Rezension zu „Verschwundene Seelen“ von Annika Meyer

51UZCh3WAmLGenre:           Fantasy, Jugendbuch
Seiten:           340
Verlag:          Fabulus-Verlag
ISBN:             978-3944788173
Preis:             16,95€

                                Inhalt:

Alina und weitere sechs Jugendliche gehören zum engeren Kreis der Auserwählten. Sie sollen das Buch des Lebens, das »Zauberbuch«, vor der Vernichtung durch die Schattenmenschen retten. Dazu sind die Auserwählten mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet. Im Kampf um das Gute haben sie es jedoch mit einem übermächtigen und verschlagenen Feind zu tun, der mit aller Brutalität vorgeht. Werden die sieben diese Schlacht letztendlich für sich entscheiden und die Schattenmenschen zurückdrängen können?
Der Preis ist hoch, den die Auserwählten für ihre Berufung zu zahlen haben: Solange sie sich in ihrer Parallelwelt bewegen, verlieren Freunde, Verwandte und Kameraden in der »normalen« Welt jegliche Erinnerung an sie. Die Auserwählten sind dann die »verschwundenen Seelen«.

Mein Leseeindruck:

Mit diesem Jugendbuch konnte ich leider sehr wenig anfangen. Dies liegt zum einen an einigen Logikproblemen, zum anderen war es völlig überladen mit Fantasy-Elementen, dass ich mich zum Schluss nur noch fragte, was eigentlich das Problem bei der Verteidigung des geheimnisvollen Zauberbuches war. Aber der Reihe nach!

Zunächst zu meinen Logikproblemen: Erst wird erzählt, dass die Auserwählten das Blut der jetzigen Wächter in sich haben, aber durch die Vermischung des Blutes viel stärker sind und daher das Zauberbuch besser verteidigen können. Da frage ich mich aber, wie es denn der Zufall will, dass die Auserwählten alle in dem gleichen Nest wohnen und sogar auf die gleiche Schule gingen. Später hieß es dann, dass sie ausgewählt wurden, weil sie besonders sportlich waren usw. Was denn nun? So richtig geklärt wurde die Auswahl leider nicht. Weiter ging es damit, dass die Zeitangaben nicht immer stimmten: am Anfang haben sie trainiert und eine Nacht im Wald übernachtet, es wurde aber von mehreren Tagen gesprochen und auch später gab es noch mehrere Situationen, in der erst das eine und dann das andere geschrieben wurde. Und wie in der Inhaltsangabe beschrieben, verlieren die Menschen, also Mitschüler, Familienmitglieder usw. ihre Erinnerung an die Auserwählten. Aber diese sind gar nicht immer in der Parallelwelt (bzw. weiß man manchmal gar nicht, in welcher Welt man eigentlich ist, weil immer nur Dinge auftauchen und es weiter geht und weiter und weiter und im Grunde genommen sich nie wirklich Zeit gelassen wurde, um mal etwas zu klären), sondern kämpfen hin und wieder auch in der normalen Welt gegen die Schattenmenschen. Auch beim Kampf gegen die Schattenmenschen verlieren die Menschen ihre Erinnerungen. Was ist das denn für ein Unsinn? Immer, wenn man kämpft, kann sich niemand erinnern und jedes Mal, wenn man wieder in die Schule geht, braucht man Karteikarten um zu wissen, was in der Zwischenzeit mit einem passiert ist. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ein wenig unsinnig ist das schon. Genauso wie alle die Erinnerung verlieren, wenn man mit den Schattenmenschen kämpft, aber scheinbar nicht, wenn man nur mit ihnen redet, denn das tun die Schattenmenschen ab und an und hetzen dann schon mal jmd. gegen die Auserwählten auf.
Komisch war ebenfalls, dass die Auserwählten erst erfahren, dass sie spezielle Fähigkeiten haben und einen Schutzschild aus sich herausholen können, dann Nahkampf und die speziellen Fähigkeiten bis aufs letzte Blut geübt werden und auch im Kampf angewendet werden und alle, selbst die uralte Hüterin aus der komischen Blüte, einfach vergessen haben, dass es noch diesen Schutzschild gibt, worauf erst die Heldin in den letzten paar Kapiteln kommt. Nehmt es mir nicht übel, aber da fühle ich mich als Leser für dumm verkauft!

