Rezension zu „Geheimnis Nr. 32“ von Timm Milan

81hrZPefzPLGenre:           Kinderbuch
Seiten:           169
Verlag:          Beltz
ISBN:            978-3407821102
Preis:             12,85€

 

                   Inhalt:

Psst! David und Daniel haben allerlei Geheimnisse in Davids Schrebergarten vergraben. Wenn die jemand aus der Schule lesen würde!

Als Geld aus dem Lehrerzimmer geklaut wird, wissen die beiden bereits mehr als die anderen und beschließen, den Dieb zu stellen. Doch dann finden sie etwas ganz anderes heraus … Sollen sie dichthalten und die Sache selbst in die Hand nehmen?

Mein Leseeindruck:

„Geheimnis Nr. 32“ ist ein von der Idee her spannendes Kinderbuch, wobei mir aber die Umsetzung nicht wirklich gefallen hat. Im Vordergrund stehen die zwei Jungen Daniel und David, die in ihrem Umfeld, v.a. in der Schule, immer mal auf Geheimnisse treffen und diese schriftlich festhalten. Die Geheimnisse hüten sie in einer Pringles-Dose. Im Laufe der Geschichte um das 32. Geheimnis werden immer Mal die vorangegangenen Geheimnisse erwähnt oder abgedruckt – manche davon waren auch recht spannend, andere empfand ich eher als Platzhalter. Die Idee mit dem Aufgreifen der vorangegangenen Geheimnisse fand ich aber sehr gut, da ich recht neugierig auf den geheimnisvollen Inhalt der Dose war.

Auch der Fall mit dem Diebstahl der Einnahmen für den Klassenausflug war grundsätzlich spannend. Nebenbei wurden zwei brisante Probleme angesprochen, nämlich Missbrauch bzw. Nötigung und der Umgang von Kindern mit der Scheidung ihrer Eltern. Aber leider wurden die Probleme wirklich nur aufgeworfen, aber nicht wirklich geklärt. Ich habe kein tiefschürfendes Kinderbuch erwartet, aber ich hatte schon das Gefühl, dass das Buch oberflächlich vor sich hin dümpelte und das war bei dem ganzen angesprochenen Potential sehr schade. Das Geheimnis selbst war durchaus spannend, aber die Auflösung durch völlig subjektive Selbstjustiz hat mir leider nicht gefallen und gibt auch kein wirklich gutes Beispiel dafür, wie man Konflikte lösen sollte.

Die Charaktere haben auf mich ebenfalls einen recht oberflächlichen Eindruck gemacht. Wenn mal etwas Tiefe eingeflochten wurde, z.B. ein Konflikt zwischen den Jungen oder eine Lüge, wurde das einfach so geklärt oder abgetan, ohne die Charaktere wirklich arbeiten zu lassen. Das ganze Buch war aus meiner Perspektive also schon etwas seicht, ich fand es weder besonders humorvoll oder spannend, weder pädagogisch wertvoll noch wurde mit den thematisierten Problemen etwas sinnvolles herausgearbeitet. Besonders sympathisch war mir keine der Figuren und so konnte ich nicht wirklich mitfiebern. Potential war also durchaus vorhanden, aber irgendwie ist daraus ein oberflächliches und seichtes Kinderbuch geworden und ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen.

3 Geister

(3 von 5 Bewertungsgeister waren bis zum Ende hin dabei –
die restlichen 2 haben sich in der Pringles-Dose versteckt)

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