“Daydreams – true or false” #Kapitel 2

Es ist wieder Freitag und so kommt hier nun Kapitel 2 aus meinem Romantasy-Novel!

Kapitel 2

„LILLIE“, schrie Christa über den Schulhof und Lillian war sich sicher, dass auch die halbe Nachbarschaft gerade aus dem Bett gefallen ist.

„Lillie, da bist du ja“, japste Christa atemlos, nachdem sie freudestrahlend und rufend zu ihr gelaufen ist. Lillian nutze die Zeit, um nach June Ausschau zu halten. Doch da die beiden heute (mal wieder) spät dran waren, wartete June sicherlich schon im Unterrichtsraum, umringt von einer Horde Jungs, die ihr jedes Wort von den Lippen ablasen. Daher nahm Lillie ihre Freundin bei der Hand und schleifte die immer noch keuchende Christa hinter sich her. „Wir kommen noch zu spät, und das am ersten Schultag!“

Christa murmelte etwas Unverständliches, ließ sich aber widerstandlos durch das Schulgebäude ziehen. Als sie den Unterrichtsraum erreichten, saß June – wie erwartet – braungebrannt und wie immer atemberaubend schön, auf ihrem Pult und erzählte von ihrem Urlaub. Fast jeder im Raum starrte sie an und auch wenn man noch nie ein Wort mit der Schönheit gewechselt hatte, so versuchte man doch alles mitzubekommen. June war die Tochter eines bekannten und beliebten Politikers und hatte selbst nicht wenige Ambitionen. Sie sah also nicht nur unglaublich gut aus, sondern hatte auch wesentlich mehr in ihrem Kopf, als die meisten ahnten. Was für sie nun kein Grund war, sich ihr Aussehen und ihre Popularität nicht zunutze zu machen. Lillian und Christa waren da ein ganz anderes Kaliber. Christa war eine absolute Chaotin, aber von der liebenswürdigen Sorte. Einen Masterplan wie June hatte sie nicht; dafür aber umso mehr Träume, die fast alle darauf hinaus liefen, dass sie nach dem Abschluss um die Welt reisen und irgendwo jobben wollte. Lillie wurde ganz schlecht bei dem Gedanken. Sie selbst war eher schüchtern, hübsch – normal eben. Nichts Besonderes, wie June, dachte sie immer, aber die beiden brauchten auch irgendeinen Ausgleich und so hat sich das Gespann vor zwei Jahren gefunden und nie wieder getrennt.

Bevor sie jedoch ihre Ferienerlebnisse ausgiebig auswerten konnten, begann die erste Stunde und erst im Laufe der Pausen kamen sie dazu, sich über alles genauestens auszutauschen. June ist in den Ferien auf einer Art Sprachreise an der Côte d’Azure gewesen und dementsprechend braungebrannt. Sie berichtete von den jungen Männern, dem Wetter, der Gastfamilie, bei der sie gewohnt hat und was sie in der Zeit alles lernen und erleben durfte. Nun ging es den Mädchen ebenso wie ihren Klassenkameraden und sie hingen an Junes Lippen.

„Wie, und dann hat er dich geküsst? Am Strand bei Sonnenuntergang?“ schmachtete Christa. „Warum passiert mir sowas nie? Und warum renne ich die Ferien über in der Eisdiele rum und lechze nach mehr Trinkgeld, während du dir eine schicke Bräune holst?“ Christa klang vielleicht neidisch, aber sie war es eigentlich nicht. Schließlich hatten auch ihre Ferien nicht nur aus Kellnern bestanden. Sie hatte wahrscheinlich ein Dutzend Bücher verschlungen, war nachts durch die Gärten und Straßen geräubert und hatte in dem einen oder anderen Club sicherlich nichts anbrennen lassen. Christa nahm das Leben wie es kam und genoss es in vollen Zügen!

Nur Lillian fühlte sich irgendwie unzufrieden. Ja, Unzufriedenheit und Unruhe waren das, was sie dabei fühlte. Auch sie hatte ihr Taschengeld in den Ferien aufgebessert und bei ihrer Mom im Fotogeschäft ausgeholfen. Das Beste daran war, dass sie dabei ihrem Hobby, dem Fotografieren, ungehindert nachgehen konnte. Aber was die Jungs anging: nada!