Zu der Überladung mit blühenden Fantasy-Elementen: Die Auserwählten wechseln ständig ihre Augenfarbe von Orange zu Grün, Braun oder Weiß. (Was ich mir schon etwas seltsam vorgestellt habe. Den sinnvollen Grund für das Wechseln hat man nicht erfahren. Sobald man sich verliebt, wechseln die Farben der Verliebten dann nicht mehr. Aber das können nur diese erkennen. Zum Thema Logik sage ich aber nichts mehr). Die Anführerin der Beschützer des Zauberbuches kommt aus einer Blüte aus dem Boden. Die Beschützer können scheinbar alles entstehen lassen, von Heilmitteln über Waffen, Klamotten, Baumhäusern, Essen und auch gezähmte Wesen, gegen die man dann trainieren kann. Meistens muss man dazu auf irgendwelche Blüten drücken. Oder es passiert einfach so durch den bloßen Willen. Auf jeder Seite kommt etwas neues, was diese einfach herbeizaubern können. Mal ganz ehrlich, wenn ich ein Waffenarsenal herbeizaubern kann und mich in irgendwelche Parallelwelten beamen und sogar gezähmte Wesen zum Training herbeirufen kann, was genau ist dann so schwierig daran, das Buch vor den Schattenwesen zu verteidigen? Aber gut, wenn sogar alle Trainer und die Chefin vergessen, dass ihre Schützlinge einen Schutzschild haben, der sie vor allem schützen könnte, dann ist das auch irgendwie klar.

Ebenfalls gestört hat mich, dass die Heldin eigentlich auf jeder 10. Seite dem Tode nahe ist und eigentlich fast stirbt, dann aber jedes Mal ein Wunder geschieht und sie gerettet wird. Muss man denn so übertreiben? Und auch hier komme ich wieder zu dem Punkt: wenn ständig irgendein Fantasy-Element aus dem nichts auftaucht, dann ist das zwar toll, dass die Autorin so viel Fantasie hat, aber dadurch wirkt die Geschichte völlig übertrieben und unglaubwürdig.

Oft musste ich das Buch weglegen und mir sagen „Was für ein Blödsinn“. Eigentlich bin ich selten so unfair gegenüber Büchern, weil sich jemand Mühe gegeben und sein Herzblut dafür gegeben hat. Und auch wenn es sich um den Debütroman einer sehr jungen Autorin handelt, so hätte noch zumindest das Lektorat hier oder da Ungereimtheiten lösen können. Statt dessen steht aber dann auf dem Klappentext, dass sich Alinas beste Freundin mit den Schattenmenschen verbündet hat und es zum Kampf auf Leben und Tod kommt. Also erstens passiert das erst auf den letzten Seiten und zweitens ist Alina vorher schon 25 Mal fast gestorben. Der Klappentext ist also völlig nebensächlich und bei dem ganzen Potential des Buches wäre dieser Handlungsstrang, der sowieso recht schwach ist,  eigentlich hinfällig gewesen. Nach dem Tod von Yvonne ist der Kampf dann auch plötzlich vorbei, dabei war sie nur eine kleine Helferin der Schattenwesen. Warum das mit denen dann plötzlich vorbei war, kann ich mir nicht erklären. Das Buch wirbt übrigens mit dem Spruch „Nichts für Feiglinge – Fitzek für Jugendliche“, wobei mir nicht klar ist, was dieses Fantasy-Werk mit 1000den von unzusammenhängenden Fantasy-Elementen mit Fitzek zu tun hat.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass es schade ist, dass sich niemand die Zeit genommen hat mal einige von den überzähligen Fantasy-Elementen zu streichen und der recht schwachen und oberflächlichen Handlung statt dessen mehr Sinn gegeben hätte. Denn die Geschichte, die erzählt wurde, hätte locker drei Bände füllen können. Aber dadurch, dass sich nie Zeit für Erklärungen gegeben wurde und einfach ein Event nach dem nächsten aneinander gereiht wurde, ist das Buch insgesamt schwer lesbar und macht aus meiner Perspektive wenig Spaß. Empfehlen kann ich es daher leider nicht!

2,5 Geister

(2,5 von 5 Bewertungsgeister haben bis zum Ende hin die endlosen Kämpfe verfolgt –
der Rest hat die Geschichte einfach vergessen)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s