Rezension zu „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells

„Später habe ich mir überlegt, wie außerordentlich mangelhaft ich für eine solche Expedition ausgerüstet war. Als ich meine Zeitmaschine startete, fuhr ich in der absurden Annahme los, die Menschen der Zukunft würden uns auf allen Gebieten unendlich weit voraus sein. Ich war ohne Waffen gekommen, ohne Medikamente, ohne etwas zu rauchen – den Tabak vermisste ich schmerzlich! – und ich hatte nicht einmal genug Streichhölzer“

(sieh an, in der Zukunft hat man verlernt,wie man Feuer macht 😉

 Genre:   Utopie, Abenteuer

Seiten:   160

ISBN:      9783423122344

Verlag:   dtv

kurzer inhaltsüberblick:

Die Zeitmaschine handelt von einem Forscher mit Abenteuergeist (Ende des 19.Jh./zu Beginn des 20.Jh.) welcher die englische Forschergemeinschaft in Aufruhr versetzt, da er behauptet eine Zeitmaschine gebaut zu haben. Um die Geschichte beweisen zu können macht er seine Ankündigung wahr und probiert die Maschine zu einem nicht genauer bestimmten Zeitpunkt aus.

Meine Meinung:

Ich selbst habe vor Jahren den Film gesehen, mir war aber bewusst, dass das Buch gänzlich anders sein muss, schließlich wurde es noch vor der Jahrhundertwende (zum 20.) geschrieben und damals herrschte noch eine andere Art der Romantik (damit meine ich das Abenteuertum, nicht die Romantik im Sinne von Liebe und co.). Man kann also z.B. davon ausgehen, dass es keine Lovestory geben wird, wie in aktuellen Filmen.  Ähnliches ist ja auch mit der vergessenen Welt oder Sherlock Holmes passiert. Alles Bücher in denen Männer die Hauptrolle spielen und die romantische Gefährtin das Abenteuer ist. Nun gut. Da ich mich nicht von dem Film beeinflussen lassen wollte, habe ich zunächst nichts als gegeben hingenommen und als der Zeitreisende zurückkehrt und von seiner Geschichte erzählt, war ich mir bis zum Ende nicht sicher ob er sie tatsächlich erlebt hat oder es einfach eine gut inszenierte Geschichte sein könnte.

Von der Rahmenhandlung abgesehen lese ich solche Romane unglaublich gern, weil ich es interessant finde wie man sich Ende des 19.Jahrhunderts die Zukunft vorgestellt hat. Da ich selbst das Buch 110/120 Jahre später gelesen habe, weiß ich ja wesentlich besser, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Vor allem die Gedanken über das künftige Gesellschafssystem waren daher spannend und witzig zugleich.

Fazit:
Was mir besonders gefallen hat, war die Mischung aus klassischem Abenteuerroman, Philosophie und Utopie.  Absolut großartig. Ich suche solche Bücher wie eine Verrückte und hab mir das Buch ja nicht umsonst zur Brust genommen. Aber: Es war viel zu kurz! Ich hätte gerne einen schönen 300-400 Seitigen Roman gelesen, wo noch mehr von dem Geist enthalten ist. Ich habe mir beim Lesen so viele Notizen gemacht und das Buch mit so vielen Klebezetteln bestückt, immer wenn ich eine Idee besonders gelungen fand bzw. mich der Gedanke faszinierte. Man kann da Buch nicht unbedingt spannend nennen, so wie wir das aus aktuellen Romanen kennen, aber es ist nun mal ein Buch seiner Zeit und als solches schätze ich es. Ich glaube ich werde es mir über die Jahre immer wieder zur Hand nehmen und mich darüber wundern, was ein kluger Mann vor so langer Zeit schon für Gedanken über die Gesellschaft zu Papier gebracht hat, die heute teilweise irrelevant, zum Teil aber auch brandaktuell sind. Es ist schon fast zauberhaft auf seine eigene spezielle Weise. Ein Buch für alle, die gerne die Gedanken zwischen den Zeilen aufschnappen und nicht nur von der Story und den Akteuren bespaßt werden wollen!

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