„Wie sieht`s denn bei dir aus, Lillie, mit irgendwelchen heißen Boys rumgehangen? Erzähl schon, was ist denn mit Peter? Der hatte doch vor den Ferien irgendwelche Pläne wegen Kino oder so“, bohrte Christa, denn Lillian hatte sich bisher eher zurückgehalten. Nach den letzten Nächten war sie aber auch todmüde und konnte sich nur minimal mit ihren Freundinnen freuen.

Es half aber alles nichts und bevor die beiden noch misstrauisch wurden und zu den falschen Schlüssen kamen, erzählte sie ihnen von den tollen Fotos, die sie ihrer privaten Galerie hinzufügen konnte, und dass sie eigentlich zufrieden mit ihrem „ruhigen Sommer“ war. Außerdem hatte sie zwischendurch ein paar Tage bei ihren Großeltern verbracht und ist dort rund um die Uhr mit Gartenarbeit, aber auch mit Gammeln und langen Spaziergängen im Wald beschäftigt worden. „Mir ist einfach niemand über den Weg gelaufen, der mein Interesse wecken konnte. Ich weiß auch nicht, aber besser als ein Ferienflirt und dann Liebeskummer ohne Ende!“ versuchte Lillian die Situation zu retten.

„Kein cooler oder schnuckeliger Typ?“ „Kein verwegener Außenseiter oder Student auf Sommerurlaub?“ „Hast du eigentlich in letzter Zeit mal die Augen aufgemacht?“ fragten Christa und June abwechselnd und schauten sich verwirrt an. Die Welt war doch voller hinreißender Kerle und an jeder Straßenecke wartete das nächste Abenteuer. Nun, es war nicht so, dass sie sich von jedem abschleppen ließen, der ihren Weg kreuzte, sie waren gewissermaßen schon wählerisch was das anging. Aber ein wenig träumen, flirten, oder am besten – Küssen, muss doch wohl drin sein, besonders wenn der Sommer so lang und heiß ist wie der letzte. Da befasst sich das überhitze Gehirn doch automatisch mit Tagträumen, oder nicht!?

„Du verschweigst uns doch nichts, oder?“ fragte June ihre Freundin und zwinkerte ihr verschmitzt zu.

Lillian seufzte. „Nein, wirklich nicht, ich bin nur müde, hab schlecht geschlafen“ brummelte sie.

„Soso“, meinte June und sah Christa verschwörerisch an. Das würden sie wohl genauer unter die Lupe nehmen müssen!

Als der Schultag vorbei war, verabredeten sie sich später in ihrer Stammeisdiele San Marco`s zu treffen und gemeinsam Pläne für das kommende Schuljahr zu schmieden.

~*~

Christa hat ihren Nebenjob als Kellnerin nach den Ferien behalten und da sie an diesem Tag noch arbeiten musste, ließen sie ihre Freundin notgedrungen in der Eisdiele zurück. June und Lillian haben sich währenddessen zu einem kleinen Stadtbummel entschlossen. Shoppen mussten sie eigentlich nicht, aber June wollte wissen, was sich in den letzten Wochen verändert hatte und auch wenn Lillian ihr versicherte, dass alles beim Alten war, so wollte sich die unternehmungslustige Schönheit nicht davon abhalten lassen, die Stadt unsicher zu machen. Aber eigentlich war es gewissermaßen auch eine Ausrede dafür, die Freundin etwas genauer zu beobachten. Und vielleicht konnte man auch noch den einen oder anderen Flirt mitnehmen. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, lautete Junes Motto und bisher war sie damit ziemlich erfolgreich durch ihre 17 Lebensjahre gekommen. Daher fasste sie die etwas mürrische, fast schon störrische, Lillian an der Taille und zog sie weiter durch die Innenstadt.

