Blogtour „Die Bürde der Schatten“ – Historische Hintergründe

Cover_3DIhr Lieben,

vielleicht habt ihr diese Woche bereits die Blogtour zu dem historischen Roman „Die Bürde der Schatten“ verfolgt oder seid auf eine Rezension gestoßen. Ich möchte euch heute in die Welt von Franziska entführen und euch auf eine kleine historische Führung einladen.

Schärding im Jahr 1935

Bauernhaus bei SchärdingFranziska beginnt ihre Erzählung 1935 in der Kleinstadt Schärding (Oberösterreich). Zu dieser Zeit hat Hitler bereits mit dem Prozess der Machtergreifung begonnen und ist in Schärding ebenfalls ein Begriff. Das wohl wichtigste Ereignis auf dem Weg der Machtergreifung ist das Ermächtigungs-gesetz vom 24. März 1933. Wobei man ja sagen muss, dass der Reichstag nur deswegen durchweg positiv gestimmt hat, weil die Opposition bereits mehr oder minder gewaltsam ausgeschlossen wurde. An und für sich wird das Thema Hitler und der Nationalsozialismus an dieser Stelle der Geschichte aber noch nicht vertieft.

Schärding im zweiten Weltkrieg (1939-1945)

AK_60452987_gr_1Mit Beginn des Krieges werden in Deutschland und Österreich die wehrfähigen Männer zum Kriegsdienst eingezogen, weswegen in Schärding rasch die Männer fehlen. Zurück bleiben Frauen, Kinder, Alte, Kranke und natürlich Männer in unabkömmlichen Positionen bzw. Berufen. Dadurch zeigt sich schnell das Problem, welches auch schon in der Antike und im Mittelalter in Kriegszeiten herrschte: wer bebaute das Land und wie konnte man sich noch versorgen? Denn die Landwirtschaft spielte auch in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch eine tragende Rolle und je besser diese lief, desto günstiger waren schließlich die Preise.

Auch in Schärding folgten Versorgungsengpässe, es fehlte aber nicht nur an Nahrungsmitteln, sondern auch an Gebrauchsgegenständen oder Kleidung. Während also die wehrfähigen Männer den Krieg für das Vaterland führen mussten, bangen die Zurückgebliebenen um das Überleben ihrer Liebsten, aber auch um das eigene. Ein baldiges Kriesende war daher mehr als nur erwünscht.

Zwangsarbeiter

Da sich Franziska in einen Zwangsarbeiter verliebt, nimmt dieses Thema eine bedeutende Rolle ein. In der Geschichte ist es der Franzose Lucien, aber die Wehrmacht konnte in allen besetzten Gebieten Menschen zur Zwangsarbeit verpflichten, es waren sozusagen Kriegsgefangene. (Obwohl sich die Wissenschaft durchaus über die Grauzone Zwangsarbeiter – Kriegsgefangener streitet.) Sinn und Zweck war dabei, neben der Demütigung, dass man die fehlenden Männer ersetzte. Schließlich fehlten z.B. in der Landwirtschaft und in Betrieben viele helfende Hände und Zwangsarbeiter kosteten in der Regel nichts. Leider wurden die Zwangsarbeiter oft nicht so gut behandelt, wie die Franzosen in Schärding. Sie waren zwar notwendig für die deutsche Wirtschaft und Versorgung, widersprachen aber der nationalsozialistischen Rassenideologie und wurden daher diskriminiert und auch schlecht behandelt.

Allein in der Landwirtschaft waren ca. drei Millionen Zwangsarbeiter tätig. Und dennoch mussten die Menschen hungern. Ich denke, dass sich hier ziemlich deutlich zeigt, wie grausam und Ressourcen fressend so ein sinnloser Krieg sein kann. Aber auch hier zeigt sich die schlechte Behandlung von Zwangsarbeitern (siehe Rassenideologie und Demütigung), denn viele Zwangsarbeiter mussten hungern. Da die Rationen immer mehr eingeschränkt wurden, blieb für sie selten genug übrig.

Im Buch wird angesprochen, dass es harte Strafen gab, wenn Zwangsarbeiter/innen sich mit der deutschen Bevölkerung einließen oder gar Kinder bekamen. Auch das wurde wieder ideologisch begründet, schließlich gefährdete man die „Rasse“ durch die „Vermischung des Blutes“. Die unerwünschten Kinder sollten dann entweder ebenfalls zu Zwangsarbeitern herangezogen werden oder sollten verkümmern bzw. verhungern. Schließlich waren es „unreine“ Münder, die es zu stopfen galt.


Ich hoffe, dass euch der kleine Exkurs neugierig auf Franziska und ihr Schicksal während des zweiten Weltkrieges gemacht hat! Wenn ja, dann macht doch einfach beim Gewinnspiel mit!

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6 Kommentare zu “Blogtour „Die Bürde der Schatten“ – Historische Hintergründe

  1. Ich glaube da hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen.
    Die Geschichte passiert im 2. Weltkrieg und nicht wie
    auf dieser Seite im 1. Weltkrieg. Tolle Geschichte nur
    ich weiss nicht ob es schon als historischer Roman gilt.

    • Ich war gerade ganz verschreckt, und wollte es ändern, aber da steht doch zweiter Weltkrieg oder hab ich Tomaten auf den Augen? Hab den Text grad zwei mal gescannt und leider keinen Fehler gefunden… Ich fand die Einordnung tatsächlich schwierig, aber Fantasy ist es auf keinen Fall, da die Gabe von Franziska nur am Anfang eine trage Rolle spielt. Durch die Problematik mit den Zwangsarbeitern während des Krieges hätte ich es noch am ehesten als historischen Roman bezeichnet.

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