Rezension zu „Die Gräfin der Wölfe“ von Isabella Falk

Image.ashx imageID=NoipR8AEfU2Mq3WwZ6QKQQ&Type=FullGenre:     Historisches
Seiten:     380
ASIN:       B00BWTKI50
Verlag:    bookshouse

Kurzbeschreibung:

Die lebenslustige und intelligente Prinzessin Amalia von Falkenstein, geboren 1682, lebt in einer Zeit, die geprägt ist von Hexenglauben und aufkommender Vampirhysterie. Die Tochter des Fürsten von Torgelow ist mit einem unglückseligen Makel geschlagen, doch obwohl sie deshalb unter ihrem Stand heiraten muss, ist sie glücklich über ihre Vermählung mit dem Grafen von Falkenstein. Voller Vorfreude auf ihr neues Leben zieht sie mit ihm auf seine Burg. Der Einzug durch das Dorf wirft jedoch dunkle Schatten auf ihre junge Liebe. Ein missgestaltetes Kind wird geboren, kaum dass der Graf und Amalia die kleine Gemeinde passiert haben. Die abergläubigen Dörfler geben der neuen Gräfin die Schuld. Amalias Stand wird immer schwerer, und als sie beginnt, die Milch von Wölfen zu trinken, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern, ist es um die Loyalität der Dorfbewohner vollends geschehen. Aberglaube, Gehässigkeit, Furcht und mangelndes Mitgefühl reißen Amalia in tiefe Verzweiflung. Schließlich diagnostiziert der langjährige Hofarzt ihres Gemahls auch noch die teuflische Krankheit: Vampirismus!

Mein Leseeindruck:

Als erstes muss ich zugeben, dass ich mir unter dem Roman etwas ganz anderes vorgestellt habe, was aber nicht weiter schlimm ist. Statt bösartigen Aberglauben, hatte ich etwas mehr schaurige Geschichten erwartet. Das schmälert aber nicht die Qualität des Romans.
Es handelt sich um eine herzzerreißende und spannende Geschichte über ein junges Mädchen, was von Pech verfolgt eine gefürchtete Gräfin wurde. Dabei ist sie weder böse, noch rachsüchtig, gehässig oder unheimlich. Aber für ihre Zeit war sie ein viel zu intelligentes und wissbegieriges Mädchen, welches gepaart mit einer ihr eigenen Naivität und Sturheit zu vielen Problemen, v.a. aber zu Unverständnis führte. Aber wer kann es ihr verdenken, gut behütet und vom Vater reichlich verzogen, musste sie immer und überall ihren Kopf durchsetzen. Da sie nie jemand aufgeklärt und über ihre Wirkung informiert hat, ist es nicht verwunderlich, dass sie Zeit ihres Lebens für die damalige Zeit und das Weltverständnis, das falsche Benehmen an den Tag legte.
Amalia tat mir die meiste Zeit ziemlich Leid und ich war sehr erbost und traurig über den Aberglauben und die Bösartigkeit des „gemeinen Volkes“. Man hatte Angst vor dem, was man nicht kannte und fand, zu großen Teilen aus Unterhaltungsgründen, immer abartige und schaurige Erklärungen für Dinge, die man nicht verstand. Was ich sehr schade finde. Leider verhält sich das teilweise auch heute noch so, nur dass die Leute ein wenig aufgeklärter sind.
Alles in allem ein sehr trauriges und mitreißendes Buch, was ich jedem empfehlen kann, der sich näher mit dem Aberglauben rund um den Vampirismus im 18. Jahrhundert auseinandersetzen möchte. Ich selbst bin mit dem Buch nicht ganz warm geworden, aber das liegt einfach an meiner aufbrausenden Natur. Ich musste mich immerfort über die Dummheit und Niedertracht aufregen und fand es viel zu schade, dass die Gräfin letztendlich unter dem Aberglauben so viel leiden musste. Und dann kam noch der ach so gelehrte Leibarzt Erasmus dazu, der in seinem eingeengten Forscherdrang die Situation um ein Vielfaches verschlechterte, vor allem aber immerfort die körperliche und seelische Gesundheit der Gräfin aufs Spiel setzte.
Ein Buch für die Fans von einfühlsamen historischen Romanen und den Schicksalen von energischen und wissbegierigen Frauen, die ihrer Zeit voraus waren!

666 (3-4 geister sind es, wir konnten uns nicht einig werden. Der Roman verdient durchaus 4, aber die ganze Ungerechtigkeit hat meinem Blutdruck geschadet 😦 )

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