey! publishing Verlag Kurzbeschreibung Mieten Sie die Frau Ihrer Alpträume! – Drei Freundinnen gründen eine Agentur der etwas anderen Art: Hier lernen Männer den richtigen Umgang mit Frauen, die … Weiterlesen

Rezension zu „Anwaltshure #4“ von Helen Carter

Genre:     Erotika149c62eaf31e0925c466d67914092a5
Seiten:    192
ISBN:       blue panther books
Verlag:    978-3940505491

Kurzbeschreibung:

Eine Hure aus Leidenschaft, ein charismatischer Anwalt und ein egozentrischer Sohn …

Der vierte Teil und das spannende Ende mit Emma, George & Derek inmitten von Reichtum, Sex, Zuneigung, Wollust, Eifersucht und Liebe …

Eines können wir Ihnen versprechen: Das Finale wird Sie überraschen!

Mein Leseeindruck:

Vielleicht sollte ich noch etwas weiter ausholen: ich habe mit dieser Reihe angefangen, weil ich die Thematik für einen Erotikroman ziemlich spannend fand, wenn auch nicht neu. Das verarmte Mädchen, was in London die Miete nicht bezahlen kann und von einer erfolgreichen Anwaltskanzlei als Mädchen für alle Fälle eingestellt wird. Sprich als Hure. Sie soll die Kunden ordentlich aufmischen, hat Spaß am Sex und liebt teure Designerklamotten. So weit, so gut. Wenn sie sich nur in den Staranwalt oder nur in seinen Sohn verliebt hätte, wäre das ganze auch in Ordnung gewesen. Vielleicht etwas abgedroschen, aber durchaus lesbar. Zur Zeit ist ja jeder Erotikroman ein billiger Abklatsch des sowieso schon billigen Shades of Grey, so why not.

Allerdings ist die Handlung zwar linear, aber bis zu ihrem finalen Ende einfach nur sinnlos. Der Boss, George McLeod hat bereits im ersten Teil klar gemacht, wie skrupellos er ist und dass er kein weitergehendes Interesse an unserer kleinen Anwaltshure hat. So zu tun, als ob sie sich bei seinem ganzen Verhalten in ihn verlieben könnte, war schon mal lächerlich. Und diese Lächerlichkeit über vier Bände zu ziehen, war ein sinnloses und unglaubwürdiges Unterfangen. Die Story um seinen Sohn Derek war da schon etwas glaubwürdiger, obwohl er sie die ganze Zeit wie Dreck behandelt. Gut, da haben Vater und Sohn etwas gemeinsam, dennoch ist Derek der Sympathieträger der beiden.

Weiß der Leser schon in Band 1, wo es wohl hingehen wird, fällt dem dummen Mädchen aber erst in Band 4 auf, dass sie sich in Derek verliebt hat. Dort aber auf jeder zweiten Seite. Ständig wird ihr nun bewusst, dass sie Derek liebt und ihn wirklich haben muss.

„In diesem Moment wusste ich so klar und sicher wie nie zuvor: Ich wollte Derek! Und ich wollte ihn um jeden Preis.“ S. 156

„Ich liebte ihn, wie ich nie zuvor einen anderen Mann geliebt hatte. Egal, was er mir angetan hatte, wie er mich behandelt hatte … ich liebte ihn. Und es erschien mir wie schwärzester Hohn, dass ich ihn gerade in jenem Moment verloren hatte, da ich mir über diese Gefühle klargeworden war.“ S. 170

Da denke ich mir doch, das hast du vor einigen Seiten erst gedacht, ist das jetzt schon wieder eine neue Erkenntnis? Hast du Gehirnschwund? Wie oft willst du es noch „endlich“ oder „plötzlich“ erkennen? Hat die Autorin ihr Buch eigentlich gelesen oder sonst irgendwer, und ist niemandem aufgefallen, dass sich die Phrasen, Sexszenen und Dialoge ständig wiederholen?

