Rezension zu „Rache und Rosenblüte“ von Renée Ahdieh

Genre:           evtl. Märchenadaption, Roman, Jugendbuch
Seiten:           432
Verlag:           one
ISBN:            978-3846600405
Preis:              17,00€

                 Inhaltsangabe:

Einhundert Leben für das eine, das du nahmst. Ein Leben bei jedem Sonnenaufgang. Gehorchst du auch nur an einem einzigen Morgen nicht, nehme ich deine Träume von dir. Ich nehme deine Stadt von dir. Und ich nehme von dir dieses Leben tausendfach.
Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass diese Last ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Und so verlässt Shahrzad den Palast. Sie verlässt Chalid. Aber kann sie einen Weg finden, ihre große Liebe nicht zu verlieren? Und kann sie verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben?
 ……….

Mein Leseeindruck:

„Rache und Rosenblüte“ ist der zweite und abschließende Band nach „Zorn und Morgenröte“. Die Geschichte im ersten Band orientiert sich zu Teilen an dem Märchen von Tausendundeiner Nacht, weicht dann aber immer mehr davon ab und hat im zweiten Band, bis auf den fliegenden Teppich, eigentlich nichts mehr mit dem Märchen zu tun. Grob am Märchen orientiert geht es im ersten Band um den Kalifen Chalid, der als sehr grausam gilt, weil er jeden Tag ein anderes Mädchen heiratet, das im Morgengrauen sterben muss. Nachdem Sharzad dadurch ihre beste Freundin Shiva verloren hat, meldet sie sich freiwillig und will den Tod von Shiva rächen. Doch dann verliebt sie sich in den Kalifen und erfährt auch das schreckliche Geheimnis hinter dem grausamen Töten…

Im zweiten Band gab es dann hauptsächlich zwei Probleme für das Paar zu lösen: Den Grund für Chalids Tötungen beseitigen (ich will ja nicht spoilern) und einen drohenden Krieg zu verhindern, denn es gibt verschiedene Parteien, die Chalid töten bzw. stürzen wollen. Ich war daher sehr gespannt darauf, wie Chalid und Shazi diese Probleme lösen werden. Leider standen diese spannenden Fragen nicht immer im Vordergrund und die Geschichte beschäftigte sich viel zu sehr mit den Zickereien und unnötigen Anfeindungen zwischen den Haupt- und Nebencharakteren. Bei Shazi dachte ich noch, dass sie nur im ersten Band ein wenig kratzbürstig war, weil sie sich im Palast nicht wirklich wohlfühlte und ja sowieso nur Chalid töten wollte. Sie ist aber wirklich eine egozentrische und zickige Giftspritze – meistens sogar grundlos und auch leider nicht als einzige. 3/4 der aufgeworfenen Probleme hätten sich mit sinnvoller und wertschätzender Kommunikation lösen lassen bzw. wäre die Hälfte der Probleme und Streitigkeiten gar nicht erst aufgetreten, wenn die Personen einfach mal logisch nachgedacht und mit dem einen oder anderen geredet hätten. Mir gingen die sinnlosen Streitigkeiten und Fehden unglaublich auf die Nerven und ich habe das Gefühl, dass die ganze Geschichte durch die Streitigkeiten unnötig zerhakt wurde.

Dazu kommen einige Logikfehler, die ich nicht wirklich erklären kann. Es sind ein paar Dinge passiert und es wurden Gespräche geführt, die meiner Meinung nach nicht logisch waren bzw. nicht hätten sein müssen. Außerdem wurden sowohl im ersten, als auch im zweiten Band einige Fäden gesponnen, die Renée Ahdieh irgendwie vergessen hat oder mal so fix auflöste und ich saß dann nur da und dachte „hä“ bzw. „das wars jetzt?“ oder „und was ist jetzt mit dem oder der oder dieser Geschichte?“. Ich habe leider keine Erklärung für das, was ich da lesen musste und ich kann keine Beispiele bringen, weil das alles Spoiler wären. Auf jeden Fall ist der Roman dann plötzlich zu Ende, weil das ganze Drama, das zwei Bände beherrscht hat, einfach in 20 Seiten grob aufgelöst wurde.

Alles in allem für mich ein nicht immer logischer, zum Teil sinnloser Abschluss der tollen Grundidee voller unsympathischer und nerviger Charaktere. Hätte man sich wirklich sparen können – sowohl das Lesen, als auch das Schreiben! 6

(1 von 5 Bewertungsgeister haben die Geschichte überhaupt zu Ende gelesen –
die restlichen vier machen vor lauter Verzweiflung eine Umschulung zum Kommunikationstherapeuten)

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3 Kommentare zu “Rezension zu „Rache und Rosenblüte“ von Renée Ahdieh

  1. Huhu,

    Oh je, das klingt ja mal alles andere als toll. Jetzt bin ich tatsächlich am Überlegen ob ich das Buch noch ein bisschen schieben soll, obwohl es eigentlich eine meiner am meist ersehntesten Fortsetzungen in diesem Frühjahr war. :-/

    Na ich werde mal schauen, aber auf so viel Gezicke hab ich eigentlich grad keine Lust.
    Danke für deine ehrliche und spoilerfreie Rezension.

    Liebe Grüße Ina

  2. Hallo Susen,

    Ich kann mich deiner Meinung voll und ganz anschließen. Ich habe auch häufiger überlegt es abzubrechen, aber habe mich dann doch noch durch die letzten Seiten gekämpft. Schließlich war es ja eine Leserunde.

    Liebe Grüße
    Jenny

    • sehe ich ganz genau so. habe auch oft überlegt, mir das Buch einfach zu sparen. Ich fand es wirklich unnötig und habe keine Ahnung, was das alles sein sollte. Charaktere wurden eingeführt, Shazi hat sich in der Magie geübt – es gab so viele Handlungsstränge, die irgendwie keinen rechten Sinn ergeben haben und mich lässt die ganze Sache einfach nur ratlos zurück *seufz*

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