Rezension zu „Bärentöter – Der Auserwählte“ von Roland Pauler

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Genre:         Mittelalter-Jugendbuch
Seiten:         288
ISBN:           978-3944788388
Verlag:         fabulus Verlag
Preis:            16,95€ (ebook: 4,99€)

          Inhaltsangabe:

Im Schicksalsjahr 1348 begleitet der Bauernjunge Wilfried einen Viehtreck durch Bayern. Während die Pest bereits in Italien wütet, treiben gewissenlose Räuber ihr Unwesen und schrecken auch nicht vor heidnischen Ritualen zurück. Dem stellt sich der Vierzehnjährige beherzt entgegen. Nachdem er Bären und Wölfe bezwungen hat, hält man ihn für einen Auserwählten; als der Graf von Straubing in ihm seinen unehelichen Sohn erkennt und ihn als Erben einsetzt, scheint Wilfrieds Glück vollkommen. Doch mit seinem Eintreten für Gerechtigkeit und die Überwindung von Standesschranken verstößt er gegen die geltende Ordnung. Das ist nicht nur den Wotansbrüdern ein Dorn im Auge. Die Mitglieder des Geheimbunds holen zum tödlichen Schlag gegen Wilfried aus.

Mein Leseeindruck:

„Bärentöter“ ist ein historisches Jugendbuch, denn es geht um den 14-jährigen Wilfried, der im 14. Jahrhundert lebt. 1348 heuert Wilfried als Viehtreiber an, um für seine Familie etwas Zubrot zu verdienen. Dabei gerät er von einem Abenteuer in das nächste und wird letzten Endes zum „Bärentöter“.

Dabei findet er nicht nur einiges über seine Stärken heraus, sondern auch neue Freunde und einige spannende Erkenntnisse über seine Herkunft. Er trifft seinen leiblichen Vater und gerät in das Mächtespiel zwischen christlichen Herrschern und einer Bande, die diese stürzen und ihren heidnischen Kult verbreiten wollen. (Anmerkung: dabei waren heidnische Kulte nicht unbedingt etwas schlechtes, nur handelt es sich hierbei um eine blutrünstige Bande, die sich rächen möchte)

Dies ist der erste Teil und ich bin schon sehr gespannt, wie das mit dem heidnischen Kult weitergeht und ob Wilfried und seine Familie bald in Frieden leben können. Die Abenteuer von Wilfried und v.a. sein unwahrscheinliches Glück in jeder Situation sind meiner Meinung nach etwas unrealistisch, für den Leser dafür aber umso spannender. Manche Beschreibungen sind etwas blutig, zeitweise ekelig, und ich hatte ab und an das Gefühl, dass das Büchlein in den Händen eines 12-15 jährigen Jungen etwas besser aufgehoben wäre, als bei mir. Aus meinen Erfahrungen als Lehrerin in der Sekundarstufe 1 weiß ich, dass diese Altersgruppe gerne etwas über blutige Abenteuer, Schlachten und Ritter lesen. Mir hat das Buch auch gefallen, aber ab und an war es mir ein wenig too much.

Ansonsten ist das Buch richtig toll recherchiert und man lernt viel über das Leben der Leibeigenen auf dem Land, aber auch das Leben der Menschen in den Städten, wie es Bettlern erging, was es zu essen gab und wie diese Speisen zubereitet wurden, wie Gerichtsverhandlungen von statten gingen und wie abergläubig die Menschen waren. Nach dem Lesen des Bärentöters hatte ich richtig viel Lust noch mehr über das Mittelalter zu lesen, weil sehr intensiv in die Zeit eintauchen kann.

Bis auf die etwas blutigen Erzählungen (für mich) ein richtig toller Mittelalterroman für Jugendliche, bei dem man noch viel lernen kann!

4 Geister

(4 von 5 Bewertungsgeister spielen jetzt Ritter und verfolgen die fiesen Räuber –
einer bekam nach dem Verzehr von halb durchgebratenen blutigen Herzen eine Magenverstimmung)

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