Rezension zu „Die Geliebte des Meisterspions“ von Joanna Bourne

Genre:   historical romance

Seiten:   452

ISBN:      9783802586767

Verlag:    lyx

kurzer Inhaltsüberblick:

Die 19jährige Annique Villiers, von Kindesbeinen an zur Spionin erzogen, hat die Pläne bei sich, welche den Krieg zwischen England und Frankreich entscheiden könnten. Sie befindet sich durchgängig auf der Flucht, weil halb England, Frankreich und noch weitere üble Gestalten aus unterschiedlichen Gründen hinter ihr her sind und fällt dabei ausgerechnet noch dem Chef der britischen Geheimpolizei Robert/Grey in die Hände. In den sie sich zu allem Ärger auch noch Hals über Kopf verliebt. Zudem ist sei auch noch blind und allmählich am Ende ihrer Kräfte. Wer wird am Ende von den Plänen profitieren können?

Meine Meinung:

Wie die Geschichte ausgeht, muss ich glaube ich nicht sagen, man kann es sich nach 10 Seiten auch gut denken und wartet nur darauf, dass die 450 Seiten das auch endlich mal anpacken. Und ja, ich wusste schon vorher, dass es ein Ramsch- entschuldigung, historical romance- Roman ist, aber ein wenig mehr hatte ich mir tatsächlich erhofft. Man kann auf der Verlagsseite und im Internet nachlesen, dass die Autorin recherchiert hat, aber davon hat man nicht besonders viel gemerkt, so vage war die gesamte Geschichte gehalten. Sprachlich entstand eine Diskrepanz zwischen gestelzten Sätzen und völlig neuzeitlichen Formulierungen. Schon zu Beginn wurden Szenen unglaublich in die Länge gezogen, allein dadurch, weil auf jeder Seite zwei mal geschildert wurde, wie erschöpft unser Füchschen eigentlich ist, aber zu einem allerletzten Versuch hat es jedes Mal noch gereicht. Wenn das so ist, erzählt man doch 2 mal was von einer aussichtslosen Situation und legt dann los und nicht 7 mal geballt. Das fand ich ein wenig unnötig. Ab der Mitte des Romans wird die Story allmählich unlogisch. Wurde zunächst akribisch darauf geachtet, dass Annique überall Gefahr witterte, so lief sie plötzlich VOLLKOMMEN gedankenlos durch England. Da denkt man sich, ihr ist das Spionieren doch in Fleisch und Blut übergegangen, und plötzlich vergisst sie alles. Also sie macht nicht einen kleinen Fehler, sondern sie ist nun komplett eine „dumme Nuss“ wenn ich das mal so sagen darf. Außerdem, darf sie in 100 verschiedene Rollen schlüpfen und die Männer um den Finger wickeln, aber wenn der gute Grey ihr gegenüber eine Rolle spielt, dann kommt das einem Untergang gleich. Wie die Geschichte aufgelöst wurde, v.a. das Gespräch mit Soulier, war nicht nur unlogisch, sondern auch viel zu einfach. Seitenlang darf man sich das selbe Geschwafel über ihre Gefühle anhören, immer wieder das selbe lesen, aber als es endlich zur Sache kommt, wird alles husch husch geradegebügelt.
Aus der Story hätte man viel machen können, aber dann wäre vielelicht etwas tatsächliche Recherche nötig gewesen, die man versucht hat zu kaschieren. Aber wenn ich alle par Seiten das selbe lesen muss, frage ich mich, warum das keinem Lektor aufgefallen ist, oder ob das so schwafelig sein muss.
Eine Leseempfehlung kann ich leider nicht geben.

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