Leserunde zu “Charade – Bittersüßes Spiel” von Nyrae Dawn

Ihr Lieben,

wie bereits angekündigt, folgt nun die Leserunde zu Charade. Frau G. und ich werden heute starten und wahrscheinlich spätestens morgen mit dem Lesen fertig sein. Wir lesen zwar nicht die ganze Zeit unisono, werden unsere Eindrücke aber in unterschiedlichen Farben unter den jeweiligen Leseabschnitten veröffentlichen. Wer sich  spoilern möchte, kann hier viele Eindrücke sammeln, da wir die Handlung natürlich en détail bequatschen. Wenn ihr neugierig geworden seid und das Buch noch nicht habt, bei Lovelybooks startet in einer Woche die Leserunde zu „Charade“ und es gibt 5 Rezensionsexemplare zu gewinnen. Da könnt ihr auf jeden Fall zuschlagen ;-P

romance aktionVerlag: Romance Edition
Genre: Erotik, Romance
Seiten: 250
Preis Printbuch: 12,99 €
Preis ebook: 6,99 €

Abschnitt 1: Kapitel 1 bis 7

Waldschrat: Puh, das fängt ja schon so an… Es wird abwechselnd aus der Perspektive von Cheyenne und Colt erzählt. Die Hintergrundstory von ihr ist soweit ok, allerdings nervt es mich jetzt schon, wenn aller 3 Absätze wiederholt wird, dass sie doch eigentlich stark sein muss/will/kann/soll. Ich mag es nicht, wenn mir mit Wiederholungen die Bedeutsamkeit in den Kopf gehämmert wird. Colt jammert rum (ja, seine Mom hat Krebs, ich kenne das, ist wirklich nicht schön), aber sie fragt ihn, wie es läuft und er will sie nur anschreien und fragt, wie es ihr geht. Mein Gott, jede krebskranke Mutti wird wohl ihrem Sohn erzählen, dass es ihr soweit gut geht und will wissen, wie es ihm geht. Da beißt man halt in den sauren Apfel und erzählt es. Die Mutti will es hören, sonst hat sie doch nix. Egoistischer und dummer, jammernder Idiot, wenn ihr mich fragt. Besäuft sich lieber und vögelt irgendsoeine Tussi, anstatt der Mutti zu sagen, dass alles läuft. Und dann weist die Handlung jetzt schon Unsinnigkeiten auf, das mag ich ja gar nicht. Chayenne erwischt ihren Freund mit einer anderen, er sagt, sie kann ihn nicht verlassen, findet sowieso keinen anderen, weil sie ihm gehört (Typ dominant und fies), seine Neue meint aber, sie wären schon ein Jahr zusammen und er würde nur aus Mitleid mit ihr zusammen sein. Alles zusammen genommen ist er als Charakter doch nicht glaubhaft. Eigentlich keiner der Personen. Und die Dialoge zwischen Cheyenne und Colt sind irgendwie sinnlos – so einen Mist redet doch kein normaler Mensch, denk ich mir. Bin unzufrieden 😦

Frau G.: Ach herrje, ich bin echt sprachlos… Eigentlich hatte ich mich auf ein kurzweiliges Lesevergnügen in Verbindung mit einer Leserunde gefreut, das das Cover und der Klappentext auch eigentlich versprochen haben. Ich bin fürs Erste enttäuscht, die Story ist ein wenig platt, die Charaktere noch mehr. Immer im Wechsel taucht man in die wenig einfallsreiche Gedankenwelt von Cheyenne und Colt ein. Für mich ist es too much, wenn beide Hauptprotagonisten so ein wahnsinniges Päckchen mit sich rumschleppen. Sie ist z. B. erst 19 (er auch nicht viel älter mit seinen 21) und tut schon so, als hätte sie die Welt gesehen und nur ihr sei Schlimmes widerfahren. Von allen Seiten gibt es nur spätpubertäres Gehabe, was überhaupt nicht zu Cover und Klappentext passen. Abgesehen davon haben die auch noch Namen, die in mir unerfreuliche Assoziationen wecken – Cheyenne, Gregory, Maxine oder Colt. Ich hoffe wirklich, dass die Story noch ein bisschen an Fahrt gewinnt, bis jetzt möchte ich das Buch einfach nur weglegen.

Abschnitt 2: Kapitel 8 bis 13

Waldschrat: Mittlerweile habe ich mich etwas eingelesen. Die Story um das Verschwinden von Cheyennes Mutter ist an und für sich ziemlich spannend, mit Krimi-Potential. Mal schauen, was die Autorin daraus macht. Das Verhalten von Cheyenne, Gregory, Maxine und Colt ist nach wie vor ein wenig daneben, inkonsistent. So einen Unsinn verzapfen doch nicht mal 14jährige in ihrer Pubertät oder? Das allmähliche Näherkommen zwischen Colt und Cheyenne liest sich ganz gut, man wünscht es ihnen ja schon, obwohl die Charaktere ja derart problembelastet dargestellt werden, dass ich mich frage, ob eine Selbsthilfegruppe nicht besser wäre, als das unreife Getue (was ich ihnen nicht wirklich abnehmen kann). Manchmal ist weniger tatsächlich mehr, liebe AutorInnen da draußen!

