Rezension zu „LaLaurie – Dunkle Spiele“ von Jules Saint-Cruz

91sNAmq3OoL._SL1500_„… und hielt in der Bewegung inne – als hätte sie ein Blitz getroffen und alle Funktionen lahmgelegt. Die Geräusche der Straße verklangen, als ein Hauch ihre Seele streifte und eine Welle alle Gedanken aus ihrem Kopf spülte.“

Genre:               Erotik
Seiten:               238
ASIN:                 B00X63O7XE
Preis ebook:   2,99€
Preis TB:          9,90€

             Inhaltsangabe:

Tara LaLaurie hat sich dem Genre der Dunklen Romantik mit Leib und Seele verschrieben. Als Literaturdozentin an der University of New Orleans kann sie dieser Leidenschaft täglich nachgehen, wohingegen ihr Liebesleben leider ziemlich frei von Leidenschaft ist. Es ist nicht mehr als eine Farce, wozu auch ihre katastrophale Familie einen Teil beiträgt. Bis sie einem Mann begegnet, der sich ihr als Jay vorstellt und aus seinem Namen genauso ein Geheimnis macht wie aus seiner Person. Nicht ohne Grund, wie Tara bald erkennt. Denn als sie die Wahrheit über Jay erfährt, stellt sich ihr ganzes Leben auf den Kopf …

Mein Leseeindruck:

„LaLaurie – Dunkle Spiele“ ist der erste Teil einer erotischen Liebesgeschichte, die gestaffelt in drei Teilen 2015 erscheint. Auch wenn dies der erste Auftritt von Jules Saint-Cruz ist, stellt die Autorin keine Unbekannte am erotischen Buchhimmel dar. Unter dem Pseudonym Alexa McNight hat die Autorin bei bluepantherbooks bisher erfolgreich bewiesen, dass sie geschmackvolle und sehr lesenswerte Erotik schreiben kann. Ich habe bisher jeden Roman verschlungen und kann sie bedingungslos weiterempfehlen.

Dieses Mal geht es um die Literaturdozentin Tara, was aus meiner Perspektive schon mal ein traumhafter Beruf ist – wer von uns Leseratten würde sich nicht ebenso in einer altehrwürdigen Bibliothek zwischen staubigen Wälzern wohlfühlen? Jules Saint-Cruz hat damit aber nicht nur eine leere Hülle geschaffen, die sich gut anhört, sondern hat die Werke und Autoren liebevoll und passend in die Geschichte eingebunden. Man bekommt gleich Lust, sich Hawthornes Scharlachroten Buchstaben oder Melvilles Moby Dick zu schnappen und eine Runde zu Schmöckern. Ein weiteres Markenzeichen der Autorin, zumindest für mich, sind die passendes Musikstücke zu den entsprechenden Szenen. Diese werden so gut mit den Situationen verflochten, dass man gleich Lust verspürt, sich an den Rechner zu setzen und die entsprechenden Lieder zu googeln. So eine Playlist zum Buch gibt der ganzen Geschichte unglaublich viel Atmosphäre und ich habe den einen oder anderen neuen Song und Interpreten für mich entdeckt, aber auch alte Lieblinge wiedergefunden, zum Beispiel Clint Mansell.  Wobei die Wahl von New Orleans als Standort natürlich noch sein übrigens zur beschrieben Atmosphäre dazutut:

„New Orleans atmete durch seine Musik. Man musste nicht im Zentrum sitzen, um sie zu hören. Sie war überall.“

Die Geschichte ist aber nicht nur aus literarischer und musikalischer Hinsicht eine Bereicherung, auch wenn mir die Inspiration natürlich sehr recht ist und ich diese Liebe zum Detail der Autorin in den letzten Jahren sehr lieb gewonnen habe. Auch die Charaktere sind immer sehr schön und authentisch gezeichnet. Die Autorin sagt selbst immer wieder, dass ihr Ecken und Kanten wichtig sind. Eine Geschichte ist nicht nur übertrieben dramatisch und es herrscht auch nicht nur Friede Freude Eicherkuchen im Leben. Man braucht aber keine übertrieben dramatischen Situationen, denn die Menschen sind an sich doch schon spannend genug. Und so schafft sie eine Literaturdozentin, die mit häuslicher Gewalt und Drogen im Familienkreis konfrontiert wird, die ihre Nächte über den Friedhof in New Orleans streift, bei klassischer Musik in der Bibliothek sitzt, eine mehr oder minder befriedigende Affäre mit dem Polizeichef hat und mit der ganzen Situation gar nicht so glücklich ist.

„Voller Erfurcht zog sie Jahrhunderte alte, von Staub bedeckte Bände hervor, klappte sie auf und las darin um den Studenten ihrer Kurse von ihrer Entdeckung zu berichten – neben dem üblichen Lesestoff der Vorlesungen, die sie im Studiengang Literarurgeschichte anbot.“

Dann stolpert Jay in ihr Leben, macht einen recht dubiosen Eindruck und hat scheinbar überhaupt kein Interesse an Sex mit Tara. Da ist doch irgend etwas faul! Zusätzlich werden Tara und Jay mit Themen wie der Todesstrafe und Korruption konfrontiert, ohne dass es übertrieben wirkt. Und ja, es ist dennoch ein erotischer Roman. Auch Erotik darf Atmosphäre haben, authentische Charaktere vereinen und schwierige Themen ansprechen. Genau diese Punkte sind es, die ich an der Autorin sehr sehr schätze.

Nun habe ich noch kein Wort über die Erotik gesagt. Aber die muss ich euch ja nun wirklich nicht anpreisen. Keine Sorge, sie kommt nicht zu kurz und bedient sich keiner platten Sprache oder ausgenuddelten Szenen. Die von mir gepriesene Liebe zum Detail und zur Außergwöhnlichkeit macht auch hier nicht halt. Und so gibt er sehr erotische Jagden durch den Wald, düster-romantische Szenen in geschlossenen Hotels, illegale Porno-Drehs und heiße Szenen in der Bibliothek. Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich einfach sage: schlagt zu – es lohnt sich in vielerlei Hinsicht!

5 Geister(5 von 5 Bewertungsgeister haben sich in die Stadt verliebt und warten auf dem Friedhof bis zum nächsten Erscheinungsdatum)

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