Rezension zu „Chaoskuss 1“ von Teresa Sporrer

9783646602531Genre:           Jugendbuch
Seiten:           310
Verlag:          Carlsen
ASIN:            B01CJWYH1Y
Preis:             3,99€

                                          Inhalt:

Das Leben der 17-jährigen May wäre so viel einfacher, wenn sie sich nur mit den typischen Teenie-Problemen herumschlagen müsste. Doch May ist nicht wie die anderen – sie ist eine Hexe. Und trotzdem muss sie an ihrer Schule das normale Mädchen spielen. Immerhin ist sie nicht das einzige übernatürliche Wesen dort, weshalb es neben dem alltäglichen Highschoolwahnsinn auch Stress mit nervigen Vampiren, streitlustigen Walküren oder unzufriedenen Dämonen gibt. Aber dann lädt Noah – ein Mensch! – sie auf eine Halloweenparty ein und plötzlich scheint doch ein bisschen Normalität in Mays Leben einzukehren. Aber nicht für lange…

Mein Leseeindruck:

Bei „Chaoskuss“ fand ich den Klappentext sehr interessant: Hexen, Dämonen, Vampire, Walküren und ein Schuss ägyptische Mythologie sind für mich die Zutaten für eine tolle Geschichte. Leider konnte Terasa Sporrer meine Erwartungen nicht erfüllen.

Was mir an dem Buch auf jeden Fall gefallen hat: Die Grundidee, die Einblicke in die ägyptische Mythologie (gut, ich als Geschichtslehrer habe das sowohl gelernt, als auch unterrichtet, aber schön war es trotzdem), Mays ägyptischer Flughund Kurt, mit dem sie gerne IZombie und Game of Thrones schaut, die Vodoopuppe Albert und das Versprechen eines Krimis.

Was mir dann aber weniger gut gefallen hat: Die Protagonistin May ist eine ziemliche Zicke und misst mit zwei Maß. Wenn sie andere beleidigt oder mobbt, dann ist das in Ordnung, aber wenn sie jemand ärgert, ist das eben ein totales Arschloch. Die inflationäre Verwendung dieses Begriffes fand ich auch nicht besonder berauschend. Dann haben wir noch Noah, der ein ziemlicher Idiot ist und tatsächlich die Bezeichnung Arsch verdient hat (wobei man ihn trotzdem nicht dauernd verwenden muss). Damit die Lovestory aber funktioniert, muss der ja irgendwann netter werden. Solche Sachen finde ich aber recht unglaubwürdig, da er sich wirklich unmöglich aufführt und dann plötzlich von einem Tag auf den anderen nette Dinge sagt. Mir ist einfach nicht ganz klar, wie man plötzlich sein Wesen verändern kann. Schade fand ich außerdem noch, dass ich mich über den Krimi rund um das mysteriöse Mordopfer wirklich gefreut hatte, die Sache dann aber zum Schluss auf einer halben Seite geklärt wurde. Überhaupt wurde am Schluss ganz fix alles zu einem unlösbaren Kampf aufgebaut und genauso plötzlich wieder aufgelöst. Das ging alles viel zu schnell und dadurch ist der ganze Schluss ziemlich verpufft. Wenn man schon Spannung aufbaut, dann sollte man diese auch nutzen und nicht einfach mit der Schere durchschneiden und den Leser damit zurücklassen. Was die Hexen nun alles können (irgendwie alles) oder nicht können (relativ wenig) war dann auch noch recht willkürlich ausgewählt, fällt für mich bei der Beurteilung aber nicht ganz so stark ins Gewicht.

Wirklich übel nehme ich der Autorin daher die inflationäre (und unkreative) Bezeichnung Arschloch, was die als solche betitelten Personen die Hälfte der Zeit auch gar nicht verdient haben, aber May ist, wie erwähnt, eine ziemliche Zicke (und ein Teenager, woran man ja alles schieben kann) und muss daher nicht rational handeln. Sorry, aber ich treffe jeden Tag auf Jugendliche und die verhalten sich in Mays Alter schon ein wenig anders. Ich liebe einen bissigen, flapsigen und/oder sarkastischen Ton und Jugendliche liegen mit ihren Äußerungen auch schon Mal daneben. Aber ständig und grundlos jemanden als Arschloch zu bezeichnen macht weder die Heldin sympathisch , noch spricht es für den guten Stil der Autorin.

Insgesamt also einige tolle Fantasy-Elemente und tolle Nebencharaktere, aber „Chaoskuss“ hat dennoch einige Schwächen in der Umsetzung. Für mich gibt es tatsächlich wesentlich bessere Fantasy-Jugendbücher, zu denen man greifen kann.

3 Geister

(3 von 5 Bewertungsgeister haben sich sehr mit Kurt und Albert amüsiert,
der Rest ist zwischendurch nach Ägypten ausgewandert)

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2 Kommentare zu “Rezension zu „Chaoskuss 1“ von Teresa Sporrer

  1. Huhu
    Nachdem heute mein Rezigramm zu „Chaoskuss“ online gegangen ist, habe ich mich im Netz nach anderen Meinungen umgesehen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich schon beinahe an mir zu zweifeln begonnen habe …. doch dann habe ich deine drei Geister entdeckt und ich bin froh, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin 😉
    lg Favola

    • huch, deine Nachricht war im Spam-Ordner gelandet (merkwürdig) und ich habe sie gerade beim Aufräumen rausgefischt. Ja, mir ging es auch so. In der Leserunde fanden alle das Buch sooo toll und ich habe mich ziemlich alleine gefühlt. Gut zu wissen, dass man nicht an Geschmacksverirrung leidet 😀

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