Blogtour “Der Zorn des Lammes” von Johannes Groschupf – Haldol

Ihr Lieben,

ich möchte euch heute auf eine weitere Blogtour entführen und zwar zu dem leicht verstörenden Roman von Johannes Groschupf „Der Zorn des Lammes“, welcher am 1.04.2014 im Oetinger Verlag erschienen ist. Warum verstörend? Tja, dann schaut euch einfach unsere Themenbeiträge an und dann seid ihr vielleicht schon etwas schlauer 😉

1. April: http://melbuecherwurm.blogspot.de/
2. April: http://lesenundmehr.wordpress.com/
3. April: http://manjasbuchregal.blogspot.de/
4. April: http://schlunzenbuecher.blogspot.de/
5. April: http://chaosfabric.de/
6. April: http://www.bibilotta.de/ und http://www.schattenwege.net/
7. April: http://reading-books.de/ und http://dieseitenfluesterer-unserbuchblog.blogspot.de/
8. April: http://leseratte1969.blogspot.de/ und http://glutton-for-books.blogspot.de/

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Aber nun zu meinem Themenbeitrag, denn ich möchte euch über etwas erzählen, was einen der beiden Erzähler, Milan, zutiefst nervt: nämlich das Medikament Haldol, welches er nehmen musste. Ich werde euch eine Übersicht über die Anwendungsgebiete des Medikaments geben und welche (Neben-)Wirkungen es hat. Dadurch versteht man die Lage von Milan gleich etwas besser. Lesen müsst ihr das Buch natürlich selber ^^

„Keine Medikamente mehr. Kein Aufenthaltsraum. Keine Pfleger mehr, die einen ans Bett fesseln, wenn der Zorn in einem Ausbricht. Vor allem aber keine Medikamente mehr, die man schlucken muss und von denen die Hände zittern und die Augen müde werden, als hätten sie weiße Schleier darübergelegt, von denen die Gedanken wirr werden. Haldol heißt das Zeug. Wir haben es alle bekommen. Wir waren die Haldolzombies…“ S. 19

Mein erster Eindruck bei der Schilderung war ja, dass es sich wohl jemand ziemlich einfach gemacht hat und scheinbar alle möglichen Insassen einer „Klinik“ ruhig gestellt wurden. Schauen wir doch mal, was dahinter steckt!

Laut einer Online-Befragung von Sanego wird das Präparat Haldol in 50% der befragten Fälle zur Behandlung von Psychosen verwendet, manchmal auch bei psychischer Labilität, bipolaren Störungen, Angststörungen und Halluzinationen. Die Teilnehmer klagten über folgende Nebenwirkungen:

Müdigkeit 26%
Benommenheit 11%
Blickkrämpfe 11%
Gewichtszunahme 9%
keine Nebenwirkungen 9%

Nun, das sieht ja schon nach unangenehmen Nebenwirkungen aus, lässt aber noch nicht darauf schließen, dass daraus gleich eine ganze Meute „Haldolzombies“ entsteht, wie Milan es beschrieben hat, zumal man eigentlich annehmen könnte, dass es unterschiedliche Psychosen gibt und die dem entsprechend auch unterschiedlich behandelt werden sollten.

Was sagt denn der NetDoctor dazu?:

Anwendung:
  • schizoaffektive Störungen
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Halluzinationen
  • bipolaren Störungen
  • psychischer Labilität
  • Depressionen
  • Aggressivität
  • Schlafstörungen
  • Hormonschwankungen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Wesensveränderungen

Nun, davon trifft einiges auf Milan zu, denn er wird schnell aggressiv und sein Zorn steigert sich sogar zu gewalttätigen Übergriffen, er schläft scheinbar selten, hört Stimmen und bildet sich noch ganz andere Dinge ein. Demnach ist er auf jeden Fall ein Kandidat für das Präparat. Aber die Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen:

  • Schlafstörungen
  • Blickkrämpfe
  • Aggressivität
  • Hormonschwankungen
  • Mundtrockenheit
  • Muskelkrämpfe
  • Müdigkeit / Schlappheit
  • Blutdruckschwankungen
  • Schwindelgefühl
  • Wesensveränderungen
  • Gewichtsstörungen
  • Gefühlslosigkeit
  • Atemstörungen sehr selten
  • Glaukom (Erhöhung des Augeninnendruckes)
  • Hepatitis (Gelbsucht)

Das scheint schon etwas genauer zu sein und passt auch gut mit der Schilderung von Milan zusammen.

Was mich allerdings beschäftigt hat, ist die negative Seite in Milans Schilderung. Man kann davon ja halten, was man will, aber wenn ich von dieser Ruhigstellung von seinen „Mitinsassen“ höre, da regt sich bei mir ein leichtes Unwohlsein. Daher habe ich weitergeforscht und scheinbar geht es auch anderen Menschen so. Viele sind der Meinung, dass Haldol viel zu oft Anwendung findet, z.B. auch bei Demenz-Patienten, bei denen es auch andere Möglichkeiten geben würde. Einige sagen auch, dass Haldol nicht als Standard-Präparat verwendet werden sollte bzw. nicht in allzu hohen Dosen. Ich bin ja nun weder Mediziner, noch Pharmazeut, aber auch ich stehe der Massenruhigstellung kritisch gegenüber.

–>Was denkt ihr denn über diese „Haldolzombies“?

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2 Kommentare zu “Blogtour “Der Zorn des Lammes” von Johannes Groschupf – Haldol

  1. Pingback: Themenbeitrag: Der Zorn des Lammes

  2. Schöner Artikel – danke 🙂
    Ich denke, dass Haldol früher (vor 10-15Jahren) viel häufiger gegeben wurde als heute, aber es wird immer noch zu oft verabreicht, einfach um die Patienten ruhig zu stellen.
    Gerade bei älteren Menschen kann es aber auch genau die gegenteilige Wirkung haben, was oft nicht beachtet wird.
    Trotzdem: manchmal ist es unumgänglich, aber man sollte erst andere Medikamente ausprobieren… Denn „vor-sich-hin-vegetieren“ finde ich nicht menschenwürdig.

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