Blogtour zu “Die Dämonen von Lorch” von Isabella Benz

Ihr lieben Freunde der historischen Literatur,

im Zuge der Blogtour „Die Dämonen von Lorch“ von Isabella Benz, möchte ich euch heute gerne in die Zeit der Kreuzzüge entführen, denn da spielt die Geschichte von Johann und Theodora.

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Der Begriff „Kreuzzug“

Auch heute wird der Begriff „Kreuzzug“ noch häufig verwendet, wenn von einem fanatischen, oft gewaltsamen Vorgehen die Rede ist. Er geht zurück auf den Kampf um Palästina zwischen den Christen und Muslimen. Seit dem 8. Jahrhundert hatte sich der Islam als Religion gefestigt und wurde u.a. durch Kriege und Landeroberungen immer weiter verbreitet. So kam es auch, dass die Muslime bei ihren Eroberungszügen Jerusalem Palästina bzw. Jerusalem einnahmen – für die Christen eine untragbare Situation.

Im November 1095 rief Papst Urban II. im französischen Ort Clermont am Ende einer Kirchenversammlung die Zuhörer auf, die Christen im Osten und insbesondere das Heilige Grab in Jerusalem aus muslimischer Herrschaft zu befreien. Er stellte den Teilnehmern in Aussicht sie von ihren Sünden freizusprechen. Die Wirkung war überwältigend: die Menschen glaubten, mit dem Kreuzzug den Willen Gottes zu erfüllen – es entstand eine regelrechte Massenbewegung.

Motive für die Kreuzzüge

Für die Teilnehmer konnten verschiedene Gründe ausschlaggebend sein. Das religiöse Motiv war tatsächlich nicht das einzige, das einen Ritter zum Aufbruch in das Heilige Land veranlasste, aber ein sehr wichtiges.

Außerdem erhoffte sich der Adel durch die Eroberung neue Besitztümer. Auch und gerade traf das auf die jüngeren Söhne des Adels zu, die nicht erbberechtigt waren und nun die Chance sahen, doch noch über ein eigenes Gebiet herrschen zu können. Dies war ebenso ein Ziel der Kirche, da der Kirchenfrieden immer wieder durch Konflikte gestört wurde, in denen es in erster Linie um Gebietsstreitigkeiten ging. So boten die Kreuzzüge auch eine willkommene Beschäftigung für die überzähligen Söhne, die nicht im Kloster oder im Klerus untergebracht werden konnten oder wollten.

Große Teile der Landbevölkerung sahen im Kreuzzug eine Fluchtmöglichkeit vor den harten und oft sehr ungerechten Lebensumständen in der Heimat – zumal der Papst ein Ende der Leibeigenschaft in Aussicht gestellt hatte für jeden, der das Kreuz nehmen und ins heilige Land mitziehen würde.

Auch Verbrecher und Gesetzlose folgten den Aufrufen, weil sie sich durch ihr Kreuzzugsgelübde der Strafverfolgung entziehen konnten und sich ein neues Leben oder Beute erhofften.

Die Folgen

Die Kreuzfahrer brachen 1096 zum ersten Kreuzzug auf. Nach unendlichen Strapazen erreichte das Ritterheer schließlich im Jahre 1099 Jerusalem. Bei der Eroberung richteten die Ritter unter den rund 20000 Einwohnern ein Blutbad an. Doch das sollte bei weitem nicht der letzte Kreuzzug sein. Jerusalem ging in den nächsten Jahrzehnten hin und her, einige Kreuzzüge verfehlten auch ihr Ziel, wie z.B. bei der Eroberung Konstantinopels oder bei dem gänzlich fehlgeschlagenen Kinderkreuzzug.

Auch wenn die Kreuzzugsbewegung generell gescheitert ist, trug die religiös motivierte Kreuzzugsbewegung dennoch zu einer Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Christen in Europa bei. Der wirtschaftliche und kulturelle Austausch zwischen dem christlichen Abendland und dem muslimischen Morgenland wurde ebenfalls im Laufe der Kreuzzüge intensiver.

Insgesamt ist die Beurteilung der Kreuzzüge gespalten: aus christlicher Sicht wurden sie oft anders bewertet als aus muslimischer. Die Bewohner Jerusalems hat dabei niemand gefragt.

 

Ich hoffe, dass ich euch ein wenig erhellen konnte!

Nun zu meinem Gewinnspiel: insgesamt gibt es 3 Bücher zu gewinnen. Auf jeden Blog wird es eine Gewinnspielfrage geben – und für jede richtige Antwort bekommt ihr ein Los. Bis Samstag Abend könnt ihr euch also bei allen Blogs melden und entsprechend Lose sammeln – am Sonntag wird ausgelost.

Meine Frage: Was motivierte die Menschen sich in ein fernes Land zum Kreuzzug zu begeben?

Morgen geht es weiter mit den Charakteren bei tanisbuecherwelt.

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3 Kommentare zu “Blogtour zu “Die Dämonen von Lorch” von Isabella Benz

  1. Hey, 😉

    die Motive waren religiöser Natur, der Adel erhoffe sich mehr Besitz und Reichtümer und die Bevölkerung sah die Kreuzzüge als Chance die oft harten und ungerechten Lebensumstände zu verbessern. Außerdem sahen Betrüger und Gesetzlose die Chance auf neue Beute oder auf ein neues Leben, da sie sich durch die Verpflichtung den Kreuzzügen gegenüber der strafrechtlichen Verfolgung entziehen konnten.

    Viele liebe Grüße

    Ricarda

    Email: ricarda.kehlert@gmx.de

  2. Huhu!
    Hab die Blogtour erst heute entdeckt und sie nun von hinten aufgerollt – deswegen mein Lob an euch alle an dieser Stelle: Ich hab sämtliche Beiträge gern gelesen und bin nun mehr als neugierig auf „Die Dämonen von Lorch“.

    Zu deiner Frage:
    Die Menschen hatten unterschiedliche und mehrere Motive sich auf Kreuzzüge zu begeben:
    – sicherlich auch religiöse Hintergründe, aber auch die Hoffnung auf neue Besitztümer (Land, Schätze…). „Sozial benachteiligte“ Menschen, seien es jüngere Adelssöhne bis hin zu den Leibeigenen/Landbevölkerung, sahen für sich die Chance auf ein besseres Leben. Und auch Straftäter hofften darauf, auf diese Weise der Strafe zu entgehen und vielleicht auch auf neue Beute.

    Liebe Grüße
    Jill
    reallyhappy(at)gmx.de

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