Rezension zu „Singe, fliege, Vöglein, stirb“ von Janet Clark

CoverGenre:           Jugendthriller
Seiten:           336
ISBN:             978-3-7855-7752-3
Verlag:          Loewe Verlag
Preis:             12,00€
Leseprobe:      *click*

Inhaltsangabe:

Letzte Woche hatte ich noch ein Leben. Einen Job. Einen Freund.
Vor fünf Minuten hatte ich zumindest Hoffnung.
Jetzt habe ich nur noch Angst.

Seit Ina die Leiche einer getöteten Mitschülerin gefunden hat, läuft ihr Leben mehr und mehr aus dem Ruder. Weil sie ihren Freund Aaron, der wegen der Tat befragt wird, vehement gegen die Anschuldigungen verteidigt, zieht ein riesiger Shitstorm über sie und ihre Familie hinweg. Dann wird sie plötzlich selbst des Mordes verdächtigt. Und zu allem Überfluss taucht wie aus dem Nichts ein Freund von früher auf, der eine alte Schuld einfordert. Bald versinkt Ina in einem Netz aus Lügen und kann niemandem mehr trauen – nicht einmal Aaron.

Mein Leseeindruck:

schweig_stillIch hatte das Glück, dass ich bei „Was liest du“ auf die Leserunde zu dem neuen Jugendthriller von Janet Clark gestoßen bin. Auch um „Schweig still, süßer Mund“ und „Sei lieb und büße“ bin ich schon länger geschlichen, daher musste ich jetzt endlich zuschlagen und konnte ein coverRezensionsexemplar ergattern. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Sehen die Cover nicht zum Anbeißen aus? Man vermutet hinter diesen Covern auch keinen Jugendthriller und gerade das finde ich so spannend. Mittlerweile stehen alle drei Romane in meinem Schrank und dort sehen sie verdammt gut aus! 😉

„Singe, fliege, Vöglein, stirb“ ist ein Jugendthriller, der sich durchaus auch der jugendlichen Sprache bedient. Ich weiß aus der Leserunde, dass der umgangssprachliche Stil nicht jedem gefallen hat. Janet Clark hat hier einen Kompromiss gefunden, weil es zwei Erzählstränge ging: zum einen die Geschichte von Ina, die ein Praktikum im Tierheim macht, die Leiche einer jüngeren Schülerin findet und in den Mordfall verstrickt wird. Dieser Erzählstrang ist in normalem Hochdeutsch geschrieben. Zum anderen wird die Geschichte aus der Perspektive von Aaron geschildert, Inas Freund. Er ist Hauptverdächtiger in dem Mordfall und hat einen eher umgangssprachlichen Ton drauf, z.B. „Eigentlich `n Witz. Endlich verlieb ich mich nach dem Fiasko mit Lennja wieder und schon steh ich mir aufs Neue die Füße vor diesem schiefen Schuppen platt.“ Das war übrigens der erste Satz der Aaron-Perspektive. Ich fand die Perspektivwechsel sehr gelungen, weil man einfach zwei Zugänge zu der Geschichte bekommt. Die unterschiedliche sprachliche Gestaltung hebt das natürlich noch hervor und war für mich neu und interessant. Normalerweise ist ja das ganze Buch in einem Stil verfasst oder nur bestimmte Dialoge.

Die Geschichte selbst ist spannend erzählt und liest sich sehr flüssig. Man will die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht, wer hat das Mädchen auf dem Gewissen und welche Verstrickungen ergeben sich noch. Daher flogen die Seiten nur so dahin. Janet Clark hat sich einige aktuelle Themen angenommen, z.B. Tierversuche, Internetplattformen (Facebook) und Cyber-Mobbing. Viele von uns wissen, dass Plattformen wie Facebook mit Vorsicht zu genießen sind, dass man überlegen soll, was man Preis gibt und dass Mobbing durchaus möglich wird. Aber welche Ausmaße das annehmen kann und wie dumm Menschen eigentlich wirklich sein können, das führt man sich leider nur selten vor Augen. In „Singe, fliege, Vöglein, stirb“ wird sehr anschaulich beschrieben, wie über das Internet der Ruf von unschuldigen Menschen zerstört werden kann und zu welcher Lynchjustitz auch Menschen in unserer heutigen Zeit fähig sind. Denn auch wenn die Geschichte fiktiv ist, basiert sie auf einer wahren Geschichte. Sehr, sehr traurig.

Ich fand es sehr gut, dass dieses Thema verarbeitet wurde, auch wenn ich ab und an das Buch weglegen und wütend schnaufen musste. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das viele Zweifeln. Inas Eltern zweifeln an ihr, Ina zweifelt an Aaron, Aaron zweifelt an Ina, Ina zweifelt an Lennja, Lennja und Janosch zweifeln an Ina und Aaron usw. Natürlich handelt es sich um ein Verwirrspiel und natürlich muss es spannend bleiben, aber eine Konstante hat mir in Sachen Vertrauen gefehlt.

Alles in allem ein spannender Jugendthriller, der mir vor Augen geführt hat, dass wir das Mittelalter und die Hexenverbrennung noch nicht ganz hinter uns gelassen haben und am Besten nicht mit dem Finger auf andere zeigen sollten!

4 Geister(4 von 5 Bewertungsgeister haben bis zum Ende gerätselt, wer wohl der Mörder war. Der Fünfte hat währenddessen kleine Küken vor dem sicheren Tod gerettet!)

 

 

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2 Kommentare zu “Rezension zu „Singe, fliege, Vöglein, stirb“ von Janet Clark

  1. uiuiui ^^ da freu ich mich gleich grad noch viel mehr aufs lesen 🙂 übrigens kam heute mein Geburtstagsgeschenk, was ich gleich mal mit Teamwechsel eingeweiht habe 😉

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