“Daydreams – true or false” #Kapitel 8

Ihr Lieben, die Novelle neigt sich langsam dem Ende entgegen. Das nächste Kapitel ist ein etwas kurzes Zwischen-Kapitel, ein intermezzo, könnte man fast sagen. Dafür gibt es nächste Woche dann reichlich Erotik und, naja, der Kampf beginnt ;-?

Kapitel 8

Die Träumerin wurde heftig zu Boden geschleudert. Dieses Mal hatte sie keine Zeit sich zu orientieren, denn vom ersten Moment an drang ihre Umwelt feindselig auf sie ein. Ein eiskalter Luftzug stach ihr in die Nase, Blätter begannen ihr ins Gesicht zu klatschen.

Ohne nachzudenken rannte sie los; hielt lediglich ihre Arme schützend vor sich gestreckt; um zu versuchen, den richtigen Weg zu finden. Sehen konnte sie nichts.

Mehrmals fiel sie hin, schlug sich die Knie auf; ihre Hände waren nach wenigen Minuten von Blättern und Ästen zerschnitten.

„LIEBST DU MICH DENN NICHT, kleine Lillian?“ brüllte ihr eine Stimme entgegen, die sie mittlerweile einordnen konnte. Es war Dorians Stimme. Nur wenige Stunden zuvor hatte sie ihr noch neckend ins Ohr geflüstert. Jetzt bereitete diese nur noch Schrecken.

Die Träumerin wurde sich zum ersten Mal bewusst: Sie war keine Unbekannte, die durch ein Labyrinth stolperte, sondern Lillian Edelius und dies war nur ein Traum! Ein Traum, sagte sie sich. In den vorangegangenen Nächten hatte sie sich doch bestimmt auch verletzt, war aber immer ohne Schäden aufgewacht. Warum sollte sich das jetzt ändern?

Von der Stimme verfolgt kam sie diesmal an einer anderen Stelle des Labyrinths an. Nämlich in einer Sackgasse. Nein! Sie drehte sich um, und bemerkte, dass der Blättersturm auf sie wartete. Es gab kein Entkommen. Da bemerkte sie, wie aus den Blättern eine Gestalt trat. Sie war nicht wirklich körperlich, aus Fleisch und Blut, wenn man das in einem Traum überhaupt sein kann. Die Person war etwas größer als sie, irgendwie männlich gebaut und bestand nur aus Blättern. Dort wo ihr Gesicht sein sollte, schauten zwei braune Augen aus dem Grün. Dorians Augen.

Wie gelähmt stand sie da und starrte dem Blätterwesen ungläubig entgegen, welches unbeirrt auf sie zu kam. Ihr Verstand war damit beschäftigt, der Situation, in der sie feststeckte, einen Sinn zu geben. Im nächsten Moment packte eine Blätterhand ihre Kehle und zog sie ganz dicht an sich heran. „Was ist los, meine Kleine, gefalle ich dir nicht mehr?“ fragte das Wesen boshaft. Lillian musste unweigerlich darüber nachdenken, wie das Ding vor ihr überhaupt sprach. Direkt in ihren Kopf? Aber sie war doch schon im Traum. Wenn sie bedachte in welcher Gefahr sie sich befand, verlor sie wahrscheinlich gerade den Verstand.

Seine Hand schloss sich noch fester um ihren Hals und drückte zu, bis sie nur noch Sterne sah. Das ist dann das Ende, dachte sie, gleich wache ich auf.

Anstatt aufzuwachen, fühlte sie den Schmerz ihrer ausgezehrten Lungen. Ihr Körper hatte keine Reserven mehr und sie spürte, wie das Leben sie buchstäblich verließ. „Wach auf“ schrie es in ihr, „komm schon, gib ihm nicht nach“. Wieso nicht? Es wäre so einfach. Sie musste sich nur ergeben, dann würde sie wie jede Nacht schweißgebadet aufwachen. Gleich ist es vorbei!

„Nein!“ rief die Stimme in ihrem Kopf barsch. „Wenn du jetzt aufgibst, bist du verloren. WACH AUF!!!!“ Lillian riss ihre Augen auf. Da WAR eine Stimme in ihrem Kopf. Augenblicklich begann sie zu zappeln und griff mit den Händen nach dem Schraubstock der ihr die Luft abdrückte und trat um sich. Hilf mir! schickte sie als Bitte auf den Weg zu der Gedankenstimme, wem auch immer sie gehören mochte. „Halt dich an mir fest“ befahl diese. Lillian klammerte sich an den Gedanken, konzentrierte sich auf die Stimme, als wäre sie ein Licht am Ende des Tunnels und versuchte auf dieses Licht zuzugehen. Die Bilder um sie herum verschwammen, aus der Ferne nahm sie noch ein ungehaltenes Brüllen wahr, dann herrschte nur noch Dunkelheit.

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Hast du die vorherigen Kapitel verpasst? –> hier gehts lang:

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

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