Rezension zu „Der Schattenjäger“ von Chris Moriarty

9783791513447Genre:           Jugendbuch
Seiten:           320
Verlag:          Dressler
ISBN:             978-3791513447
Preis:             19,95€

Inhaltsangabe:

Der dreizehnjährige Polizeilehrling Sascha wird in einen neuen magischen Fall gezogen. Die Ermittlungen führen Inquisitor Wolf, Sascha und Lily Astral quer durch die Stadt … und in Saschas Viertel. Nach und nach kommen ihnen die seltsamsten Gerüchte zu Ohren: Der Tote soll seine Seele an den Teufel verkauft haben – im Austausch für Ruhm und Reichtum. Doch je näher sie der elektrisierenden Auflösung des Mordfalls kommen, desto größer wird Saschas Angst, dass sein schattenhafter Dibbuk zurück und hinter seiner Seele her ist… Bald hält ein verworrenes Spiel um Magie und Macht Sascha gefangen – hat am Ende tatsächlich der Teufel die Fäden in der Hand?

Mein Leseeindruck:

Tja, der Teufel hält auf jeden Fall die Fäden in der Hand – es fragt sich lediglich, wer der Teufel ist 😉

„Schattenjäger“ ist der zweite Roman von Chris Moriarty über den jüdischen Jungen Sascha Kessler, der Magie sehen kann und bei der Polizei eine Ausbildung zum Inquisitor begonnen hat. Wie auch der erste Roman handelt es sich um ein etwas anderes Jugendbuch mit Fantasy- und Steampunkt-Elementen – gemixt mit einer schaurig-düsteren Atmosphäre und einen Blick in die jüdische Kulturgeschichte. Es handelt sich um eine Art Parallelwelt, in der es zwar Magie gibt, diese aber als überholt gilt. Die Inquisitoren dienen quasi dazu, magische Verbrechen aufzuspüren bzw. zu verhindern, doch leider ist die Inquisition gar nicht so rechtschaffen, wie man vielleicht denken mag, denn wo es um Geld und Macht geht, da herrscht auch Korruption.

In New York treibt ein Dibbuk (= ein Dämon, der in den Körper eines Lebenden eintritt) sein Unwesen und die Stadt wird außerdem bedroht durch den machtgierigen Industriemogul Morgaunt. Man könnte sagen, dass Morgaunt die Fäden der Stadt in der Hand hält – und so auch die Polizei.

Wenn da nicht der unverwüstliche Inquisitor Wolf wäre, der mit seinen Auszubildenden Sascha und Lily versucht den Mord aufzuklären, den Dibbuk aufzuhalten und Morgaunts Pläne zu sabotieren. Kein leichtes Spiel, denn letzterer spielt mit gezinkten Karten.

Ich fand Sascha und Lily in diesen Band noch sympathischer, als in „Der Seelenfänge“ und auch Wolf, eine Mischung aus Sherlock Holmes und Fox Mulder, ist nach wie vor eine wunderbar schlaue und geheimnisvolle Gestalt.

„Schattenjäger“ verbreitet eine angenehm düstere Atmosphäre, die an den Nebel über der Themse  und einen starken heißen Tee denken lässt. Einfach wunderbar!

Einen Punkt habe ich abgezogen, weil ich es wie in Band 1 schwierig fand, mich in der jüdischen Kultur und den ganzen Zusammenhängen von Kabbala und Magie zurechtzufinden.

Alles in Allem ein düsterer Fantasy-Roman für verregnete Nachmittage mit einer kuscheligen Decke und etlichen Heißgetränken!

4 Geister(4 von 5 Bewertungsgeister ließen sich von der Stimmung mitreißen – der fünfte verabscheut Magie)

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8 Kommentare zu “Rezension zu „Der Schattenjäger“ von Chris Moriarty

  1. Wie kommt es, dass ich von der Reihe bisher nichts gehört habe? Ich liebe Bücher, die sich auf die jüdische Kultur und Geschichte zurückbeziehen… wenn dann noch Magie mit im Rennen ist, ist das eigentlich eine Buchreihe für mich…

    • so weit ich weiß hatte das Buch einen schlechten Start. hatte Band 1 im Rahmen einer Leserunde gelesen und es kam bei den meisten nicht so gut an. Ist eben etwas düsterer und nicht Friede, Freude, Feierkuchen. Außerdem gibt es keine Liebesgeschichte. Ich denke mal, dass die beiden Bücher dadurch ziemlich untergegangen sind – in den ganzen gehypeten 0815 Jugendbüchern…

      • Keine Liebesgeschichte und düster? Args… wenn nur mein SUB nicht so hoch wäre, du schreibst mir gerade so den Mund wässrig…
        Es hätte mir gerade deswegen vermutlich sehr gut gefallen.

          • das mit dem SUB geht schnell. Ich bemühe mich auch zur Zeit, mich etwas zusammen zu reißen. Ich will weniger als 10 Bücher diesen Monat kaufen (das meiste sind ebooks, geht daher Preislich, aber SUB ist SUB), außerdem will ich bei Rezi-Exemplaren wieder etwas kürzer treten. Da hat sich irgendwie einiges angesammelt und eigentlich … so lang sind die Sommerferien nun auch wieder nicht 😉

          • Bei uns machen die BuWis einmal im Semester (manchmal auch zweimal) Bücherflohmarkt, wo man auch mal fünf Bücher für einen Euro bekommt…
            Oder die Fachschaft Englisch bringt englischsprachige Belletristik unter die Leute.
            Ich bringe es einfach nicht fertig, nicht zuzuschlagen :/

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