Nachdem sie durch den Park geschlendert waren, sich in der Drogerie mit nicht wirklich notwendigen Beautyartikeln eingedeckt und noch einen Zwischenstopp im Coffee-Shop hinter sich hatten (Latte-Macchiato mit fettarmer Milch, dafür aber Vanillesirup), einigten sie sich auf den Buchladen als letzte Station. June wollte sich einen neuen Reiseführer und ein wenig Literatur über Schottland kaufen, da sie dort wahrscheinlich die nächsten Ferien verbringen würde und Lillians Bücherstapel freuten sich immer über Zuwachs.

Lachend stolperten sie durch die Tür und wurden sofort von einer älteren Dame kritisch beäugt. Diese stand an einem Regal und stöberte augenscheinlich in der Esoterik-Ecke. „Na die sollte es doch am besten wissen“ feixte June und sie fingen wieder an zu kichern. Nach einem weiteren missbilligenden Blick verzogen sich die Mädchen in den hinteren Bereich zu den Themen Reisen, Schulbuch und Weiterbildung sowie Romane. Während sie sich umschauten, kam ein junger Mann aus dem abgetrennten Bereich; schwer atmend und mit einer riesigen Kiste auf den Armen, über die er weder drüber noch vorbei schauen konnte. Lillian sah ihn zuerst und befürchtete schon, dass er irgendwo dagegen laufen würde und versuchte ihn irgendwie vom nächsten Regal wegzudirigieren, wusste aber eigentlich nicht, wo er hin wollte. Währenddessen bemerkte auch June das Geschehen und versuchte ihrerseits mit Worten und entsetzten Rufen ihr übriges zu tun, um Schlimmeres zu verhindert, sorgte dabei aber nur für mehr Verwirrung.

Die ganze Aktion rief natürlich auch die ältere Dame auf den Plan, die nun mit Zornesfalten auf der Stirn und in die Hüften gestemmten Armen angerauscht kam, um sich lauthals über das Getöse zu beschweren. Sie blieb genau in der Lücke zwischen einem Regal und einem Aufsteller für den neuen Bestseller „Tod auf dem Land“ von Tim Martens stehen und registrierte zu spät, dass ein Karton auf zwei Beinen direkt auf sie zu torkelte.

Bevor die wild mit den Armen rumfuchtelnde Frau ausweichen konnte, stieß der Kartonträger mit ihr zusammen und landete unvermittelt auf dem Hintern – mit dem Karton auf dem Bauch, der dabei umkippte, so dass sich eine Bücherflut über den Boden ergoss. Keuchend richtete er sich auf.

Lillian entwich ein „Ohhhh“ und von June kam ein gemurmeltes „Yammie“. Anstatt ihm zu helfen, starrten die drei unterschiedlichen Frauen ihn nur an, wie er verwirrt auf dem Boden saß und sich aufrappelte.

„Entschuldigung, ich hoffe Ihnen ist nichts passiert“, fragte der junge Adonis an Esoterik-Tante gewandt.

„Äh“, sie räusperte sich. Etwas gefasster antwortete sie „Können Sie nicht aufpassen? Das ist doch gefährlich, was sie hier machen! Ich sollte mich beschweren, schließlich hätte alles Mögliche passieren können!“

In der Zwischenzeit starrten June und Lillian fasziniert den jungen Mann an und warteten darauf, seine Stimme erneut zu hören. Unterdessen wurde er von oben bis unten gemustert (und noch mal das gleiche Spiel rückwärts). Mit etwas Öl beschmiert, hätte er den perfekten Coverboy abgegeben. Dunkelblondes Haar fiel ihm leicht in die Stirn, seine Augen waren haselnussbraun, die Lippen geschwungen, perfekt zum Küssen und spöttisch Verziehen, wie er es gerade tat.

Als Lillian bemerkte, dass sie ihn noch immer anstarrte,  errötete sie. June dagegen genoss noch etwas länger den Blick auf einen fabelhaft geformten Körper mitsamt seinem flachen, aber bestimmt harten Bauch, den himmlischen Beinen und kräftigen Armen. Und diese Hände… Während June sich noch vorstellte, wie diese Hände über ihren Körper glitten, begann Lillian in ihrer Verlegenheit ein Gespräch.

„Geht es dir, äh, also, ist bei dir alles in Ordnung?“ stotterte sie vor sich hin.

