Was ich mich schon immer fragte…

1. Wie leichtgläubig darf die Heldin sein?

Kennt ihr das auch: es kommt ein wildfremder, unbeschreiblich gutaussehender Typ auf die weibliche Hauptfigur a.k.a. Heldin zu, er ist so umwerfend und geheimnisvoll, dass die Gute beinahe das Atmen vergisst, er faselt etwas von Gefahr, Weltuntergang, unvergesslichen sexuellen Erfahrungen und sie wirft alle Gedanken über Bord und schließt sich ihm an?

Ich habe mich jedes Mal gefragt „hä? hat er dir auch gleich das Hirn rausgenommen? Kannst du nicht wenigstens kurz nach dem wen, warum und wer fragen?“ Jetzt habe ich genau die gegenteilige Erfahrung gemacht! In „Raven“ von Andrea Mertz kommt ebenfalls ein ausgesprochen männliches, nach Gefahr triefendes Exemplar und sie ist erstmal irritiert, stellt tausend Fragen, dann holt sie noch ihre Tasche usw. Ich dachte mir diesmal „hallo? Mache mal hinne, die bösen Buben kommen gleich umme Ecke!!!?!“

Vor allem nöle ich ja sonst immer rum, dass die Frau doch wenigstens ihr Tasche mit Handy und drei Geldscheinen bei sich haben sollte. Das ist doch bei jeder Flucht unumgänglich (na und der Lipgloss und eine Flasche Evian, ne).

Als ich mich bei meinem gedanklichen Rumgenöle erwischte, wurde mir folgendes klar: wie es der Autor/ die Autorin macht, es ist verkehrt. Darum frage ich euch:

Wie leichtgläubig darf die Heldin sein? Was muss passieren, dass sie ohne weiter nachzuudenken mit irgendeinem fremden Typen mitgeht, dem man die Gefahr schon auf einem Kilometer Entfernung ansieht?

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3 Kommentare zu “Was ich mich schon immer fragte…

  1. Yo, ist doch klar:
    Der goldene Mittelweg!
    Perso zeigen lassen, SMS an Freundin schreiben, mit wem man mitgeht, mitgehen.
    Man kann auch Fragen stellen, während man schon vor den bösen Buben wegläuft.
    Ansonsten: Aufmerksam sein, mitdenken. Bei Ungereimtheiten die Wahrheit verlangen. Aber dann eben auch nicht ausflippen, wenn man sie hört.

    Würde sagen, sie sollte so reagieren, wie jemand auf einen Verkehrsunfall reagiert. Cool bleiben, Notruf wählen, erste Hilfe leisten.

  2. Ich muss sagen, den Kann ich fast nichts hinzufügen 🙂 Wenn die Welt untergeht sollte man immer seine Handtasche dabei haben! Was da alles drin ist … 😀 das kann auf alle Fälle die Welt retten!
    Und im Zweifelsfall gilt sowieso: Erstmal Beine in die Hand nehmen, aber skeptisch bleiben und nicht schießen ohne vorher nachzudenken!

  3. Naja, kommt halt auch ein bisschen darauf an, wie die Heldin in dem jeweiligen Buch angelegt wird.
    Ist sie das süße, behütete und am besten noch total weltfremde Mädchen, das vor allem den Beschützerinstinkt weckt, dann gehört die Naivität wohl mit zum guten Ton… Den bei den Büchern gibts ja dann auch immer das ultimative Happy End…
    Wo aber die Heldin so angelegt ist, dass sie auch mitdenkt und mitdenken kann, dann würde ich die Krise bekommen, wenn sie mir nichts, dir nichts mit dem „bösen Buben“ um die Ecke huscht… Die Bücher haben aber m. M. n. auch mehr Pfiff, weil sie halt nicht so ein ferngesteuertes Blödchen mit großen Rehaugen ist.

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