Rezension zu „Leons Erbe“ von Michael Theißen

e7f8ad2ff98e447fGenre:           Thriller
Seiten:           232
Verlag:         Bastei Entertainment
ISBN:            978-3741300141
Preis:              5,99€

             Inhaltsangabe:

Für Katja bricht eine Welt zusammen, als ihr Sohn Leon bei einem Autounfall ums Leben kommt. Es ist der zweite schwere Schicksalsschlag in kurzer Zeit. Erst vor sechs Monaten ist ihre Schwester spurlos verschwunden. Als Katja nach Leons Trauerfeier einen Anruf erhält, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Notar ist im Besitz einer Kiste, die Leon seiner Mutter vererbt hat. Als Katja die Kiste öffnet, entdeckt sie darin ein Armband, das ihrer Schwester gehörte. Wie ist ihr Sohn in den Besitz dieses Armbandes gekommen? Und warum hat er es bei einem Notar hinterlegt? Was will Leon seiner Mutter aus dem Tod heraus damit sagen? Für Katja beginnt eine Suche nach der Wahrheit – nichtsahnend, dass sie damit die Tür zu einem dunklen Familiengeheimnis öffnet …

Mein Leseeindruck

Ich bin auf „Leons Erbe“ aufmerksam geworden, weil mich der Autor angeschrieben und gefragt hat, ob ich sein Erstlingswerk lesen möchte. Wenn ich mir die Rezensionen bei Amazon so anschaue, hat diese Werbemaßnahme sehr gut funktioniert (einige gehen ebenfalls darauf ein) und es gibt insgesamt schon 60 Rezensionen, mit einem Durchschnitt von 4 Sternen. Insgesamt also ein sehr positiver Eindruck. Ich kann diesen leider nicht bestätigen und habe dies aber erwähnt, weil anderen das Buch scheinbar gefällt und meine Meinung ja nicht das Nonplusultra ist.

Bei der Frage, was mir nicht gefallen hat, weiß ich eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll. Daher beginne ich mit dem, was mir gefallen hat: die Grundidee. Denn genau darum habe ich dem Rezensionsexemplar zugestimmt. Im Vordergrund steht Katja, eine Mutter, deren Sohn Leon vor 1,5 Wochen vom Auto überfahren wurde und deren Schwester vor einem halben Jahr verschwand. Dann bekommt sie von einem Notar ein Kästchen, das ihm Leon ausgehändigt hat und in dem sich das Armband ihrer Schwester/seiner Tante befindet. Wie kann das sein? Wie hängt alles zusammen und wo ist eigentlich Katjas Schwester? Diese Grundidee ist super mysteriös und ich war sehr gespannt auf die Auflösung.

Leider hat mich das Buch dann ziemlich enttäuscht. Zum einen waren mir sämtliche Charaktere unsympathisch und auch Katja hat so merkwürdig gehandelt, dass ich keinen Draht zu ihr gefunden habe. Sie kommt zu Beginn recht träge und überfordert rüber, was bei derartigen Schicksalsschlägen nachvollziehbar ist. Sie bekommt Vorwürfe von ihrem Mann und ihrem Vater, weil sie sich zu wenig um die Aufdeckung der Fälle kümmert und auch ihre Mutter stärkt ihr dabei nicht den Rücken. Plötzlich wird Katja dann aber aktiv, läuft blindwütig durch die Gegend und spricht allerlei Leute an, woraus dann letzten Endes auch eine Spur entsteht. Ihr Vorgehen konnte ich oft nicht nachvollziehen, es war spontan und planlos. Dann findet sie in einem Büro einen Toten, dessen Sekretärin steht unter Schock und sie durchsucht eine halbe Stunde lang das Büro. Dort liegt eine blutüberströmte Leiche, eine Frau steht unter Schock, sie durchsucht einfach alle Schränke und keiner ruft die Polizei. Also Schock hin oder her, aber ihr Verhalten war merkwürdig.

Zudem wird immer mal künstlich eine mysteriöse Spannung erzeugt, weil Katja hier und da Geräusche oder Flüstern hört. Aber völlig willkürlich, dem wird nicht nachgegangen und am Schluss kommt da auch keine Auflösung, also dass sie z.B. unter Verfolgungswahn leidet oder so. Außerdem enden viele Kapitel damit dass Katja mit Leuten ein Gespräch führt und plötzlich kommt ein Satz wie „Aber das ist nicht das einzige, was Leon gemacht hat.“ Dann endet das Kapitel und ein neues beginnt. Ich kam mir vor wie in einer Daily Soap, in der am Folgenende ein Cliffhanger kommt, damit man am Folgetag wieder einschaltet. Bei einem Thriller mit gerade mal 230 Seiten kam mir das leider sehr affig vor. Die Auflösung der ganzen Geschichte war zwar unerwartet, ich konnte mit ihr aber wenig anfangen. Zum einen ergab das ganze, dass eigentlich jeder Dreck am Stecken hat, außer Katja, was schon arg weit hergeholt war und zum anderen sahen viele in dem Buch einfach mal Rot. Also es gab 3 bzw. 4 Gewalttaten von 3 unterschiedlichen Personen und alle haben halt einfach „die Beherrschung“ verloren.

Unter einem Thriller stelle ich mir schon etwas anderes vor, vor allem hat es sich für mich auch sehr gezogen. Ich wurde nicht gethrillt und Katjas Handlungen fand ich entweder merkwürdig, planlos oder langweilig, auf jeden Fall aber nicht spannend. Schade eigentlich!

2 Geister

(2 von 5 Bewertungsgeister haben mit mit Katjas Ermittlungen verfolgt –
die anderen 3 schauten während dessen ein Let`s Play von Gronkh)

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10 Kommentare zu “Rezension zu „Leons Erbe“ von Michael Theißen

  1. Huhu,
    mir ging es mit „Leons Erbe“ ähnlich, es konnte mich nicht wirklich fesseln. Zumal mir Katja’s Reaktionen oftmals auch unüberlegt und unlogisch vorkamen.
    Viele Grüße sendet dir Melli 🙂

  2. Puh, da bin ich ja froh das ich auf meine innere Stimme gehört und es NICHT gelesen habe 🙂
    All die von dir aufgeführten Argumente sind für mich schon ein dickes K.o -Kriterium.
    Danke für Deine Rezension,
    Liebe Grüße
    Ela

      • Huhu!

        Ich hab schon mal eine ähnliche Rezension gelesen, die sehr kritisch war … Ich weiß keine Details mehr, nur dass die Verfasserin geschrieben hat, dass sie die Story sehr an den Haaren herbeigezogen fand. Irgendwas ist da am Anfang mit einem Anwalt?

        Liebe Grüße
        Ascari

  3. Yeah! Puh… und ich dachte, ich wäre die einzige Rezensentin, die das Buch schlecht bewertet hat. Ist ja immer etwas schade für die Autoren, aber man muss ja auch ehrlich bleiben .. sich selbst und anderen Lesern gegenüber

  4. Manchmal wundert man sich… ja. 🙂
    Deine Rezi ist auf jeden Fall total treffend und hochamüsant. „…wird aktiv, läuft blindwütig durch die Gegend, spricht Leute an und irgendwie wird eine Spur draus…“ Ich habe sehr gelacht, weil es wirklich haargenau so war.

    • hihihi – das freut mich! Da fühlt man sich doch gleich nicht mehr ganz so allein 😉 Habe aber wirklich gezweifelt, warum die Rezensionen so bombastisch sind und ich mich die ganze Zeit nur gefragt habe, wie man das so überhaupt schreiben und verlegen kann. Das war einfach nicht logisch …

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