Frau G.: Die folgenden Kapitel waren schon mal besser, als die ersten. Mit Cheyenne werde ich immer noch nicht warm – sie hat mir eindeutig zu oft Bauchschmerzen, ihr ist übel oder weiß der Geier was noch –, Colts Eispanzer hingegen bekommt ein paar Risse und Gefühle schimmern so langsam durch. Die Geschichte um den Tod von Cheyennes Mutter ist wirklich spannend angelegt, ich hoffe nicht, dass es nun zu einem riesen Ballon aufgebauscht wird, der dann einfach wie eine Seifenblase platzt. Was mir auffällt, ist, dass Colts sterbenskranke Mutter mit kaum einen Wort mehr erwähnt wird. Hat er sie am Anfang doch jeden Tag besucht, ist jetzt kaum mehr die Rede davon. Gut, wir sind ja aber auch die meiste Zeit auf irgendwelchen Partys, auf denen sich wahlweise einer von beiden oder gleich beide abschießen. Das Buch ist leider immer noch auf Highschoolniveau. Man kann also gespannt bleiben.

Abschnitt 3: Kapitel 14  bis 19

Waldschrat: Puh, diese Cheyenne macht mir echt zu schaffen. Sie ist vielleicht nicht dumm wie ein Brot, aber sie verhält sich auf jeden Fall wie eins. Panikattacken bekommt sie wegen allem und jedem, vor allem, wenn ein Baum umfällt oder ein Hund bellt. Ich weiß, dass Panikattacken nichts Schönes sind, und man keine Witze darüber macht, aber in beinahe jedem zweiten Absatz ist das übertrieben. Dann regt sie sich ständig darüber auf, dass Colt sich wie ein Arsch verhält, dabei ist sie selbst das egoistische Trampeltier, welches sich völlig neben der Spur verhält. Am schärfsten fand ich aber, als sie rumgejammert hat, dass niemals jemand für sie da war und sie sich auf niemanden verlassen konnte. Ihre Tante und ihr Onkel, die sie aufgezogen haben und lieben, werden sich auf jeden Fall bedanken. Davon abgesehen glaube ich nicht, dass wenn sie Colt so heiß finden, sie sich beim Sex seitenweise monologisierend völlig dämliche Gedanken machen kann. Die ganze Handlung ist stellenweise sinnlos und auf jeden Fall fürchterlich in die Länge gezogen. 

Frau G.: Ich muss ehrlich sein… Die Kapitel waren so belanglos, dass ich schon wieder fast alles vergessen habe. Es wird nun endlich ein bisschen gefühlvoller mit den beiden, aber das Kopfkino von Cheyenne scheint auch in den Momenten nicht stillzustehen. Sie ist ein bisschen wie die Mutter, die kurz nach der Geburt ihrem Mann zuliebe es mit einem Schäferstündchen probiert, aber trotzdem nur mit gespitzen Ohren ins Babyzimmer lauscht… Auch wenn die beiden noch so jung sind, Erotik stelle ich mir auch in dem Alter anders vor. Und die Panikattacken werden nun langsam ein bisschen zu viel und auch makaber.

Abschnitt 4: Kapitel 20 bis 26

Waldschrat: Es passiert nichts Überraschendes, Colt benimmt sich weiter wie ein irrationaler Arsch und Cheyenne hat weiter irrationale Panikattacken. beide streiten sich, landen zusammen im Bett, gehen auseinander, streiten sich usw. Schön fand ich die Szene in der Cheyenne Colts Mom hilft und sie sich ein Tattoo stechen lässt. Die Story mit der krebskranken Mom könnte wirklich sehr berührend sein, wenn man nicht so viel Zeit damit verschwendet hätte, die ganzen anderen Personen sinnlose Dialoge sprechen und Monologe denken zu lassen. Die glaubhafte Handlung glänzt nach wie vor mit Abwesenheit. Dafür gibts nen Tadel vom Schulleiter. Mindestens. Die ganzen Versäumnisse lassen sich jetzt zum Ende des Buches auch nicht mehr nachholen!

Frau G.: Wir haben des Pudels Kern erreicht, Madame ist verliebt… Hat sie nicht noch Seiten vorher behauptet, sie bräuchte keinen und kann sich am besten um sich selbst kümmern? Wie war das noch mit dem sie will keine Gefühle investieren? Jetzt ist das Kindelein nun doch in den Brunnen gefallen und sie wundert sich, dass Colt ihr nicht die gleichen Gefühle entgegen bringt ^^ Colt wiederum dreht ein bisschen frei und kommt mit sich selber nicht mehr klar, was ja irgendwie auch absehbar war. Das Tattoo für Mama ist wirklich eine schöne Geschichte, aber warum muss Madame auch hier – wie immer eigentlich – so verdammt Ich-bezogen sein?

Abschnitt 5: Kapitel 27 bis Ende

Frau G.: Nun haben wir auch seine Mutter beerdigen müssen. Da fällt mir ein, die Story um den Tod ihrer Mutter wurde gar nicht aufgeklärt… Schade, noch eine vertane Chance in diesem Buch. Nach dem Tod kam noch ein völligst unnützer Krankenhausaufenthalt für Colt, den das Buch wirklich gar nicht gebraucht hat. Im Epilog geht es dann wie immer viel zu schnell… Eine 19jährige ist schon lange mit ihrem Freund zusammengezogen… Hallo? Realitätsferne lässt grüßen. Mehr als zwei Sterne hat es nicht verdient.

Waldschrat: Es ist zuende. Für die wenigen Seiten wollte die Autorin tatsächlich viel zu viel, am Ende hat sie versucht die Kurve zu kriegen, aber die Protagonisten blieben für mich immer noch sehr unausgegoren, too much drama, vor allem mit dem völlig unnötigen Unfall am Ende. Als ob das Buch besser werden würde, wenn man einfach fast alle irgendwie sterben lässt. Nun ja…

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9 Kommentare zu “Leserunde zu “Charade – Bittersüßes Spiel” von Nyrae Dawn

  1. klingt ja grausig meine Lieben! Na ich wünsch euch noch vielSpaß beim verreißen und werde mich erstmal weiter mit Hr. Potter verwöhnen.

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