Rezension zu „Agentur der bösen Mädchen“ von Lotte Kinskofer

agentur-der-boesen-maedchenGenre:     evtl. Chick Lit
Seiten:    256
ASIN:       B00EOO6AW0
Verlag:    hey! publishing Verlag

Kurzbeschreibung

Mieten Sie die Frau Ihrer Alpträume! – Drei Freundinnen gründen eine Agentur der etwas anderen Art: Hier lernen Männer den richtigen Umgang mit Frauen, die ihnen das Leben zur Hölle machen. Ob nervige Geliebte oder böse Schwiegermutter, alles kein Problem. Oder vielleicht doch?

Gerade dreißig geworden, zieht Annette Bilanz: kein Job, kein Mann und kein Durchsetzungsvermögen, wahrlich kein Grund zum Feiern! Ihre Tante Ricarda hingegen vertreibt sich die Zeit mit weitaus jüngeren Bettgenossen, nach dem Motto: Bloß nicht verlieben, eine Scheidung reicht. Als Annettes Freundin Eva mit ihrem Emanzentum den Verehrer ihrer Tochter beinahe in die Flucht schlägt, stellt diese fest: »Dich müsste man mieten, Mama. Bei dir könnten die Männer wenigstens lernen, dass sie harten Zeiten entgegensteuern«. Eine brillante Geschäftsidee!
Im Auftrag ihrer Agentur finden sich die drei Frauen in allerhand schrägen Situationen wieder. Aber nicht jeder Fall ist zum Lachen. Denn wo Männer sind, lauern Gefühle … und die lassen sich nicht so einfach zu den Akten legen.

Mein Leseeindruck:

Der Titel lässt mich immer noch schmunzeln, denn man weiß wirklich nicht, auf was man sich bei dieser Agentur einlässt. Ich finde die Idee sehr witzig und habe sehr gerne die verschiedenen Aufträge verfolgt, in denen sich Eva, Ricarda und Annette oft von ihren schlechteren Seiten gezeigt haben und die Männerwelt damit aufmischen konnten. Diese Agenturidee ist einfach Klasse und ich könnte mir die eine oder andere Situation gut für mich vorstellen. Mein liebster Kunde war aber Ferdinand, der nach und nach selbstbewusster wurde, gelernt hat, wie er seiner herrischen und besitzergreifenden Mutter widersprechen konnte und sich zum Schluss eine eigene Existenz aufgebaut hat. Dass es dann nicht sofort mit der passenden Frau geklappt hat, ist für mich völlig okay.

Ich hatte zwar angenommen, dass sich aus der flotten Idee heraus kein Liebesroman entwickelt, war dann aber dennoch positiv überrascht, als sich bei jeder Frau ein wundervoller Mann einschlich (oder „zurückschlich* – kleiner insider). Ich brauche kein Happy End, um glücklich zu sein, hätte es dennoch jeder der Frauen gegönnt, dass sie mit dem jeweiligen Mann glücklich wird. Und jetzt kommt mein Kritikpunkt an das Buch: es wurde wunderschön die Szenerie aufgebaut, der jeweilige Kel war einfühlsam und zuvorkommend und dann hat die Autorin das zerstört. Bei Annett sogar zwei Mal. Da frage ich mich schon, warum man sich die Mühe macht, einen wundervollen Mann auszuformulieren, ihn in eine Pralinenschachtel steckt und dann eine Woche nach dem Öffnen ist er schlecht. Also fast jeder Mann hat sich als kleinere oder größere Katastrophe entpuppt und ich hab mich dann irgendwann etwas verarscht gefühlt. Liebe Autorin, dann steck doch bitte etwas weniger Liebe in deine Charakterbeschreibungen, du kannst die Frauen nicht immer anfüttern und ihnen dann die Leckerbissen wieder wegnehmen.

In der Leserunde wurde v.a. kritisiert, dass es drei Erzählstränge gibt und sich die Frauen kapitelweise abwechseln. Das habe ich nicht als störend empfunden, im Gegenteil, es war sehr spannend, die Situation aus drei verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und die Frauen dadurch besser kennenzulernen. Wobei ich nicht sagen kann, dass ich eine bevorzugen würde. Die Emanze Eva war eine ziemlich coole Mutti, die etwas ältere Ricarda hat mich ein wenig an Samatha aus „Sex and the City“ erinnert, und ich habe der jungen Annette sehr gern beim „Erwachsenwerden“ und „über sich hinaus wachsen“ zugesehen.

Mein zweiter Kritikpunkt ist statt dessen, dass die Frauen zunehmend rumgejammert haben, dass keiner weiß, wie schlecht es ihnen gerade geht und keiner sie versteht und was weiß ich, sie ihren sogenannten Freundinnen aber nie wirklich reinen Wein eingeschenkt haben. Immer war irgendwer gehemmt. Und wirklich geredet haben sie immer nur dann, wenn sie sich die Kante gegeben haben und dann zu dritt aneinandergekuschelt in einem Bett geschlafen haben. Was zwei Mal passierte. Also wirklich: was ist das denn für eine Frauenfreundschaft, in der man nur dann mal wirklich redet, wenn man sich was hinter die Binde kippt? Da müsste ich ja Alkoholikerin werden, damit ich mit meinen Mädels mal hinterher komme.

Mein Fazit lautet daher: fetzige Idee, interessante Charaktere, zwischenmenschlich besteht Nachholbedarf. Eine nette Lektüre für Zwischendurch, aber kein Lieblingsbuch.

3 Geister(3 von 5 Lesegeister haben das Buch mit mir zuende gelesen, 2 lagen betrunken in meinem Bett)

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2 Kommentare zu “Rezension zu „Agentur der bösen Mädchen“ von Lotte Kinskofer

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