Rezension zu „Die sieben Tode des Max Leif – ein Hypochonder-Roman“ von Juliane Käppler

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„Wie kann ein so kleines Insekt einen so großen Schaden anrichten? Wie kann es so heimtückisch sein und einen, der es nicht mal erschlagen wollte, einfach so aussaugen und infizieren? Im Schlaf auch noch. Reisen nach Tansania sollten verboten werden! Den Veranstalter sollte ich verklagen, weil der keinen Warnhinweis gegeben hat – doch was nützte das? Ich würde eine Entschädigung erhalten, post mortem, die in den Millionen unterginge.“

Genre:         Humor
Seiten:         368
ISBN:           978-3-426-51725-3
Verlag:         droemer-knaur
Preis:            14,99€

Inhaltsangabe:

Max lebt auf der Überholspur. Ganz unerwartet wird er ausgebremst, vom Tod höchstpersönlich. Der holt sich seinen besten Freund, und Max weiß einfach: Er ist der Nächste. Das plötzliche Fieber kann nur eine HIV-Infektion bedeuten, und der Husten muss Lungenkrebs sein. In Erwartung seines baldigen Ablebens verkauft Max sein Unternehmen und trifft weitere Vorkehrungen, doch einfach so sterben ist nicht drin. Zuerst muss er das Unrecht, das er Maja einst tat, wieder gutmachen und will ihr einen Traum erfüllen. Als Maja sein Geschenk zurückweist, plagen Max rätselhafte Herzbeschwerden – garantiert die Vorzeichen eines Infarkts. Oder doch „nur“ Liebeskummer?

Mein Leseeindruck:

Hach ja. Was habe ich gelacht. In der Inhaltsangabe bekommt man zwar erst einmal das Gefühl, dass sich sehr viel um Maja und dieses ominöse Unrecht dreht. Aber einen Großteil des Buches hat der Leser zunächst mit Grinsen, Lächeln, Schmunzeln, Lachen und an den Kopf fassen zu tun. Max Leif wird nämlich nach dem Tod seines Freundes zunehmend zum Hypochonder und Juliane Käppler berichtet auf eine urkomische Art und Weise wie der ehemalige Musikproduzent von einem Symptom zum nächsten gelangt und nach Ausschluss aller möglichen Krankheiten immer neue Möglichkeiten findet.

Dann kommt aber die recht unfreundliche Barista Maja ins Spiel und der Leser erfährt nach und nach, was es mit der Schuld von Max auf sich hat. Und plötzlich wird der urkomische, humorvolle Roman erfüllt von einer Tragik, die mich nicht nur ein Mal zum Tränen gerührt hat. Max geht es dann auch zunehmend schlechter und ich habe zum Ende hin beinahe meine Fingernägel abgekaut, weil sich Max Zustand und die Beziehung zu Maja immer weiter zuspitzte und sich einfach kein positives Ende einstellen wollte. Jaja, das nennt sich Spannungsbogen und der ist gespannt gewesen wie ein Flitzebogen!

Gewürzt wird das ganze mit jede Menge toller Musik, weil der Max ist (oder war) ja Produzent und kennt sich daher in der Branche aus. Nicht nur kann er fantastisch Gitarre spielen (*schmacht*), sondern er arbeitet im Laufe der Geschichte fleißig an seiner Beerdigungs-Playlist, so dass man beim Reinhören die jeweilige Stimmung nachempfinden kann. Ich bin ja sowieso der Meinung, dass jedes Buch seine eigene Playlist haben sollte und die gute Juliane Käppler kümmert sich da ganz liebevoll um uns Leser.

Fassen wir also zusammen: der Leser bekommt viel zum Lachen, einiges zum Weinen, so manches zum Mitfiebern und dazu die passende Musik geliefert. Doch wie hat mir das Buch gefallen? – Es ist unbeschreiblich. Ich habe es die letzten 150 Seiten nicht mehr zur Seite legen können, mein Gemütszustand änderte sich ständig und zum Schluss habe ich es mit einem befriedigten Seufzen geschlossen. Ich glaube, das ist mir das letzte Mal bei „Vom Winde verweht“ passiert. Nicht, dass man die Bücher miteinander vergleichen könnte (um Gottes willen!), aber dort wurde ich das letzte Mal derartig emotional mitgerissen. Aber keine Sorge, es ist kein trauriges Buch, nur hat es seine tragischen Momente. Und das muss auch mal sein.

„Die sieben Tode des Max Leif“ ist einfach ein unbeschreiblich toller Roman und auch wenn das Jahr noch nicht allzu lang ist, gehört es schon Mal auf meine Liste der potentiellen Jahreshighlights. 2015 wäre es auf jeden Fall so gewesen, wobei ich nicht böse bin, wenn ich 2016 tatsächlich ähnlich tolle Bücher finden sollte. Definitiv ein absolutes Must-Read!

P.S.: Über die Charaktere habe ich relativ wenig verraten, aber in der Woche vor dem Erscheinungstermin gab es einige tolle Interviews mit den Protagonisten. Schaut einfach selbst:

5 Geister

 (5 von 5 Bewertunsggeister lieben Max Leif und wohnen mittlerweile heimlich bei ihm in der Abstellkammer – Jekaterina Poljakow hat nichts dagegen, weil es steht nichts über Geister in ihrem Arbeitsvertrag)

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