Frau G.: Rezension zu „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque

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„Trommelfeuer, Sperrfeuer, Gardinenfeuer, Minen, Gas, Tanks, Maschinengewehre, Handgranaten – Worte, Worte, aber sie umfassen das Grauen der Welt.“

Genre:         Kriegsroman
Seiten:        221
ISBN:           978-3462027310
Verlag:         KiWi-Taschenbuch
Preis:            6,99€

……………………Inhalt:
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[…] Dieser Roman schildert aufs Eindringlichste die schauerlichen Erlebnisse des Soldaten Paul Bäumer an der Westfront des Ersten Weltkrieges, wo sich Deutsche und Alliierte in einem grausamen Grabenkrieg gegenüberstanden. Aber eigentlich sind Schauplatz und Zeit bedeutungslos, beherrschend ist das sinnlose Töten und die zu reinem Menschenmaterial degradierten Soldaten, die schon lange den Glauben an den „gerechten Krieg“ aufgegeben haben. Hier ist kein Platz für klischeehaft mutige Helden, Verlierer sind sie letztlich alle, die da im Schlamm der Schützengräben liegen. […] –Joachim Hohwieler
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…………………………………………..Mein Leseeindruck:

Ich habe „Im Westen nichts Neues“ nicht zum ersten Mal gelesen, doch immer wieder nimmt mich die trostlose und zeitweise düstere Stimmung gefangen. Durch den klaren und schnörkellosen Schreibstil Remarques fällt es dem Leser nicht schwer, sich an der Front des Schlachtfeldes wiederzufinden. Er benennt die Dinge beim Namen und rührt damit an der Seele. Deshalb fällt es mir auch schwer, diesen Roman in „einem Rutsch“ zu lesen. Er wühlt auf und macht betroffen. Vor allem in Anbetracht der Flüchtlingsproblematik hat er für mich an Aktualität nicht verloren. Die Sinnlosigkeit eines Krieges ist wunderbar inszeniert und nicht nur einmal legt man kopfschüttelnd den Roman beiseite und fragt sich „Warum? Warum nur?“.
Ich mag den Protagonisten Paul Bäumer sehr und damals in der neunten Klasse hatte ich Mitleid mit ihm, dass er so kurz vor Kriegsende doch noch sterben musste. Jetzt – 15 Jahre später – denke ich, dass es vielleicht für ihn das mildere Ende war. Denn viel vom Leben hat er sich nicht mehr erwartet und zwischen den Zeilen war die tiefe Verzweiflung immer wieder spürbar, die ihn bereits im Krieg ergriffen hatte.
Ein unglaubliches Buch, für das ich immer wieder eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen kann. Dafür gibt es von mir auch uneingeschränkt 5 von 5 möglichen Blumen..

5 blumen

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5 Kommentare zu “Frau G.: Rezension zu „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque

    • Ja, ich mag die Blümchen auch… Obwohl ich ja immer noch gedanklich mit Blättern spiele… Dass man es aber auch nie gut sein lassen kann.

      Der Remarque ist wirklich spitze und Dark Elements spielt doch in den USA? Das finde ich schon cool, dass sie es lesen.

  1. Dieses Buch ist wunderbar und sollte heute eigentlich mehr denn je zur Lektüre gehören, eben aus den von dir genannten Gründen.
    Krieg ist sinnlos und hässlich – und nicht das, was man sich so darunter vorstellt, wenn man Stammtischparolen gröhlt…
    Ich fand es erstaunlich, wie jung Remarque selbst war, als er es schrieb. Es ist viel Autobiografisches in dem Buch, soweit ich weiß.

    • Ja, das Buch hat viele autobiographische Züge und ich meine auch mal gelesen zu haben, dass er Paul bewusst hat sterben lassen, weil ihm das Schicksal des Krieges in den Nachkriegsjahren so sehr zugesetzt hat.

      Ich finde auch wirklich gut, dass er nichts umschreibt und wirklich plastisch die Gefallenen und Sterbenden illustriert. Das ist nicht jedermanns Sache, aber mich beeindruckt es und ich finde es gut und richtig.

  2. ja, Krieg hat eben doch wenig mit der gerne propagierten Heroik zu tun. Kriege selbst sind grausam, blutig und unmenschlich und die Folgen sind für Land und Bevölkerung so vielfältig, dass man sie kaum erfassen kann. Eine der unsinnigsten Dinge, die wir Menschen uns ausgedacht haben!

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