Rezension zu „Das Juwel – die Gabe“ von Am Ewing

716WQy55+ILGenre:           Jugendbuch, Dystopie
Seiten:           448
Verlag:          FJB
ISBN:            978-3841421043
Preis:             16,99€
Leseprobe: *click*

                 Inhaltsangabe:

Violet lebt in Armut, aber sie hateine besondere Gabe.
Eine Gabe, die ihre Chance und ihr Fluch zugleich ist …

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.

Dieser überwältigende Fantasyroman entführt uns in eine Welt voller Glanz und voller Dunkelheit. Eine Welt, in der eine Gabe ein Fluch sein kann.

Mein Leseeindruck:

Das Juwel hat mich positiv überrascht, da ich mit einem recht flachen Jugendbuch gerechnet hatte. Davon gab es in letzter Zeit ja recht viele und ich wurde regelmäßig enttäuscht. Bestes Beispiel ist die „Selection-Reihe“, die wie für ein Jugendbuch typisch eine riesige Schrift hat (um die 400 Seiten zu füllen und 19€ zu rechtfertigen) – in Wirklichkeit passiert in drei Bänden aber nicht viel, es fehlt an Atmosphäre und charakterlicher Tiefe.

Mit diesen Erwartungen bin ich auch an das Juwel heran gegangen und wurde, wie gesagt, positiv überrascht. Die dargestellte Gesellschaft mit dem System der Auktionen und Surrogaten war zwar zunächst ungewohnt, weil die Idee doch recht ungewöhnlich ist, aber sie wird Stück für Stück in mundgerechten Häppchen präsentiert. Daher will ich auch nichts über Handlung und Inhalt verraten, weil man es wirklich selbst herausfinden muss. Mit der Heldin Violet konnte ich mich nicht immer identifizieren, aber sie war mir auch nicht unsympathisch.

Viel spannender ist für mich die Frage, was der Plan der Fürstin vorsieht, ebenso was die Gräfinnen und Herzoginnen vorhaben. Scheinbar hat jedes Adelsgeschlecht seinen eigenen Plan mit den Surrogaten, der Fortpflanzung und der damit verbundenen Zukunft der Gesellschaft. Alle sind schön fies und unsympathisch gestaltet, dass ich mir selbst noch nicht wirklich sicher bin, in welche Richtung die Geschichte laufen könnte. Ich meine, im Grunde genommen läuft fast jede Fantasy-Jugendbuch-Dystopie auf einen Sturz des Systems hinaus. Aber wie, wann und mit Hilfe von wem, das ist mir noch nicht klar und das finde ich doch recht erfrischend. Vor allem das Ende von Band 1 war ein ziemlicher Cliffhanger, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe.

Natürlich könnte auch das Juwel mehr Tiefe vertragen, aber ich bin mit dem Einstiegsband ziemlich zufrieden, weiß noch nicht, wem ich tatsächlich trauen kann und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

Eine kleine Warnung möchte ich dennoch aussprechen:

Manche Szenen bzw. Vorgänge sind ganz schön eklig – nahezu pervers. Blut, egal ob es aus der Nase kommt, erbrochen wird oder entsprechend bei Fehlgeburten zutage tritt, ist stark vorherrschend. Wer sich also nicht gut 1/3 des Buches mit dieser Körperflüssigkeit beschäftigen möchte, dem würde ich definitiv vom Juwel abraten!

4 Geister

(4 von 5 Bewertungsgeistern verabscheuen diese egoistischen und intriganten Adligen aus der Einzigen Stadt – einer ist abgehauen, weil manche Szenen ganz schön ekelhaft waren)

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8 Kommentare zu “Rezension zu „Das Juwel – die Gabe“ von Am Ewing

  1. Schöne Rezi, und ich bleibe dabei, dass es definitiv kein Thema für eine Jugendbuch-Dystopie ist. Deine Hinweise sind echt wichtig und gut.

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