Rezension zu „Das Rushing Woman Syndrom: Was Dauerstress unserer Gesundheit antut“ von Libby Weaver

Genre:           Ratgeber
Seiten:           280
Verlag:           TRIAS
ISBN:            978-3432104331
Preis:              19,99€

                            Inhalt:

Vom to-do zum to-enjoy!
Die Kinder zur Schule bringen, rechtzeitig gut zurechtgemacht zum Meeting im Büro sein, bloß nicht den Arzttermin nach der Arbeit vergessen und abends wollte man sich eigentlich mal wieder mit der besten Freundin treffen – haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Ihr Tag einer einzigen endlos langen to-do-Liste gleicht? Dass Sie fleißig darum bemüht sind, alles unter einen Hut zu bringen, sich selbst bei all der Hetze aber völlig aus dem Blick verlieren? Viele Frauen kennen das – aber hinterfragen wir auch, was das eigentlich für Körper und Seele bedeutet? Die Biochemikerin Dr. Libby Weaver, Bestseller-Autorin aus Australien, erklärt, welche gesundheitlichen Folgen unser Lebensstil hat und gibt wertvolle Impulse, wie wir aus dieser Spirale herausfinden. Erfahren Sie, wie sich der Dauerlauf im Hamsterrad auf unser Seelenleben auswirkt, aber vor allem auch welche fatalen biochemischen und hormonellen Prozesse er in unserem Körper auslöst. Entdecken Sie, warum Dinge wie PMS oder Verdauungsbeschwerden eng damit verknüpft sind, was wir uns täglich auflasten – und finden Sie mit den empathischen und alltagsnahen Lösungsansätzen von Dr. Libby zu mehr Gelassenheit!

Mein Leseeindruck:

Da ich täglich mehrere To-Do-Listen pflege und das Gefühl habe, mehr Dinge gleichzeitig machen zu wollen, als gut für mich ist, denke ich, dass auch ich zu den Rushing-Woman gehöre. Außerdem haben sich über die letzten Jahre einige körperliche Veränderungen bemerkbar gemacht, von denen ich weiß, dass sie stressbedingt sind. Da ich aber keine Medikamente zur Unterdrückung nehmen möchte, sondern mich eher bemühe, an der Wurzel bzw. Ursache meiner Leiden zu arbeiten, kam mir das Buch gerade recht, denn Libby Weaver zeigt nicht nur auf, was Stress dem menschlichen Körper antut, sondern präsentiert auch einige Lösungsmöglichkeiten.

In ihrem Buch bespricht sie das Nervensystem, die Hormone – dabei geht sie sowohl auf die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ein, als auch die Sexualhormone einer Frau – weiterhin die Funktion der Schilddrüse und das Verdauungssystem. Was sie dabei aufzeigt, fand ich überzeugend und habe mich in einigen Punkten wiedergefunden. Zwar habe ich keine Probleme mit der Schilddrüse, allerdings spüre ich, dass meine Hormone im Ungleichgewicht sind – zu spüren an Herzrasen in Stresssituationen und Menstruationsbeschwerden.

Sie führt zum Beispiel die klischeehafte dauergestresste Frau auf, die sich den ganzen Tag mit Kaffee auf den Beinen hält und Abends mit Alkohol abschaltet. Vom Stress einmal abgesehen versetzt der Kaffee den Körper immer wieder in eine Kampfsituation und wir schütten Stresshormone aus. Dies ist ihrer Meinung auch der Grund, warum auch schlanke Frauen bei gleichbleibender Ernährung zunehmen – man ist im Überlebensmodus und der Körper lagert ein. Der zusätzliche Alkohol tut sein Übriges und erhöht zudem noch das Brustkrebsrisiko. Beides bekämpft lediglich die Oberfläche bzw. Auswirkungen, nämlich der Kaffee die Müdigkeit und der Alkohol die Angespanntheit – an die Wurzel, nämlich den Stress, geht es dabei nicht.

Auch wenn mir das Buch generell zu sehr auf Kaffee und Alkohol gepolt war – Libby Weaver ist selbst Beraterin und spricht möglicherweise aus Erfahrung – steckt dahinter sicherlich etwas Wahres. Ich habe seitdem auf meine zweite Tasse Kaffee verzichtet (davon habe ich Nachtmittags auch manchmal Herzrasen bekommen) und Alkohol trinke ich generell selten. Dann geht sie noch auf den bekannten Schlafmangel ein, von dem auch ich betroffen bin. Seit ich denken kann, schlafe ich nachts schlecht ein. Da ich immer so 1-2 Stunden wach liege, habe ich mir angewöhnt, die Nacht mit Freunden oder meinem Partner zu schreiben oder zu verbringen (je nach Situation), Videos bei YouTube oder Filme zu schauen oder ein Buch zu lesen. Ist nur blöd, wenn man 1 Uhr immer noch wach ist und um 6 der Wecker klingelt. Libby Weaver hat dahingehend bei mir voll ins Schwarze getroffen, denn sie meint, dass gegen 22-22.30 Uhr noch mal ein Stresshormon ausgeschüttet wird, was uns dann wach hält. Sie empfiehlt daher bereits vor 22 Uhr ins Bett zu gehen. Das war mir zwar ultra früh und auch irgendwie ein wenig peinlich, aber oh Wunder, ich schlafe jetzt in der Regel vor 23 Uhr ein und bin, wenn nicht gerade um 6 der Wecker bereits der Wecker klingelt, immer zwischen 6 und 7 Uhr wach. Wer hätte das gedacht? Ich fühle mich super ausgeschlafen und starte motiviert in den Tag.

Weiterhin empfiehlt sie meditative Entspannungsübungen und ich werde mich demnächst näher mit Yoga befassen – schließlich weiß ich jetzt schon, dass das neue Schuljahr extrem stressig sein wird und ich wenige Wochen nach den Sommerferien wieder den altbekannten Erschöpfungszustand verspüren werde. Daher möchte ich bis dahin gerüstet sein!

Natürlich wird auch auf andere Stressursachen eingegangen – bei mir ist die Ursache zum Teil beruflich (da kann man sicher noch an einigen Einstellungen drehen) und zum Teil emotional. An den Ursachen muss ich definitiv noch arbeiten und dabei kann mir Libby Weaver nicht helfen. Alles in Allem denke ich aber, dann man sich in den Buch gut wieder finden kann und bereits an einigen Stellschrauben drehen kann. Ich glaube, dass weit mehr körperliche Probleme auf Stress zurückzuführen sind und dass wir uns viel mehr darum bemühen sollten, daran zu arbeiten, als irgendwelche Medikamente gegen die Auswirkungen zu schlucken. Ich hoffe, dass ich meinem Ziel etwas näher gekommen bin und kann dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen!

(4 von 5 Bewertungsgeister sind durch Koffeinverzicht und Yoga ziemlich
ausgeglichen geworden. Der letzte hat schon vorher auf sich geachtet und
weiß immer noch nicht, warum er so gestresst ist.)

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