Rezension zu „Willkommen in Hawks“ von Juliane Käppler

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„Charlotte beabsichtigte, Ryan Catalanos zweiten Roman nicht am Stück zu verschlingen. Insbesondere weil es ihr widerstrebte, ihren Tagesablauf nach Unterhaltungsliteratur bestimmen zu lassen – war die Lesesucht nun ein Merkmal eines gelungenen Werkes oder nicht. Außerdem mochte sie den Aspekt des Verschlingens einfach nicht. Fast Food verschlang man, aber keine Entenbrust in Cognac-Soße.“

Genre:           New Adult, Romatik, Liebe
Seiten:           321
Verlag:          Books2Read
ISBN:             9783733783822
Preis:             5,99€
Leseprobe:  *click*

Inhaltsangabe:

Ein Jahr Schüleraustausch in Hawks, Michigan: Die 17-jährige Charlotte Engel findet es einfach ätzend. Bis sie sich in Cameron McCready, den Bad Boy der Kleinstadt, verliebt. Plötzlich ist Hawks für Charlotte der schönste Ort der Welt. Doch dann muss Cameron wegen eines Verbrechens, das er nicht begangen hat, ins Gefängnis. Mit gebrochenem Herzen fliegt Charlotte zurück nach Deutschland. Fünf lange Jahre vergehen – dann treffen sie sich erneut in Hawks. Ihre Liebe lebt, und jetzt sind sie beide, anders als damals, wirklich frei dafür! Doch derjenige, dessen Gefängnisstrafe Cameron abgesessen hat, hat noch eine Rechnung offen. Ein gefährlicher Wettlauf gegen die Vergangenheit beginnt …

Mein Leseeindruck:

Charlotte ist kein normales Mädchen, denn ihre Eltern sind Geologen, verbringen das nächste Jahr einfach mal in Tibet und haben ihre Tochter antiautoritär erzogen. Das kann ja schon mal schief gehen, aber zum Glück ist bei Charlotte alles gut gegangen und sie ist ein ganz und gar selbständiges und eigenständig denkendes Mädchen. Sie lässt sich nicht von Trends oder Klatsch und Tratsch beeinflussen:

„Charlotte machte sich nichts aus Trends, aus Charts, aus Mode. Der Wettlauf gegen die Jungfräulichkeit unter ihren Freundinnen ließ sie kalt, auch dann noch, als sie mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen konnte, dass sie mit Ausnahme zweier strenggläubiger Katholiken, die letzte der Klasse war, die noch keinen Sex gehabt hatte.

Problematisch wird das aber nun, als sie das nächste Jahr mitten im amerikanischen Nirgendwo bei ihrer Großmutter Lucy verbringen soll: in der „Kleinstadt“ Hawks mit 362 Einwohnern. Von Deutschland einiges gewöhnt, muss Charlotte feststellen, dass auf den Partys der Alkohol verboten ist, die Musik zensiert wird und die Highlights darin bestehen, wer mit wem gesehen wird – und was man trägt. So eine richtig schöne amerikanische Teenie-Komödie, wie man sie sich vorstellt. Doch der süße Kitsch trügt, denn wo nichts los ist, da wird getratscht – sowohl über die Helden der Mädchen, als auch über die schwarzen Schafe.

Der Erwähnungszwang nistete sich im Gehirn ein, verscheuchte alle logischen Gedanken und trieb sein opfer dazu, den Namen des oder der Angebeteten bei jeder Gelegenheit auszusprechen und stundenlang über ihn oder sie zu debattieren. Fand sich kein williger und vor allem verständnisvoller Gegenpart, wurde der Name vor lauter Verzweiflung in Schnörkelschrift auf Federmappen, Tapeten und Handrücken gekritzelt.“

Und ausgerechnet in das schwarze Schaf der Stadt muss sich Charlotte verlieben: Cameron – Bad Boy, Dealer, Halbwaise, Wiederholer. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Büchern aus dem Genre New Adult geht es zwischen Charlotte und Cameron nicht darum, wer nun wem zuerst an die Wäsche geht (auch wenn eine gewisse Spannung zwischen den beiden besteht). Statt dessen versteht es Juliane Käppler, eine Welt zu malen, die so unfair ist, dass sie eigentlich nur der Wirklichkeit entsprechen kann. Die jungen Menschen müssen mit Neid, Missgunst, Rachsucht und der Selbstgerechtigkeit von einfältigen Kleinstädtern kämpfen. Ein nahezu unmöglicher Kampf. Ein Kampf, den beide schon aufgegeben haben.

Doch zum Glück sieht man sich immer zwei mal im Leben. Ob die beiden sich noch einmal zusammen raufen können, verrate ich natürlich nicht. Fest steht, dass „Willkommen in Hawks“ ein unglaublich gutes, fesselndes, mitreißendes und wundervolles Jugendbuch ist – mit einem Hauch unterschwelliger Gesellschaftskritik. Man beobachtet Charlotte und Cameron, wie sie erwachsen werden und in einer scheinbar festgefahrenen Welt ihren Platz ergattern. Und dabei fließen schon mal ein paar Tränen… *schnief*

Begleitet wird die Geschichte, wie man es von Juliane Käppler kennt, mit dem passenden „Soundtrack zum Buch“, denn wie immer spielt die Musik eine wichtige Rolle. Es lohnt sich, wenn man das Buch ab und an zur Seite legt, Youtube anschaltet und das passende Lied heraus sucht, denn so kann man die Stimmungen am besten einfangen.

Come

As you are

As you were

As I want you to be

5 Geister

(5 von 5 Bewertungsgeister fanden die Geschichte von Charlotte und Cameron so großartig, dass sie es mit mir sogar zwei Mal gelesen haben!)

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3 Kommentare zu “Rezension zu „Willkommen in Hawks“ von Juliane Käppler

  1. Du hast eine wunderschöne Rezension geschrieben ! Die Geschichte kommt sehr gut rueber und ja,so war es mit den beiden.Ich habe das Buch auch geliebt♥

    LG Karoliina (LB)

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