Rezension zu „Der Seelenfänger“ von Chris Moriarty

Genre:     Fantasy, JugendbuchCover Seelenfänger
Seiten:     351
ISBN:       978-3791513430
Verlag:    Dressler

Kurzbeschreibung:

New York, ein magischer Melting Pot!

Lower East Side, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Ermittler für magische Angelegenheiten bei der New Yorker Polizei zu arbeiten, ist eigentlich kein Job für einen dreizehnjährigen Jungen. Aber als sich herausstellt, dass Sascha Kessler, Sohn jüdischer Einwanderer aus der ärmlichen Lower East Side, tatsächlich Magie sehen kann, verändert sich sein ganzes Leben. Sascha geht bei dem erfolgreichen Star-Ermittler Maximilian Wolf in die Lehre und gemeinsam jagen sie eine unheimliche Schattenseele, einen Dibbuk*, der die ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt.

*Dibbuk – ein Dämon, der in den Körper eines Lebenden eintritt

Mein Leseeindruck:

Der Seelenfänger ist ein merkwürdiges Jugendbuch, gespickt mit Elementen aus Fantasy und Steampunkt, Moral und jüdischer Kulturgeschichte. Man wird in eine Art Parallelwelt geworfen, in der die angeblich alte und überholte Magie der Juden bzw. der Alten Welt gegen den Fortschritt der Amerikaner ringen. Dabei wäre dieser Kampf gar nicht notwendig, es spricht nichts gegen eine fruchtbare Koexistenz, bedienen sich doch die Reichen und Mächtigen der Magie, wenn sie sie brauchen. Doch scheinbar muss man den „Pöbel“ unterdrücken, sprich Einwanderer, welche Magie ausüben und sei es auch nur kleine Haushaltsmagie. Die Inquisitoren sollen eigentlich nur magische Verbrechen verfolgen, aber wenn das Stadtoberhaupt selbst der fiesester Magier ist, welcher die Inquisition in der Hand hat, fragt man sich doch, wie gerecht das sein soll.

Der Ermittler bzw. Inquisitor Wolf hat mir sehr gut gefallen, eine Mischung aus Agent Mulder und Sherlock Holmes und meiner Ansicht nach der tragische Held der Geschichte. Denn der Hauptprotagonist Sascha lügt recht viel, verstrickt sich, will nie zu viel verraten, seine Familie schützen und macht dabei alles nur noch schlimmer. Mit Sascha bin ich letztendlich nicht so wirklich warm geworden.

Ab der Mitte des Buches wurde die Geschichte immer spannender, v.a. wollte ich wissen, was die Ermittlungen im Mordversuch an dem Erfinder Edison ergaben. Edisons Gegner ist übrigens Houdini und ich fand es sehr amüsant, welche Seitenhiebe die Geschichte noch beherbergte, z.b. auch die Magierorganisation mit der Parole „Magische Werktätige aller Länder vereinigt euch“. ^^

Viele Leser in der Leserunde haben die ganzen jiddischen Begriffe etwas gestört, ich konnte mit den meisten etwas anfangen und fand den Ansatz mit der jüdischen Familie im jüdischen Arbeiterviertel sehr interessant und auch witzig, v.a. die Dispute der Familienmitglieder über die richtige Auslegung der Lehren. Viel Schmunzelpotential.

Mein Fazit lautet daher, dass die Story interessant und außergewöhnlich gewählt wurde, es trotz der düstern Geschichte auch erheiternde Momente gab und ich sehr gespannt darauf bin, wie es mit Sascha und Inquisitor Wolf weiter geht. Und ich hoffe sehr, dass mir Sascha mit seiner Heimlichtuerei und seinen nahezu dummen Entscheidungen im nächsten Band nicht mehr so sehr auf die Nerven geht. Man muss es nämlich nicht übertreiben!

4 Geister

(4 von 5 Lesegeister, der 5te wurde wegen Hexerei verurteilt)

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