Wie gesagt, die Idee der Reihe fand ich eigentlich ganz gut, nach Band 3 hätte man auch ein grandioses Ende mit ein paar gepfefferten erotischen Szenen zaubern können. Leider waren die Szenen nur eine Aneinanderreihung von Partys, bei denen die Protagonistin mit jedem vögelte und irgendwie immer genau die selben Handlungen und Beschreibungen vollzog, wie auch in der letzten und in der davor und in der davor… [beliebig fortsetzbar]

Alles in allem ist dies der schlechteste Band in der Reihe und zum Glück auch der letzte. Helen Carter scheint einfach ein paar kurze Szenen geschrieben zu haben, diese in einen Topf geschmissen und nach Zufallsprinzip aneinander gereiht zu haben. So einen lieblosen und langweiligen Erotikroman habe ich noch nie gelesen. Oder es verdrängt. Was aber an meiner Meinung nichts ändert.

2 Geister(2 von 5 Bewertungsgeister haben bis zum Ende durchgehalten und wurden maßlos enttäuscht)

Rezension zu „Der Altmann ist tot“ von Frl. Krise und Frau Freitag

978-3-499-25111-5.jpg.631746Genre:     (humorvoller) Krimi
Seiten:     303
ISBN:       978-3499251115
Verlag:    rororo/ rowohlt

„Kurzbeschreibung“:

Pflichtlektüre!

«Setzt euch alle mal hin. Ich muss euch was Wichtiges sagen: Der Altmann ist tot.»
«Wie, tot?», fragt Rosa.
«Na, mausetot. Aus, Ende, finito», antwortet Oszan.
«Herr Fischer hat gesagt, er sei eine Treppe runtergestürzt.»
«Wie, Treppe? Welche Treppe?», fragt Rosa, in deren Hirn es offensichtlich mächtig rattert.
«Bestimmt die behinderte Treppe in Haus B. Ich schwöre, die ist voll Todestreppe. Mieses Teil!», sagt Fuat wichtig.
«Unfall … tzzzz», sagt nun Emre. «Das war bestimmt Mord!»

Als wären die Tage an der Berliner Problemschule nicht schon abenteuerlich genug, kommt nun auch noch der Mathelehrer Altmann auf mysteriöse Weise ums Leben. Da stimmt doch was nicht, denken die Kolleginnen Frl. Krise und Frau Freitag: Musiklehrerin Johanna Schirmer postet überraschende Details über ihre Affäre mit ihm, die Cousins einer türkischen Schülerin hatten Rache geschworen, seine sehr junge, sehr schwangere Witwe versteht sich etwas zu gut mit ihrem Powerplate-Trainer, und Schüler Hikmet hat eine Rechnung zu begleichen.
Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln – und das alles neben dem ganz alltäglichen Schulwahnsinn.

Mein Leseeindruck:

Schon seit Längerem habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Wie ihr vielleicht wisst, habe ich immer mal einige Zitate aus dem Buch von Frau Freitag zum Besten gegeben und mir hat der locker, flapsige Schreibstil eigentlich gut gefallen. Auch auf den Blogs von Frau Freitag und Frl. Krise habe ich mich einige Male rumgetrieben und seither immer mehr Interesse an Lehrerblogs entwickelt. Als ich dann gesehen habe, dass die beiden gemeinsam einen Krimi rausbringen, in denen die zwei Charaktere ermitteln, musste ich mich sofort darauf stürzen und hatte auch das Glück, in der Leserunde von LB mitmachen und ein Rezensionsexemplar gewinnen zu können.

