Weekly Dose Schooltalk – Prüfungsmüdigkeit

Ihr Lieben,

ich drücke mich vor meiner Prüfungsvorbereitung und wollte euch nach langer Zeit mal wieder etwas über mein Leben als Referendarin berichten. Ich bin jetzt im zweiten „Ausbildungsjahr“, d.h. kurz vor dem zweiten Staatsexamen. Und die meisten von uns sind furchtbar prüfungsmüde. Am Ende des ersten Examens lauerte auf uns eine mind. 60seitige Examensarbeit, 5 mündliche Prüfungen und 5 schriftliche. Danach waren wir eigentlich urlaubsreif, aber wer einen begehrten Referendariatsplatz ergattern konnte, ist rasch umgezogen und schon ging der Schulalltag los. Das erste Jahr war von Schnuppern, Hinfallen und Aufrichten geprägt, aber wenigstens gab es erstmal keine Noten. In den Sommerferien wurde die zweite Examensarbeit geschrieben, das waren noch mal 40 Seiten. Kaum hatte das zweite Schuljahr begonnen, kam die mündliche Schulrechtsprüfung und im November meine Doppellehrprobe: eine Stunde Klasse 5 + zwei Stunden Grundkurs Geschichte 12 vor Prüfern unterrichten, für jede Lehrprobe eine didaktisch begründete Arbeit schreiben, anschließend Reflektion. Kurz Durchatmen.

Die Doppellehrprobe in meinem zweiten Fach kam dann im März diesen Jahres, da ich im Januar wegen längerer Krankheit ausfallen musste. Diesmal eine Stunde Klasse 6 + zwei Stunden Grundkurs 12 Ethik. Durchatmen.

Jetzt ist die allerletzte Prüfungsphase angebrochen: drei mündliche Prüfungen, jeweils die Fachdidaktik für Ethik und Geschichte und dazu noch eine allgemeine Prüfung in Pädagogik. Und nebenher natürlich weiterhin unterrichten, korrigieren, zum Elternabend kutschieren usw. Nur vor den Prüfungen haben wir zum Glück einen Tag frei, an dem wir effektiv lernen können. Das restliche Lernpensum wird zwischen Tür und Angel und zwischen Unterricht und Unterrichtsvorbereitung bewältigt.

Ganz ehrlich? Ich hab keine Lust mehr. Man will einfach nicht mehr lernen und irgendwann kommt man auch in das Alter, in dem einem das Auswendiglernen immer schwerer fällt. Doch bald habe ich es geschafft und dann sehe ich folgendermaßen aus (dann sind aber noch zwei Monate bis Schuljahresende ^^):

eulenWas sagt ihr zu dem Prüfungsvolumen. Gerechtfertigt? Oder würde euch die Ausbildung auch zu lange dauern. Wie habt ihr euren Abschluss im jeweiligen Beruf empfunden?

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2 Kommentare zu “Weekly Dose Schooltalk – Prüfungsmüdigkeit

  1. Ich bin ja noch im ersten Teil des Refs und mir graut schon etwas vor dem Prüfungsberg am Ende. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich glücklicherweise das 18-monatige Ref mache und die zweite Examensarbeit bei uns abgeschafft wurde. Als schriftliche Arbeit wird hier nur der 10-seitige ausführliche Entwurf je UPP bewertet. Die „nur“ 18 Monate haben zwar auch manchmal ihre Nachteile, weil das gesamte Programm, das vorher auf 24 Monate verteilt war, jetzt auf 18 Monate gestaucht wurde und man kaum zum Luft holen kommt, zwischen den Besuchen, Coachings, Einsichtnahmen, Gruppenhospiatationen, Praktika etc., aber ich finde, die Vorteile überwiegen. (Kann es aber auch schlecht beurteilen, hab ja nur meine Version kennengelernt).
    Alles in allem habe ich sehr gute Bedingungen (nette Menschen in der Schule, händelbare Klassen etc.).
    Trotz allem bin ich regelmäßig ferienreif, wenn ich zwei Wochen lang gleichzeitig den normalen Unterricht und einen UB samt ausführlichem Entwurf und drei- bis vierfach differenziertem Material vorbereitet habe.
    Am Ende wird der Druck sicher weiter ansteigen und es wird unangenehm werden.
    Alles in allem glaube ich aber, dass das Prüfungsvolumen bei uns schon gerechtfertigt ist.
    Gerade der Wegfall der zweiten Examensarbeit ist für mich eine sinnvolle Entscheidung. (Nicht nur, weil ich nicht so besonders viel Lust darauf gehabt hätte, sondern auch, weil ich die Praxisrelevanz stark bezweifle.)

    Etwas angenehmer würde das alles werden, wenn die Termine der Abschlussprüfungen etwas entzerrt würden. Zwei unterrichtspraktische Prüfungen und das Kolloquium an einem Tag halte ich nicht für sinnvoll. Klar müssen die Bereiche alle geprüft werden, gar keine Frage, aber alles an einem Tag?!

    • die Praxisrelevanz von einigen Dingen bezweifle ich auch stark! Vor allem aber auch die Show-Stunden zu dem Abschlusslehrproben. So einen Unterricht bereitet man wirklich nur gaaaaanz selten mal vor. Keine Ahnung, was wir da gekonnt haben!?

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