Rezension zu „Kuss der Lüge“ von Mary E. Pearson

Genre:           Jugendbuch, Fantasy
Seiten:           560
Verlag:           Bastei Lübbe (One)
ISBN:            978-3846600368
Preis:              18,00€

                       Inhalt: 

Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen …

Mein Leseeindruck:

Lia ist eine Prinzessin und flieht mir ihrer Zofe bzw. besten Freundin in deren Heimatsort – ein kleines Fischerdorf. Eigentlich sollte sie einen Prinzen heiraten, doch Lia hält weder etwas von der vorgeschrieben Heirat, noch von den Zwängen bei Hof – sie kennt nicht einmal ihren zukünftigen Gemahl und vermutet das schlimmste. Um in Deckung zu bleiben, arbeiten die beiden jungen Frauen als Schankmädchen in einer Gaststube und müssen ordentlich anpacken – ohne zu zagen. Mir hat dieser Einstieg richtig gut gefallen, denn es war weder überdramatisch noch hat die Heldin die ganze Zeit rumgezickt – was bei Jugendbüchern leider immer häufiger der Fall war. Lia bemerkt allerdings nicht, dass zwei junge Männer sie gesucht und gefunden haben – Rafe und Kaden. Einer von beiden ist der Prinz, der einen Zugang zu der Situation sucht und der andere ein Attentäter, der es auf die Prinzessin abgesehen hat. Jaaaa, wer hier eine Dreiecksgeschichte vermutet, der liegt nicht ganz falsch, aber auch diese fand ich nicht so platt, wie ich es zu Beginn befürchtet hatte. Statt dessen ist „Kuss der Lüge“ für mich ein gut geschriebenes Fantasy-Jugendbuch, was mich besonders durch die Atmosphäre überzeugt hat. Die Autorin hat auf viele Details geachtet, wie es in der Schänke zugeht, wie man sich wäscht, selbst die reifen Brombeeren konnte ich fast riechen. Es war ein ganz wunderbares Mittelalter-Feeling, was ich so bei einem Jugendbuch nicht erwartet hätte und was mich absolut in seinen Bann gezogen hat.

Insgesamt vergebe ich 4-4,5 Sterne, da mich diese Geschichte mit Rafe und Kaden insgesamt schon ein wenig gestört hat – v.a. der Aufbau und die Auflösung. Außerdem Lias Naivität – sie gibt sich so viel Mühe um ihre Spuren zu verwischen und dann wundert es sie gar nicht, dass das halbe Dorf über ihre Identität Bescheid weiß, ein anderer Attentäter sie angreift, ein Priester sie erkennt, ihr Bruder sie findet … Diese Naivität passte überhaupt nicht zu der Vorsicht, die Lia und Pauline zu Beginn an den Tag legten. Insgesamt aber ein tolles Buch und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!

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