Nach dem Lesen bin ich nun mittlerweile etwas geteilter Meinung, aber eins nach dem anderem! Der Schreibstil ist immer noch locker, die Sprache salopp, wenn auch nicht immer treffend. Krise und Freitag verfallen des öfteren in Jugendsprache wie „krass“, „echt jetzt“, „hä“, was auf die Dauer ein merkwürdiges Bild hinterlässt, manchmal schon fast gezwungen. Gut gefallen haben mir in der Regel die Erzählungen über den Schulalltag mit den Schülern,

„Meine Klasse ist eigentlich süß. Die holen brav ihre Stifte raus und fangen an zu zeichnen. Wird nicht viel bei rauskommen, na ja, ist auch nicht schlimm, man kann einfach nicht immer so anspruchsvoll sein, dann hält man nicht jahrzehntelang durch und bekommt ein Burnout.“

man kommt sich so vor, als wäre man an eine Schule versetzt mit 100% Ausländeranteil, die Hälfte spricht nur gebrochen deutsch, wenn sie überhaupt mal genug Bock für die Schule haben, und dort machen sie auch nie, was sie sollen. Da hat man es als Lehrer wirklich nicht leicht. Ob es wirklich an manchen Schulen so schlimm ist, kann ich nicht einschätzen, bin da mit meinem Gym und meinen Schülern wohl reichlich verwöhnt!

Gefragt habe ich mich ab und zu, ob die zwei Lehrerinnen bei den ganzen Ermittlungen, dem Rumspionieren und den konspirativen Kaffee-Klatsch bei Onkel Ali überhaupt noch zum unterrichten bzw. zur Unterrichtsvorbereitung kommen, aber das muss man an dieser Schule sowieso relativ sehen. Onkel Ali ist übrigens ein absoluter Knaller, türkischer Berliner oder berlinisierter Türke? Wirklich großartig, obwohl er mir mit den Weibern manchmal ganz schön leid tat!

Ernsthaft gestört haben mich allerdings zwei Dinge: Zum einen der merkwürdig abgehackte Stil (kann das kaum beschreiben), der für kein angenehmes und flüssiges Lesempfinden gesorgt hat. Ich war immer recht froh, wenn ich einen Leseabschnitt „geschafft“ hatte. Zum anderen sind mir die beiden richtig unsymphathisch geworden. Sie wissen alles besser, über jeden Kollegen kann man etwas schlechtes erzählen bzw. sich in irgendeiner Form erheben, die Schüler sind eh alle blöd, faul oder sonstwas, die Lebenspartner werden so eingesetzt, wie man sie gerade brauchte und Onkel Ali wird für die Pläne auch mal richtig ausgenutzt. Witzig, spritzig und sarkastisch sollten Krise und Freitag wirken, aber am Ende war ich dann doch etwas genervt. Und auch wenn eine Fortsetzung angedeutet wird, so werde ich wohl erstmal nix von Frl. Krise und Frau Freitag lesen, da ich am Ende wirklich ein wenig die Nase voll hatte von der ganzen ach so spritzigen Wichtigtuerei.

Der Kriminalfall selbst war originell, auch wenn es mir eher so vorkam, als wäre das lediglich der Aufhänger, um den Humor des Duos weiter zu verbreiten. Aber da muss sich jeder ein Bild machen. Hier noch ein kleines Zitat der beiden Ermittler:

„Wir besichtigen die Mülltonnen, oder was?“

„Mann, Frl. Krise, hast du noch nie <Tatort> gesehen? Wir gucken uns um, und dann finden wir irgendwas, und das tun wir dann in diese Plastiktüte, hier.“

„Hahaha, Alditüte! Im Fernsehen haben die aber immer kleine Gefrierbeutel. Hast du auch so weiße Anzüge dabei?“

„Nee, aber hier, ich habe in der Apotheke diese Gummihandschuhe gekauft. Nicht, das …“

„Das glaube ich jetzt nicht, Frau Freitag! Gummihandschuhe! Eine Taschenlampe wäre vielleicht sinnvoller gewesen! Ist stockdunkel draußen!“

„Scheiße, du hast recht. Eine Taschenlampe wäre gut gewesen…“

3 Geister(3 von 5 Bewertungsgeister haben mit mir bei Frau Freitag und Frl. Krise die Schulbank gedrückt, der Rest hat geschwänzt)

Rezension zu „Die Angst im Spiegel“ von Simone Ehrhardt

Genre:     Thriller mit Mysteryelementen Die_Angst_im_Spiegel_
Seiten:     226
ASIN:       B00BKAX7WM
Verlag:    bookshouse

Kurzbeschreibung:

Ein Blick in den Spiegel jagt Corinna Schauder über den Rücken. Wer ist der gebeutelte, alte Mann, der sie anstarrt?

