Rezension zu „Dark Canopy“ von Jennifer Benkau

Cover Dark Canopy„Ich versuche wirklich, euch zu verstehen“, sagte ich, „ich versuche, beide Seiten zu verstehen, aber…“
… es war schwer
Neél lächelte mich an. „Tu das nicht. Wenn du beide Seiten verstehst, kann es kein gutes Ende für dich geben.“

Genre:     Jugendbuch, Dystopie
Seiten:    524
ISBN:       978-3839001448
Verlag:    Scrip5

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Kurzbeschreibung:

Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr …

Mein Leseeindruck:

Nun gut. Lange habe ich mich vor dieser Rezension gedrückt. Aber wenigstens nicht so lange, wie vor dem Buch. Ich wusste schon vor dem Erscheinen, dass ich es haben muss und hab es mir gleich im März 2012 gekauft und signieren lassen. Ich wusste weitestgehend, was mich erwartet und daher fasste ich das Buch dennoch nicht an. Wer mich kennt, weiß, dass auch Panem 3 noch bei mir im Shcrank vor sich hin gammelt. Da lobe ich zwar immer die guten Dystopien, weil sie ungeschminkt sind und am Ende nicht in einem rosaroten Teenager-Happy-End auslaufen, was die ganze Dystopie ad absurdum führt, aber lesen will ich sie dann doch nicht *kopfschüttel*

Nun habe ich das Moster endlich aus seinem Schrank befreit und verschlungen. Wie erwartet, gerät Joy in die Fänge der Percents, welche die Menschen im Krieg besiegt haben und sie nun mehr oder minder unterdrücken. Das Leben als Rebell ist hart und so passiert es, dass für einige Privileigen oder Nahrung schon mal Menschen an die Percents verraten oder verkauft werden. Menschen sind nun einmal nicht perfekt. Genau hier liegt aber die Krux, haben die Menschen die Percents doch eigentlich als Soldaten (und somit um den Menschen bei sinnlosen Kriegen zu dienen) erschaffen. Es kam zum Krieg und der Spieß drehte sich um. Warum erzähle ich das auf diese Art und Weise: weil man immer gerne Partei ergreift. Am Anfang denkt man noch „Oh, die armen Menschen“. Dann lernt man Neél und die Geschichte der Percents durch Joys Augen und Ohren besser kennen und kommt zu dem Schluss, dass einfach nur eine Grausamkeit die andere ablöste. Menschen versklaven ja auch mal gerne andere Lebewesen oder auch Ihresgleichen. Joy wird also ganz schön der Kopf gewaschen, so aber auch Neél. Man kann sich denken, dass sich die beiden nicht nur näher kommen, sondern auch klammheimlich verlieben. Diese Gefühle schleichen sich hinterrücks an und verwirren die beiden ganz schön. Ich habe fast schon atemlos mitgefebert, war aber auch hin und her gerissen, weil ich wusste, dass die Sache kein gutes Ende haben kann. Das wird auch schon etwas in dem Zitat oben deutlich. So, wie die Welt ist, kann es nur einen geben, eine Lebensform muss die Oberhand behalten. Und eine Liebe zwischen zwei verfeindeten Lebensformen kann in so einer Gesellschaft nicht erblühen, ist zum Scheitern verurteilt.

„Das zwischen uns, das war wie Wind. Stürmisch, pfeifend, eisig und rau, voller Zorn, aber ebenso mild, berührend oder zärtlich flüsternd. Solange es frei war, konnte es all das sein. Wenn wir es festhalten würden, blieb uns vermutlich bloß Luft in den Händen.“

Die beiden knüpfen also in dieser finsteren Welt ein enges Band, und es wird immer schwerer, zu entscheiden, was richtig oder falsch ist. Die ganze Zeit über will Joy fliehen und am ende gelingt ihr das sogar. Sie kehrt zu den Rebellen zurück. Aber um welchen Preis???!!!

Jeder andere Autor (den ich zuvor wegen seiner/ihrer Kitsch-Dystopie verteufelt habe) hätte den beiden eine Chance gegeben. Wenn ich Fingernägel kauen würde, hätte ich nach den letzten Seiten sicherlich blutige Nägel gehabt. Dieses Buch trieb mich zur Verzweiflung, zur Hoffnung, zum Schreien. Abwechselnd und gleichzeitig. Wusste ich doch die ganze Zeit über, dass es kein gutes Ende nehmen würde, nicht durfte. Ich wollte es wirklich gegen die Wand schmeißen, zerfetzen, mir die Haare raufen. Diese blöde, gottverdammte Menschheit und ihre Selbstgerechtigkeit.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach eine richtige Dystopie – brutal und ungeschminkt. Es zeigt ziemlich schmerzhaft unsere Stärken und Schwächen. Und nein, es wird nicht immer alles gut, auch wenn wir hart dafür kämpfen. Dafür müsste sich schon viel mehr ändern und nicht nur ein Mädchen daherkommen, um plötzlich die Welt zu retten. Das ist auch unrealistisch.

Mir wurde gesagt, dass ich unbedingt Teil 2 lesen soll, ich habe bereits angefangen. Ich glaube nicht an das Happy End, hoffe aber auf ein wenig Vernunft. Hoffentlich macht Teil 2 die Welt zu einem besseren Ort!

5 Geister(5 von 5 Lesegeister waren gespannt, verliebt, schockiert. Sie können die Dummheit von anderen Lebewesen kam verstehen)

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