Er machte es ihr leider nicht leichter, denn nun war er es, der sie von oben bis unten musterte und eine Augenbraue anhob. Das spöttische Grinsen blieb auf seinen Lippen.

Eine weitere Nuance röter, streckte sie die Hand aus und brachte noch ein „Äh, hi, ich bin Lillian“ heraus. „Meine Freunde nennen mich aber Lillie.“ Er sah runter auf ihre Hand, dann wieder hoch in ihre Augen. Nun mach schon was und grins nicht so dämlich, dachte Lillian. Und scheinbar wurde sie auch erhört, denn er ergriff ihre Hand, lächelte sie spitzbübisch an und antwortete „ich bin Dorian. Nichts für ungut, normalerweise geht es hier nicht so chaotisch zu, Lillian“ setzte er noch hinzu und sah sie aufmerksam an. Dabei sprach er ihren Namen seltsam aus; betonte jede Silbe, als würde er den Klang testen wollen. Erst dann ließ er auch ihre Hand wieder los.

Während Lillian sich mit ihrem zunehmenden Herzklopfen auseinandersetzte, hatte sich auch June aus ihrer Betrachtung gelöst und ging selbstbewusst auf ihn zu. „Hey, ich bin übrigens June. Sag mal, du bist nicht zufällig Single oder?“

Lillian schnappte nach Luft. Das war doch jetzt nicht ihr Ernst oder?

Wenn June jedoch dachte, sie hätte selbstbewusstes Auftreten schon von Kindesbeinen an eingeflößt bekommen und perfektioniert, so hatte sie in diesem Dorian ihren Meister gefunden.

Er betrachtete sie einen Moment schweigend, solange bis sie begann unsicher von einem Bein auf das andere zu treten und antwortete schließlich mit honigsüßer, kräftiger Stimme. „Ja, ich warte tatsächlich noch auf die Richtige“, wobei er sich leicht zur Seite drehte und Lillian geheimnisvoll anlächelte. Deren Herz blieb just in diesem Moment buchstäblich stehen und der noch funktionierende Teil ihres Gehirns entschied, dass sie dazu lieber gar nichts sagte. Oh Gott, wie er mich ansieht. Ihre Beine wurden butterweich.

June war sich noch nicht sicher, ob sie den Kampf schon aufgeben sollte und ob dies der gesuchte Kandidat für ihre Freundin war. Daher fragte sie ihn, seit wann er schon in dem Buchladen arbeitete und wie seine Pläne für die Zukunft aussahen.

„Ich bin erst seit einigen Wochen hier. Gerade mit der Schule fertig und wollte erst einmal hier und da ein wenig jobben und mir einige Städte näher anschauen.“ An Lillian gewandt fügte er hinzu: „Wenn es mir hier gefällt, bleibe ich gerne noch ein Weilchen.“ Für mich ist das wohl aussichtslos, dachte June. Wenn die Geschichte hier nicht Liebe auf den ersten Blick ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Hoffentlich vermasselt Lillie es nicht, aber vielleicht steht der Typ ja auch einfach auf die schüchterne Sorte… Sie seufzte und gab sich einen Ruck. „Na dann sieht man sich ja vielleicht öfter! Lillian ist nämlich eine richtige Leseratte, weißt du“ sagte sie abschließend, nahm zwei Schottlandreiseführer und schnappte sich die festgefrorene Freundin am Arm. „Wir müssen langsam los. Bis bald“ flötete June noch über die Schulter und ging in den Kassenbereich.

An der Kasse entdeckten sie Frau Meyer, ihre Lieblingsmitarbeiterin des Buchladens. Die Mädchen mochten sie, weil sie gern ein Auge zudrückte und nicht so verklemmt war, wie ihre Kolleginnen. Frau Meyer hatte sich von dem ganzen Chaos überhaupt nicht beeindrucken lassen, durfte sich allerdings gerade die Tiraden der offenbar gekränkten Esoterik-Dame über Sicherheitsbestimmungen und die Jugend von heute anhören und war daher dankbar über die Abwechslung. Sie bedankte sich für den Einkauf und June meinte „da haben Sie aber einen schönen Fang gemacht“ und deutete zuerst auf Dorian, der noch immer neben dem Aufsteller stand und die Mädchen beobachtete, und dann auf die entrückt lächelnde Lillian.

