Rezension zu „Fünfzig Dinge, die du tun sollst, wenn ich tot bin“ von Miranda Dickinson

51RDPdEu6+LGenre:           (Frauen)Roman
Seiten:           320
Verlag:          mtb
ISBN:            978-3956492693
Preis:             9,99€
Leseprobe: *click*

          Inhaltsangabe:

„Versprich, dass du für uns beide lebst.“
Natürlich hat Elsie das ihrem sterbenskranken Mann Lucas versprochen, und dann, gemeinsam mit ihm, 50 Zettel geschrieben. Mit wundervollen, verrückten Ideen, die Elsie allein ausführen soll. Achtzehn Monate nach Lucas‘ Tod traut sie sich zum ersten Mal, die Wunschbox zu öffnen. Und plötzlich ist sie mittendrin in ihrem neuen Leben: Sie gründet einen Chor. Sie geht wieder aus und eine Zukunft scheint möglich – und sogar rosig. Nicht zu sprechen von diesem anderen unverschämt selbstüberzeugten, unverschämt gutaussehenden Kerl, der ständig ihren Weg kreuzt! Ja, es läuft gut für Elsie. Bis sie den 51. Wunsch in Lucas‘ Box liest …

Mein Leseeindruck:

Eigentlich lese ich nicht gerne Bücher über den Tod von nahen Verwandten, weil ich davon privat einfach genug hatte. Aber „Fünfzig Dinge, die du tun sollst, wenn ich tot bin“ versprach eine Art der fröhlichen und positiven Bewältigung, auf die ich mich gerne eingelassen hätte und auf die ich sehr gespannt war.

Ja, ihr lest richtig: „hätte“. Denn sowohl Titel als auch Klappentext sind reichlich irreführend. Lucas hat Elsie keine Box hinterlassen, in der 50 bzw. 51 Wünsche enthalten waren, die sie nach seinem Tod für ihn tun sollte. Sie haben gemeinsam eine Liste mit 51 Dinge zusammen gestellt und davon vor seinem Tod 50 gemeinsam begangen. Die waren auch cool, aber darum ging es ja in dem Buch nicht. Letzten Endes hat Elsie eine Box mit 50 Botschaften bekommen (z.B. „Ich liebe dich, weil du immer deinen Instinkten folgst. Kuss“). Manchmal waren die recht schön, manchmal nett und manchmal auch völlig nichtssagend. Laut den Gedanken im Buch haben diese Elsie durch den Tag begleitet und ihr Mut gemacht oder sie inspiriert. Manche waren aber so blabla und nichtssagend, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie diese sie irgendwie begleitet oder motiviert haben. Ich frage mich aber nach wie vor, ob die Menschen, die den deutschen Titel gewählt und die Inhaltsangabe geschrieben haben, das Buch tatsächlich gelesen haben. Denn es haut einfach hinten und vorne nicht hin und ich habe nicht das Buch gelesen, welches ich mir erhofft hatte.

Mein zweiter Kritikpunkt befasst sich mit der holden Männerwelt, denn Elsie fasst nach 18 Monaten Trauer wieder Mut und schaut sich mit ein wenig Hilfe ihrer Freunde und Familienmitglieder in der Welt um. Sie trifft gleich zu Beginn des Buches auf einen Mann und jeder Leser von derartigen „Frauenbücher“ ahnt schon, dass dieser Torin derjenige welcher sein wird, der ihr Herz erobert. Mir hat zwar nicht ganz eingeleuchtet, warum sie ihn von Anfang an nicht leiden kann (er hat mit ihr geflirtet und ein wenig gestichelt) und sie ist bei jeder Begegnung völlig grundlos ausgerastet und hat nie ein gutes Haar an ihm gelassen. Klar, diese Art ist nicht ganz unwichtig um „Spannung“ zwischen Mann und Frau aufzubauen, aber es war immer so furchtbar grundlos und an den Haaren herbei gezogen, dass ich damit wenig anfangen konnte und Elsie am Liebsten ab und an eine geknallt hätte.

Nun, eine Heldin, die sich unangemessen und unfair gegenüber dem Helden verhält, ist ja noch kein Beinbruch. ABER!!! Viel merkwürdiger war es, dass dieser Torin nur vier oder fünf Mal im Buch auftauchte und dann auch nur für wenige Seiten. Mir war zwar klar, dass er es werden muss, aber warum durfte der Leser ihn dann nicht kennen lernen? Statt dessen wurde ein anderer Kerl, nämlich Olly, eingeführt, der ziemlich nett und pflegeleicht war, sich gut mit Elsies Vater verstand, kochen konnte und, soweit ich das verstanden habe, auch gut küssen konnte. Nun wartete ich und wartete ich und wartete ich darauf, dass Elsie irgendwann auffällt, dass er nicht der richtige ist, weil zu Beginn ja Torin als ihr Gegenpart aufgebaut wurde. Leider macht diese Olly-Geschichte 80-90% des Buches aus und ich weiß einfach nicht warum. Damit die Autorin auf den letzten drei Seiten Torin aus dem Ärmel zaubern und „tadaaaa – verarscht“ rufen kann? Ich meine, zum einen tat mir Olly einfach nur Leid, weil er ewig und drei Tage hingehalten wurde und zum anderen hat der Leser Torin einfach nicht kennen gelernt. Liebe Autorin von einem sogenannten Frauen- oder Liebesroman bzw. Chick-Lit: Wie soll sich denn der Leser darüber freuen, dass das dumme Huhn endlich ihr Korn gefunden hat, wenn man das Korn gar nicht kennt? Da gab es keine Spannung, kein Feuerwerk, kein ausgiebiges und ausschweifendes darauf-hin-gearbeite, dass es endlich knallt. Diese Liebesgeschichte ist einfach verpufft.

Klar war die Story mit dem Eiscafé und den tollen Eissorten ganz süß und das Chor-Projekt ganz nett. Aber nach der ganzen Irreführung im Titel, Klappentext und der Liebesgeschichte ist das Buch zwar trotzdem noch lesbar, aber für mich war es irgendwie sinnlos. Kann man lesen, muss man aber nicht!

3 Geister

(3 von 5 Bewertungsgeister saßen die ganze Zeit in Chers Eisladen –
die anderen beiden sind lieber mit dem ominösen gutaussehenden Kerl Kaffee trinken gegangen)

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