Rezension zu “Göttlich verliebt” (3) von Josephine Angelini

göttlich verliebt„Lucas lachte leise auf. »Dasselbe habe ich in diesem Café gedacht. Wir haben einmal vor der Schule zusammen einen Kaffee getrunken, aber richtig verabredet haben wir uns nie, oder?«
»Wir hatten nie die Möglichkeit dazu. Ständig ging die Welt unter oder einer von uns stand in Flammen oder sonst etwas Nerviges.«“

Genre:     Jugendbuch, Fantasy
Seiten:     458
ISBN:       978-3791526270
Verlag:    Dressler

Inhalt:

Ein zweiter Trojanischer Krieg steht unmittelbar bevor. Weil die Scions sich gegenseitig bekämpfen, liegt es allein an Helen, Lucas und Orion, neue Verbündete für ihr bislang größtes Gefecht zu finden. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen?

Mein Leseeindruck:

Dies sollte das fulminante und grandiose Ende der Trilogie sein. Für viele ist es das auch. Ich muss allerdings einige Abstriche machen. Zunächst ist Band drei ohne einige Vorkenntnisse in der griechischen Mythologie teilweise etwas unübersichtlich. Also wer der Krieger und der Tyrann war, konnte man auch so recht schnell herausfinden, aber da fing es schon an. Als Matt immer stärker wurde und sich zu seiner „Sklavin“ hingezogen fühlte, war das mit Achill nur logisch. Außerdem kamen dann seine Krieger über Wasser. Wer sich auskannte, wusste schon in den ersten Kapiteln, dass Matt und Hektor kämpfen würden und wer höchstwahrscheinlich den Kampf gewinnt. Dann entpuppten sich in der Mitte des Buches die anderen Scions als die Nachfahren von Agamenon, Odysseus und Menelaos. Wer da keine Vorkenntnisse hat, bekommt in dem Band keinen wirklichen Einblick in die Verflechtungen. Auch warum Hektor und Achill gegeneinander kämpfen müssen, wird gar nicht herausgearbeitet. Da fehlte hier und da schon ein Satz um den Zusammenhang herzustellen, wenn man sich schon so stark an die Ilias anlehnt, finde ich. Schade fand ich auch, dass Odysseus so kurz kam, aber das liegt auch einfach daran, dass er zu meinen Lieblingshelden gehört. Meiner Meinung nach, hätte man seiner Gerissenheit etwas mehr Platz einräumen können. Zum Beispiel hätte er einen Plan schmieden können und nicht Helen. Letzteres ist dann so lange geheimgehalten wurden und der Plan erschien mir dann ziemlich abwägig. Überhaupt waren die letzten Kapitel so oberflächlich, der „Kampf“ gegen Zeus so kurz abgehandelt, dass man sich gar nicht erst in die Situation hineinversetzen konnte, weil sie dann schon vorbei war.
Positiv war nach wie vor der flüssige und witzige Schreibstil (siehe Zitat). Sehr gut gefallen haben mir auch die Rückblicke und die Geschichten des „Gesichts“ bzw. der Verkörperungen von Helena. Ich hätte gern noch mehr davon gelesen! Aber man hätte aus dem Band noch einiges herausholen können. Ich hatte fast den Eindruck, als ob das Buch irgendwie fertig werden, die Geschichte zuende gebracht werden musste. Und dabei wurden von Atropos einige Fäden zu früh abgeschnitten. Allgemein bin ich der Meinung, dass die Moiren mit Band 3 keine ordentliche Arbeit geleistet haben, zumindest nicht für die 5 Sterne/ Bewertungsgeister. Schade!

still_goettlich

Fazit der Serie:

Die Trilogie bekommt von mir volle Punktzahl, weil es einfach eine schöne Reihe zu einem grandiosen Thema unserer Geschichte ist. Ich liebe Mythologie, besonders die griechische und die Umsetzung des Troja-Mythos war sehr gelungen. Auch wenn der letzte Band etwas schwach war (4 von 5 Bewertungsgeister), lege ich die Reihe jedem ans Herz, der gern etwas dramatische Jugendbücher über viel Mut und eine aussichtslos erscheinende Liebe liest!

66666(5 von 5 Geister spuken nun und graben bei Troja ein wenig im Staub)

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2 Kommentare zu “Rezension zu “Göttlich verliebt” (3) von Josephine Angelini

  1. Mir gefallen deine Argumente sehr gut. Ich wusste immer nur, dass mich etwas stört, konnte es allerdings nur schwer definieren. Ich bin der Meinung, du hast alles auf den Punkt gebracht! Gut gemacht! 🙂

  2. Dem kann ich mich nur anschließen 🙂 Ich hatte ja ziemlich viel gemeckert, obwohl das Buch an sich nicht schlecht ist und das fasst es ganz gut zusammen!

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