„Na dann sehen wir uns ja bald wieder“ antwortete Frau Meyer und grinste verschwörerisch. „Bis die Tage ihr beiden!“

~*~

An der Straße angekommen blinzelte Lillian mehrmals und schaute sich verwirrt um. In Gedanken sah sie immer noch die nussbraunen Augen vor sich und hatte plötzlich Lust auf Schokopudding, sahnig und warm. Obwohl, nein, Appetit hatte sie eigentlich gar keinen. Genaugenommen war ihr eigentlich ganz flau im Magen und irgendwie schwindelig. Ob sie wohl genug getrunken hatte oder vielleicht irgendetwas ausbrütete?

„Lillie?!“ fragte June und starrte sie dabei leicht alarmiert an, als hätte sie nicht zum ersten Mal gefragt. „Alles okay bei dir?“

„Was? Wer? Dorian…“ murmelte sie nur.

June verdrehte die Augen. Das konnte ja noch heiter werden. Scheinbar ist Lillians Verstand ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden. „Dich hat‘s ja ganz schön erwischt, was?“

Lillians Gesicht blieb leicht verträumt, und es mischte sich erneut ein rosafarbener Schimmer unter. „Seine Augen, hast du diese Augen gesehen? Wenn er mich ansieht, beginnt mein Herz zu rasen, alles wird verschwommen und ich fühle mich so…“ zerstreut suchte sie nach Worten. „Ich fühle mich irgendwie leicht, verwirrt, verletzlich und ausgeliefert zugleich. Das ist alles so sonderbar.“

Ihre Freundin nickte zufrieden. Scheinbar war mit Lillie doch alles in Ordnung, es musste nur der richtige Typ her! So wie es aussah, versprach der Herbst noch viel interessanter zu werden, als sie gedacht hätte! „Also gefällt er dir?“

„Ähm, also, er sieht ja nicht schlecht aus“ meinte Lillie ganz unschuldig.

„Nicht schlecht? Das ist ja wohl die Untertreibung des Jahrhunderts! Der Typ hat so viel Sexappeal wie Wolverine. Der Brad Pitt der Bücherwelt. Tu dir selbst den Gefallen, komm morgen wieder und gib ihm deine Nummer!“

Lillian schaute sie kritisch, aber mit einem kleinen Hoffnungsschimmer in den Augen, an. „Meinst du wirklich? Ich weiß ja nicht…“

„Na klar! Dieser Dorian hat mich gar nicht beachtet und hatte nur Augen für dich!“ entgegnete June aufgebracht. Dabei kam ihr der Gedanke, dass sich normalerweise die anderen wohl so fühlten, wenn sie immer im Mittelpunkt stand. Das ist ja ein furchtbares Gefühl! Umso wichtiger war es, die Freundin jetzt aufzubauen und ihr mit Mr. Right zu helfen. „So und jetzt gehst du fein heim und überlegst dir in aller Ruhe, was du morgen anziehst. Du kannst dir auch ein paar Sätze zurechtlegen, aber die bekommst du wahrscheinlich eh nicht raus. Du wirst wohl ihm das Reden überlassen müssen.“

Lillians Gesichtszüge nahmen schon wieder einen entrückten Ausdruck an, als sie an seine samtweiche Stimme dachte.

„Hast du mir eigentlich zugehört?“

„Mhm“ murmelte Lillian.

Belustigt schüttelte June den Kopf. „Na pass auf. Ich bringe dich am besten noch nach Hause. Du scheinst grad nicht so auf der Höhe zu sein!“

Als Antwort bekam sie wieder nur ein „Mhm“. Arm in Arm schlenderten die beiden Richtung Lillians Haus, und während June fröhlich vor sich hin plapperte, wie toll doch ihr Urlaub gewesen sei und wie sehr sie ihre Freundinnen trotzdem vermisst hätte, hörte Lillian nur ein Dauerrauschen und dachte an braune Augen und Schokopudding.

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