Seit Jahren zerstören Panikattacken Corinnas Leben. Erschreckende Visionen und Albträume lassen ihr Dasein nach dieser Begegnung mehr und mehr zur Hölle geraten. Sie befürchtet, endgültig den Verstand zu verlieren, und ihr Mann hält sie für verrückt, als sie behauptet, der Greis existiere wahrhaftig. Doch sie ist ihm bereits begegnet: in ihren Furcht einflößenden Träumen!

Corinna sieht nur noch eine Chance. Sie muss den Spuren folgen, die ihre Visionen ihr weisen. Ein Wagnis, das ihr alles abverlangt und sie einem grausamen Geheimnis näher bringt.

Mein Leseeindruck:

Die Handlung wechselt zwischen dem Alltag der von Angstzuständen geplagten Corinna und den Erinnerungen eines gewissen Achim, welche Corinna in ihren Träumen miterlebt. Diese spannungsgeladene Abwechslung der Handlungsorte und Zeiten hat mich ziemlich neugierig gemacht und ich konnte mir absolut keinen Reim darauf machen, wie das alles möglich ist und was eigentlich für eine Verbindung dahinter steckt. Letztes werde ich auch nicht verraten, sonst nehme ich euch ja den ganzen Spaß 😉

Die eigentliche Handlung brauchte dann ein wenig, um in Fahrt zu kommen, da Simone Ehrhardt neben Mystery und Thriller einen dritten Schwerpunkt auf die Angstzustände und Panikattacken von Corinna gesetzt hat und diese einen großen Raum in den ersten Kapiteln einnehmen. Die Gefühle und Empfindungen wurden gut beschrieben, ich konnte mich in Corinna gut hineinversetzen und mit ihr fühlen. Einzig gestört hat mich die Beziehungskrise zwischen Corinna und ihrem Mann Thorsten. Die beiden drehten sich irgendwann in einem Kreis der gegenseitigen Schuldzuweisungen. Das liegt aber auch daran, dass ich einfach nicht gerne über Beziehungsprobleme lese (davon habe ich genug in meinem Alltag). Aber es wirft ganz gut Fragen und Konflikte auf, die sehr lebensnah sind: was ist, wenn ein Partner an einer Angststörung leidet, depressiv wird und überhaupt nicht mehr die Person zu sein scheint, die man geheiratet hat? Wie geht man damit um? Wann hört man auf, über Probleme zu sprechen und schweigt sie lieber tot? Wer kann einem in einer solchen Situation überhaupt helfen?

Ab der Mitte kam die Handlung dann ins Rollen, die beiden machten sich auf die Suche nach dem mysteriösen Achim aus Corinnas Träumen und bemühten sich mehr oder minder erfolgreich darum, ihre Ehe zu retten. Ich kann so viel verraten, das am Ende alles aufgelöst wird und es sogar einen kleinen Cliffhanger gibt, nämlich eine Organisation, die sich mit solchen Mysterien und Phänomenen auseinandersetzt.

Alles in allem ein spannender und umfangreich recherchierter Thriller, der sich das Thema Angstzustände, Panikattacken und Depressionen sehr zu Herzen nimmt. Da solche, ich nenne es mal „Erkrankungen“, leider viel zu häufig vorkommen, kann ich nur jedem empfehlen, sich damit zu beschäftigen, damit man ggf. emphatisch damit umgehen kann. Ein Zuckerschlecken ist das nämlich nicht!

6666 (4 von 5 Bewertungsgeister – zwei haben sich in eine Beziehungskrise gestürzt, woraufhin einer uns verlassen hat)