Rezension zu „Das Tagebuch der Patricia White“ von Gian Carlo Ronelli

Genre:     ThrillerDas-Tagebuch-der-Patricia-White-B00C5N72BK_xxl
ASIN:       B00C5N72BK
Verlag:    Sieben Verlag

Kurzbeschreibung:

Jack Reynolds erwacht verletzt und ohne jede Erinnerung in einem Motelzimmer. Offenbar wollte er sich Tags zuvor das Leben nehmen. Einziges Indiz ist ein Aufgabeschein von FedEx. Er hat vor dem Selbstmordversuch ein Päckchen an eine Adresse in New York City geschickt.

In dem Päckchen befindet sich das Tagebuch der achtjährigen Patricia White. Alles deutet darauf hin, dass jemand Patricia bedroht. Ihr Leben ist in unmittelbarer Gefahr und Jack muss den Täter davon abhalten, sein tödliches Werk zu vollenden. Aber der lässt sich nicht ins Handwerk pfuschen. Seine Jagd auf Jack hat längst begonnen. Er will Jack nicht einfach töten. Er will vorher mit ihm spielen.

Mein Leseeindruck:

Mit der Rezension habe ich etwas gezögert, da ich die ganze Geschichte zunächst sacken lassen musste. Mittlerweile bin ich aber immer noch geteilter Meinung und versuche mich an einer Rezension, die dennoch nur einen Teil meiner Eindrücke wiederspiegeln kann.

Die ersten Kapitel waren sehr verworren, der „Antiheld“ Jack kann sich an nichts erinnern, findet zwar seinen Namen und Adresse heraus, hat aber ansonsten keinen Bezug zu sich selbst. Außerdem hat er wirre und symbolbelastete Alpträume, ein Durcheinander aus möglichen Kindheitserinnerungen, Namen, Gedanken und Visionen. Das erschwerte es sehr, sich in der Geschichte zurechtufinden und eine Beziehung zum Hauptcharakter herzustellen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich lese tatsächlich am liebsten Bücher, die zwar überraschend sind, in denen ich mich aber mit dem „Held“ oder der „Heldin“ identifizieren kann. Ich habe das Gefühl, dass sie für mich dann am wertvollsten sind.

Gut gefallen hat mir dabei aber, dass Jack das Tagebuch des Mädchens (wieder)findet und man an den einzelnen Tagebucheinträgen nach und nach das Schicksal von Patricia erfährt. Ein Lichtblick in den düsteren Tagebucheinträhen und verworrenen Visionen sind außerdem Jacks bester Freund Dave und sein Chef. Auch ohne sein Gedächtnis ist er bei ihnen in guten Händen. Man könnte sogar sagen, dass Dave der Symphatieträger des Buches ist. Jack ist und bleibt der Antiheld, bis zum bitteren Ende.

Da ich nicht allzuviel verraten möchte, werde ich hier nicht weiter ins Detail gehen. Festzuhalten ist, dass ich mich zwischen lähmender Verwirrung und der spannenden Suche nach der Wahrheit hin und her gerissen fühlte.

Das Ende hat mir persönlich nicht gefallen, aber das ist bei diesem Buch auf jeden Fall Geschmackssache. Die Auflösung in mehreren Abschnitten, die rückwärts verlaufen und die tatsächlichen Ereignisse wie ein rückwärts ablaufender Film aufklären, war interessant und innovativ, allerdings hatte ich dann einen kleinen Drehwurm bzw. Knick im Gehirngewinde. Außerdem hätte ich mir für Jack ein anderes Ende gwünscht, dadurch war es Ende für mich etwas unbefriedigend.

Mit gemischten Gefühlen vergebe ich 3 von 5 Bewertungspunkten. Durch die sehr symbolträchtige Sprache war ein ein anspruchsvolles Buch, nicht unbedingt für Zwischendurch oder für allzu schwache Nerven. Die Symbole und „Visionen“ waren nicht selten bluttriefend oder eklig. Aber so ist es nun mal bei einem Thriller. Gestört hat mich eher das Gesamtkonzept, die Einbettung der Träume in die Rahmenhandlung. Aber ich hatte bei dem Titel und der zugehörigen Beschreibung auch eine völlig andere Erwartungshaltung. Bei dem Klappentext könnte man sicherlich noch nachbessern, weil sonst einige Leser ganz schön danebengreifen werden, denke ich mal.

Wer einen spannenden und mysteriösen Thriiller lesen will, der den Leser lange Zeit an der Nase herumführt und ein eher unkonventionelles Ende präsentiert, der ist hier genau richtig!

666 (3 von 5 Geister: die anderen haben sich mit Alpträumen unterm Bett verkrochen)

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