Rezension zu „Die Bürde der Schatten“ von Susanne Klaffenböck-Pointecker

BürdeGenre:           historischer Roman
Seiten:           254
ISBN:             978-3861961451
Verlag:          Papierfresserchens Mtm-Verlag
Preis:             11,90€

Inhalt

Schärding im Jahr 1935:

Nacht für Nacht wird Franziska von den flüsternden Schatten der Toten heimgesucht. Sie wandeln durch ihr Zimmer, kommen ihr ganz nahe.

Wegen ihrer Gabe wird sie von den Mitmenschen gemieden und fristet ein einsames Dasein. Nur ihre Freundin Magdalena begleitet sie stets treu durch jede Lebenslage.

Als Franziskas Vater sie mit seinem alten Schwager Johann verheiratet, scheint ihr Schicksal besiegelt: Auf die junge Frau wartet ein Leben ohne Liebe und Hoffnung. Erst als Franziska dem Zwangsarbeiter Lucien begegnet, scheint sie die Stimmen der Toten zu besiegen. Vom Zauber der Liebe gefesselt, gibt sie sich der verbotenen Leidenschaft hin.

Franziska ist beseelt von dem Wunsch, dieses Glück für immer zu halten, doch nach Ende des Krieges ist Lucien gezwungen, in seine Heimat zurückzukehren …

Mein Leseeindruck

Auch wenn das Cover viele nicht beeindrucken wird, der Inhalt hat es durchaus in sich. Man lernt Franziska in einer sehr schweren Zeit kennen, sie sieht Zeit ihres Lebens merkwürdige Erscheinungen, wird deswegen in ihrer Heimat von vielen wie eine Aussätzige behandelt und fällt beinahe einem Lynchmob zum Opfer. Die weitere Geschichte wurde so gut erzählt, dass ich das Buch rasch beendet hatte, da ich unbedingt wissen wollte, ob das Leben für Franziska noch mehr bereit hält, als nur Vorurteile und Ungerechtigkeit. Denn der größte Übeltäter ist wohl ihr herrschsüchtiger und verstockter Vater, der sie und ihre Mutter quält und seine Tochter an ihren viel zu alten Onkel verschachert.

Dieser historische Roman, der vor, während und nach des zweiten Weltkrieges spielt, hat aber auch einen kleinen paranormalen Touch. Franziska sieht nämlich des Nachts Schatten und diese sind nichts anderes als die Seelen der Toten. Erst später lernt sie diese Gabe auch von einer schönen Seite kennen. Denn als Kind hatte sie deswegen ständig Angst und keine Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Für den Vater ist diese Gabe sogar eine Schande und er schürt im Ort fleißig die Vorurteile. Vater des Jahres würde ich mal behaupten…

Richtig gut fand ich auch die Zitate bzw. Sprüche, die in die Erzählung eingeflochten wurden. Sie sind ganz niedlich gestaltet und geben der manchmal recht düsteren Stimmung eine verspielte Note.

Den Stern bzw. Bewertungsgeist Abzug gab es für Franziska und ihren Charakter, der sich im Laufe des Buches entwickelt. Am Anfang tat sie mir unendlich Leid und ich fand diese Ungerechtigkeit zum Schreien. Im Laufe der Erzählung fand ich sie aber immer ich-bezogener, es ging immer nur um sie und ihre Probleme. Als Beispiel kurz nach Kriegsende: Franziska meint, dass es nicht viele Sachen in den Geschäften gibt, die Leute aber durchaus zufrieden sind. Nur sie ist gepeinigt mit ihrem Kummer. So ein Unsinn. Viele Menschen haben ihre Liebsten verloren und/oder mussten sich eine neue Existenz aufbauen. Der egoistische Zug an ihr hat mir zum Ende hin dann nicht mehr so gut gefallen, daher die 4/5er Bewertung.

Alles in allem aber ein sehr spannender historischer Roman über eine fast unmögliche Liebe in den Zeiten des Krieges. Oft habe ich mir auch einen Lucien gewünscht, der meine Sprache für mich lernt und alle Hebel in Bewegung setzt, um mich sehen und lieben zu können :-*

4 Geister(4 von 5 Bewertungsgeister haben mit Spannung die Geschichte von Franziska mitverfolgt. Der fünfte war ein Zwangsarbeiter und ist nach Kriegsende in seine Heimat zurückgekehrt.)

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